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«Sie wollen etwas Gutes tun»

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Mittwochmorgen, 8.30 Uhr, auf einer Wiese unterhalb der Strasse in Richtung Entenmoos in Rechthalten: Eine Gruppe von Männern wickelt von einer Rolle Plastikfolie ab und befestigt sie mit Armierungseisen, um so einen Amphibienzaun zu erstellen. Es sind nicht irgendwelche Naturfreunde, die hier dafür sorgen, dass Frösche und Kröten sicher zum Laichen ins Entenmoos gelangen. Die vier in gelbe Arbeitsanzüge gekleideten Männer kommen aus Guinea, dem Sudan und der Ukraine. Sie wohnen derzeit im Asylzentrum Düdingen und warten darauf, dass über ihr Asylgesuch entschieden wird.

Viele meldeten sich

Ihr Arbeitseinsatz geht auf eine Äusserung zurück, die Urs von Daeniken vom Staatssekretariat für Migration am Informationsabend über das geplante Asylzentrum in Giffers gegeben hatte: Gemeinden können einen Nutzen aus der Anwesenheit von Asylbewerbern ziehen (siehe Kasten). Er hat das Anliegen von Rechthalten mit dem Asylzentrum Düdingen koordiniert, wo die Anfrage auf offene Ohren gestossen ist. «Es haben sich viele gemeldet, als ich gefragt habe», sagt Zentrumsleiter Coskun Karadag. «Die Asylbewerber sind sehr interessiert, etwas für das Gemeinwohl zu tun.» Sie haben auch bereits in Lossy beim Aufbau der Amphibienzäune mitgeholfen.

«Wir sammeln beispielsweise jeden Morgen den Abfall auf dem Robinson-Spielplatz in Düdingen ein», erklärt Coskun Karadag. «Die Asylsuchenden wollen etwas Gutes tun für die Leute, die sie empfangen haben.» Das sagt auch Ivan, einer der vier Männer, die an diesem Morgen in Sichtweite der Guglera kräftig anpackten. «Ich möchte helfen, etwas für die Gemeinde und die Natur zu tun», sagt der 24-jährige Ukrainer, der nach zwei Monaten Sprachunterricht bereits ein paar Brocken Deutsch spricht.

In Düdingen sind derzeit Asylbewerber aus 17 Nationen untergebracht, alles unverheiratete Männer. In Gruppen unternimmt das Betreuungsteam mit ihnen kleinere Ausflüge und Aktivitäten, etwa in die Freiburger Altstadt, auf den Moléson, zum Schlittschuhlaufen oder auch an das Forum der Berufe. Das Asylzentrum mit 60 Plätzen wurde im Mai 2013 eröffnet und soll bis Ende 2015 in Betrieb sein.

Verständnis für Ängste

Coskun Karadag hat die Diskussion rund um das Zentrum Guglera mitverfolgt. «Ich kann verstehen, dass die Leute Vorurteile haben. Es macht Angst, wenn 300 Asylbewerber in ein 1500-Seelen-Dorf kommen. Man darf aber nicht vergessen: Es sind Menschen, die da kommen.» Er ist überzeugt, dass die Vorbehalte in Verständnis übergehen, sobald das Zentrum eröffnet ist, wie dies andernorts geschehen ist.

Nach einer Stunde Arbeit steht der 200 Meter lange Amphibienzaun. Am Anfang und am Ende sowie an zwei weiteren Stellen entlang der rund 200 Meter langen Foliensperre haben die Männer unter der Anleitung von Werkhofmitarbeiter Rolf Wider Löcher für vier Eimer gegraben. Die Amphibien kriechen dem Zaun entlang und plumpsen hinein. Rund zwei Wochen lang werden die Asylsuchenden aus Düdingen jeden Morgen die Kessel mit den Amphibien über die Strasse tragen und beim Entenmoos freilassen.

Rechthalten: «Beim Wort genommen»

A m Infoabend über das Bundesasylzentrum in der Guglera hat ein Bürger gefragt, welchen Nutzen die Gemeinden von Asylzentren haben. Urs von Daeniken vom Staatssekretariat für Migration hat darauf geantwortet, dass die Asylsuchenden kommunale Arbeiten übernehmen könnten. Er hat als Beispiel den Aufruf der Gemeinde Rechthalten genannt, wo freiwillige Helfer für die Errichtung und Kontrolle der Amphibienzäune gesucht wurden. «Ich habe ihn beim Wort genommen», sagt Hugo Schuwey, Gemeinderat von Rechthalten und unter anderem zuständig für den Naturschutz. So nahm er direkt nach dem Anlass Kontakt zu Urs von Daeniken auf. Nach ein paar Telefonaten sei alles aufgegleist gewesen.

«Es ist nicht leicht, freiwillige Helfer zu finden, die bereit sind und Zeit haben, die Amphibienzäune jeden Morgen zu kontrollieren», so Hugo Schuwey. Das Ehepaar Bächler hat dies jahrelang auf privater Basis erledigt und nun den Wunsch geäussert, die Aufgabe abzugeben. «So passte dieses Angebot perfekt.» Das Staatssekretariat habe damit beweisen wollen, dass es seine Versprechen auch einlöse, erklärt Pressesprecher Martin Reichlin dazu. im

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