Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Sie macht das Unsichtbare sichtbar

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die «Fotografische Ermittlung: Thema Freiburg» ist eine Reihe des kantonalen Amtes für Kultur zur Förderung der zeitgenössischen Fotografie. Seit 1996 wird alle zwei Jahre ein Fotograf oder eine Fotografin mit einer solchen Ermittlung betraut. Für die elfte Ausgabe fiel die Wahl auf die Lausanner Fotografin Virginie Rebetez. Sie überzeugte die Jury mit einem Themenvorschlag, der auf den ersten Blick kaum bildlich umzusetzen scheint: der Tradition des Heilens, des Gesundbetens und der Kontaktaufnahme mit dem Jenseits. «Virginie Rebetez wollte das Unsichtbare sicht­­- bar machen», sagte Phi­lip­pe Trinchan, Vorsteher des kantonalen Amtes für Kultur, gestern vor den Medien.

Fotografien und Zeichnungen

Ein Jahr lang hat die 39-Jährige an ihrem Projekt «Malleus Maleficarum» gearbeitet; jetzt liegt das Resultat in Form einer Ausstellung in der Kantons- und Universitätsbibliothek sowie einer Publikation vor. Der Titel, zu Deutsch «Hexenhammer», nimmt Bezug auf das gleichnamige Werk aus dem 15. Jahrhundert, das als Grundlage der Hexenverfolgung diente. Dort, bei der Hexenverfolgung, begann auch die Recherchearbeit von Virginie Rebetez: Im Staatsarchiv Freiburg befasste sie sich mit den Protokollen der Freiburger Hexenprozesse aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, die das Archiv derzeit aufarbeitet. Einen Fall, den von Claude Bergier, der 1628 wegen Hexerei zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt wurde, nahm sie als Ausgangspunkt für ihr Projekt: Sie liess Freiburger Medien Kontakt mit Claude Bergier aufnehmen und zeichnete so nach und nach ein Bild von dessen Leben und Wirken. Die Sitzungen mit den Medien liess sie vom Gerichtszeichner Patrick Tondeux festhalten – dessen Illustrationen sind jetzt auch Teil der Ausstellung.

Parallel dazu nahm Rebetez Kontakt auf zu Medien, Heilerinnen und Gesundbetern im ganzen Kanton. Einige von ihnen besuchte sie, um sie zu porträtieren und ihre Praktiken im Bild festzuhalten, etwa Eric Wermeille aus Montagny-la-Ville, der für sie auch Kontakt mit Claude Bergier aufnahm, oder Rasia Baumgartner aus Plasselb mit ihren Papageien. Düster-verträumte Landschaftsaufnahmen, die einen Bezug zu Freiburger Hexengeschichten haben, ergänzen das Bildpanorama.

«Es geht nicht um Glauben»

Virginie Rebetez vereint so Vergangenheit und Gegenwart, Diesseits und Jenseits, Sichtbares und Unsichtbares. Sie schliesst damit an frühere Arbeiten an, in denen sie sich mit dem Tod, mit Magie und Ritualen befasst hat. Sie verfolge damit zugleich ein künstlerisches und ein persönliches Interesse, sagt sie. «Spiritualität, das Übersinnliche und der Tod faszinieren mich schon lange.» Es gehe ihr nicht darum, Wahrheiten zu finden. «Ich will nicht darüber urteilen, was echt ist und was falsch. Aber ich möchte Einblicke geben in andere, spirituelle Welten.» Dabei schreckt die Fotografin nicht davor zurück, Persönliches einzubringen. «Es geht nicht um meine Person, sondern darum, dass ich selber zum Mittel werde, um eine Geschichte zu erzählen.» Bei der Arbeit zu «Malleus Malefi­carum» etwa habe ihr eines der Medien eröffnet, es gebe eine Verbindung zwischen Claude Bergier und ihrer eigenen Familie. Bergier habe als Gesundbeter das «Geheimnis des Feuers» gekannt und wolle ihr die Formel übermitteln. Und glaubt sie selbst an solche Mysterien? «Ich habe bei diesem Projekt gelernt, dass es gar nicht um Glauben oder Nicht-Glauben geht», sagt sie, «sondern um Offenheit.»

Kantons- und Universitätsbibliothek, Freiburg. Vernissage: Do., 13. September, 18.30 Uhr. Bis zum 3. November. Mi. bis Fr. 8 bis 22 Uhr, Sa. 8 bis 16 Uhr.

Zahlen und Fakten

Alle zwei Jahre eine neue Ermittlung

Die «Fotografische Ermittlung: Thema Freiburg» ist ein Instrument des kantonalen Amtes für Kultur zur Förderung der aktuellen Fotografie und zum Aufbau eines Freiburger Fotoarchivs. Seit 1996 wird im Rahmen eines Wettbewerbs alle zwei Jahre ein Fotograf oder eine Fotografin beauftragt, ein Freiburger Thema zu dokumentieren. «Malleus Maleficarum» ist die elfte Ermittlung. Die bisherigen Autoren waren Marco Paoluzzo, Christoph Schütz, Caroline Wagschal, Christophe Dutoit, Nicolas Savary, Yves André, Anne Golaz, Matthieu Gafsou, Marc Renaud und Thomas Brasey. Die nächste Ausgabe wird im Frühling 2019 ausgeschrieben.

cs

Mehr zum Thema