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Sie wollen Leader – es kommen Menschen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Bestes Beispiel für das Thema meiner heutigen Kolumne ist der Chefredaktor des News-Portals watson.ch, Hansi Voigt: Der 52-Jährige macht eine Webseite für 25-Jährige. «Ich masse mir nicht an zu wissen, was unser Zielpublikum interessiert», verriet Voigt am Montag in der Sendung Focus von SRF 3. «Aber ich habe vom Leben gelernt, meinen Mitarbeitenden sehr viel Freiheit und Vertrauen zu geben. Dadurch übernehmen sie unglaublich viel Verantwortung», so Voigt.

 

 Ein zweites Sinnbild für Vertrauen ist der neue YB-Trainer Adi Hütter. «Selbstvertrauen», sagt Fredy Bickel, als der Sportchef darauf angesprochen wird, warum es den Young Boys nach dem schwachen Saisonstart auf einmal läuft. «Die Spieler haben Selbstvertrauen, glauben an sich und das Spielsystem.» In fünf Pflichtspielen unter dem neuen Trainer hat YB fünfmal gewonnen. «Ich kann das, was ich in meinem Kopf habe, so vermitteln, dass die Mannschaft so spielt, wie ich es mir vorstelle», erklärte Hütter neulich in einem NZZ-Interview.

 

 Und dann ist da noch die Anekdote aus dem Tennis: Bevor der Franzose Patrick Mouratoglou vor drei Jahren Serena Williams als Trainer übernommen hatte, war Williams der Verzweiflung nahe. Unter seiner Regie hat die Amerikanerin seither acht Major-Titel und Olympia-Gold gewonnen. «Mouratoglou hat Serena am Boden aufgelesen und sie zurück auf die Siegerstrasse geführt», schreibt die Weltwoche. Als Mouratoglou Williams’ Coaching übernimmt, stehen ihre inneren Stimmen im Krieg gegeneinander. Wenn es ihr im Match mies lief, sah man sie in Selbstgespräche vertieft. Dem Rolling Stone Magazin erzählte sie: «Es ging hin und her, die eine Stimme sagte: ‹Du nervst›, die andere herrschte mich an: ‹Halt die Klappe.› Dann versöhnten wir uns wieder.» Bis Mouratoglou in unzähligen Gesprächen Ordnung in Serenas Ego-Stall gemacht und ihr das Vertrauen und den Glauben an sich zurückgebracht hat. Sicher: Fachwissen ist und bleibt unentbehrlich. Doch ist es wirklich entscheidend?

 

 Je vielschichtiger das Umfeld, desto mehr sind Führungspersonen mit Einfühlungsvermögen, Menschenkenntnis, Wachsamkeit und Kommunikationsfähigkeit gefragt. Fehlendes Fachwissen kompensiert die neue Generation Chef mit einem Staff, dem sie zu hundert Prozent vertraut. «Wer Menschen führen will, muss hinter ihnen gehen», sagte einst der legendäre chinesische Philosoph Laotse.

In der Trainerausbildung in Magglingen wollen wir vermehrt auf «überfachliche Kompetenzen» und die persönliche Weiterentwicklung der Schweizer Trainerinnen und Trainer setzen. Ihre Persönlichkeit verändern können und wollen wir nicht. Vielleicht schaffen wir es aber, ihnen neben der nötigen Fachkompetenz auch eine Prise soziale Intelligenz mit auf den Weg zu geben.

 

 Noch besser eignet sich hierzu vielleicht das Leben generell. Ob in der Pfadi, der Familie, in der Gemeinde oder beim Reisen: Wer möglichst viele verschiedene Erfahrungen mit Menschen macht, ist schliesslich auch für den komplexen Job als Trainer, Chefin oder Mutter/Vater gerüstet.

Oder wie es die Unternehmensberaterin Monique R. Siegel ausdrückte: «Echte Leader schauen nicht in Führungsbücher, sondern in die Augen ihrer Teammitglieder.»

 

 Das Leben bietet hierzu mehr Erfahrungsmöglichkeiten als sämtliche Aus- und Weiterbildungen. Wer spürt, was er braucht, vertraut auf seinen eigenen Weg.

In diesem Sinne: «Sie haben eine Lücke in ihrem Lebenslauf.» «Na und?»

Philipp Schütz(40) ist Trainerausbildner am Bundesamt für Sport in Magglingen und arbeitet auf Mandatsbasis als Press Delegate beim internationalen Volleyballverband FIVB. Ausserdem war der gebürtige Murtner Volleyball-NLA-Trainer bei Neuenburg UC.

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