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Siegelamulette: Eine Grundlage zum Verständnis der biblischen Welt

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Autor: Text walter buchs Bild Aldo Ellena

Soeben sind im Verlag Academic Press Freiburg zwei neue Bücher des Freiburger Theologen und Bibelwissenschaftlers Othmar Keel unter dem Titel «Corpus der Stempelsiegel-Amulette aus Palästina/Israel» erschienen. Der weltweit anerkannte Forscher Othmar Keel hatte ab 1981 an der Universität Freiburg mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds einen Forschungsschwerpunkt «Stempelsiegel der südlichen Levante» aufgebaut.

«Aussagekräftiges Material»

Bei wissenschaftlich kontrollierten Grabungen sind seit Ende des 19. Jahrhunderts in Palästina/Israel an die 10 000 Siegelamulette, also Gegenstände in Kleinformat, gefunden worden. «Stempelsiegel-Amulette haben sich für die Geschichtsschreibung als aussagekräftiges Quellenmaterial erwiesen», betont Othmar Keel im Gespräch mit den FN.

Da diese Funde oft gar nicht oder nur unzulänglich veröffentlicht wurden und ihre Interpretation alles andere als einfach war, hat sich Othmar Keel in jahrelanger minutiöser Forschungsarbeit zusammen mit anderen Wissenschaftlern ihrer systematischen Erfassung und Dokumentation gewidmet. «Am Anfang war es nicht einfach zu erreichen, dass uns die Funde gemeldet und die nötigen Angaben zur Verfügung gestellt wurden», stellt der Bibelwissenschaftler vor.

Bis jetzt drei Bände

In der Serie «Archaeologica» der vom Forscher gegründeten Reihe «Orbis Biblicus et Orientalis» ist 1997 der erste Katalog-Band erschienen. Darin sind 2139 Objekte erfasst. Mit dem kürzlich veröffentlichten zweiten und dritten Katalog-Band liegen nun weitere 2233 Siegelamulettfunde sorgfältig im Bild und mit Zeichnungen dokumentiert und mit detaillierter Beschreibung interpretiert vor. Bereits ist ein nächster Band geplant.

Wie Othmar Keel ergänzt, richtet sich diese Grundlagenforschung in erster Linie an Archäologen, Religionswissenschafter und Alt-Testamentler. Die Dokumentation liefert gerade «der Bibelwissenschaft unersetzliches Quellenmaterial», schreibt der Verlag im Beschrieb. Die systematischen Angaben von Parallelen erlauben es, jedes Stück seinem chronologischen und kulturgeschichtlichen Kontext zuzuordnen.

Der heute 73-jährige und noch täglich mit seinen Forschungsarbeiten beschäftigte Othmar Keel hatte von 1967 bis 2002 am Departement für Biblische Studien der Universität Freiburg Altes Testament und Biblische Umwelt doziert. Er ist Initiator der einzigartigen Sammlung «Bibel+Orient» mit rund 14 000 Objekten altorientalischer Kunst und Präsident der gleichnamigen Stiftung. Deren wichtigstes Projekt ist bekanntlich das von Thomas Staubli betreute «Bibel+Orient»-Museum. Weiterhin ist man auf der Suche nach grösseren Spenden und Mäzenen, um das genannte Museum im Thierry-Turm neben der Uni einrichten zu können.

Diverse Ausstellungen

Die Sammlungen werden jedes Jahr beträchtlich ausgebaut. In den Gängen vor dem Ausstellungskabinett an der Uni ist zurzeit eine Wechselausstellung über Alltagsdinge aus biblischer Zeit zu sehen. Im Herbst wird eine über Amulette folgen. Dazu ist ein grosser Katalog in Vorbereitung. Othmar Keel ergänzt, dass «die in Freiburg im Museum für Kunst und Geschichte 2007/2008 ungewöhnlich stark besuchte Ausstellung Gott weiblich zurzeit im Dom-Museum in Bamberg sehr erfolgreich ist». Sie ist ab Herbst in Heidelberg zu sehen.

Othmar Keel: Corpus der Stempelsiegel-Amulette aus Palästina/Israel, Reihe: Orbis Biblicus et Orientalis, Series Archaeologica, Band II+III Grossformat, 2010, Academic Press Freiburg, in Koedition mit Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen. www.csapi.ch

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