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«Singen wir ‹Hans im Schnäggeloch›?»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

 Voller Tatendrang treffen sich Anja, Jordan und Elijon am Morgen des 1. Mai auf dem Dorfplatz in Plaffeien. Es ist zwar bewölkt, aber trocken und relativ warm. «Wo beginnen wir?», lautet die Frage. Die drei Viertklässler haben sich getroffen, um von Tür zu Tür ihre in der Schule gelernten Lieder zu singen und so ein zusätzliches Sackgeld zu verdienen.

 

 Zuerst gehts in die Drogerie. Den «Kartoffel-Boogie» geben die drei zum besten–zumindest die erste Strophe. Ihre Blicke wandern etwas unsicher im Laden herum, der Boogie tönt noch ein wenig zurückhaltend. 50 Rappen und ein Traubenzucker erhält jedes der Kinder. Damit sind sie zufrieden. Ein paar Mal geübt haben nur Anja und Elijon zusammen. Jordan wollte nicht, er kenne die Lieder ja aus der Schule.

Nun gehts in ein Restaurant. «Probiers mal mit Gemütlichkeit» singen sie vor einigen Arbeitern am Znüni-Tisch. Begeistert von der relativ kurzen Darbietung scheinen sie nicht gerade, trotzdem kramen sie etwas «Münz» aus ihrer Tasche. Mit ihren Trottinetts sind die Kinder rassig unterwegs. Weiter gehts zur Bank und in die Metzgerei, dann auf die Gemeindeverwaltung. Immer wieder informiert Jordan über seinen Aktuellen «Kontostand»: 14.45 Franken sind es nach gut einer Stunde.

 

 Auf wie viel Geld möchten sie denn am Ende des Tages kommen? «110 Franken», sagt Jordan, «damit ich mir einen Nintendo 3DS kaufen kann.» Etwa 50 Franken möchte Anja verdienen. Sie werde entweder ein neues Handy oder einen neuen Computer kaufen. Elijon ist es egal, wie viel er am Schluss hat. Er wird das Geld auf die Seite legen, für den Fall, dass er es einmal braucht.

Noch ein zweites Grüppchen ist an diesem Morgen unterwegs: Bei Anina, ihrer Schwester Noée und Nachbarskind Sheyenne sieht es mit dem Tatendrang nicht anders aus. Mehr als zehn Mal haben sie «Kuckuck», «Hans im Schnäggeloch» und «Alperose» zusammen geübt. Alle drei wohnen in den Riederen, einem Quartier in Oberschrot. Zuerst singen sie für ihre Nachbarn. Die zehnjährige Anina begleitet den Gesang der beiden Sechsjährigen mit der Gitarre, je nach Lied kommt auch die Blockflöte von Noée zum Zug. Eine gewisse Nervosität sieht man ihnen doch an, vor allem wenn die Leute ihnen zuschauen. Die strahlenden und zugleich konzentrierten Gesichter der Mädchen lassen aber auch gut erkennen, wie viel Spass sie dabei haben. Und wenn Anina oder Noée einmal aus dem Rhythmus fallen, fangen sie einfach noch einmal von vorne an.

 

 Vor jedem Haus kommt es zu einer kurzen Diskussion: «Singen wir ‹Hans im Schnäggeloch›?»–«Nein, das haben wir ja gerade. Kommt, wir singen ‹Alpenrose›.»–«Nein, lieber ‹Kuckuck›!»–«Also, dann singen wir ‹Kuckuck› und beim nächsten Mal ‹Alperose›.»

 

 An den meisten Türen erhalten sie einen Zweifränkler. «Weil ihr auch noch Instrumente spielt, bekommt ihr etwas mehr», sagt ein Nachbar. Das sei viel, meinen die drei Mädchen. Anina wäre auch mit 20 Rappen zufrieden, sagt sie. Das Geld wandert jeweils in ihre Geldbeutel. Noée hat einen riesigen dabei, einen, wie ihn die Serviertöchter in den Restaurants haben. Sie hat auch dementsprechend Mühe, damit zu hantieren. Die anderen zwei warten aber jeweils geduldig.

 

 Sie nehmen es gemütlich. «Wir haben ja Zeit», sagt Anina. Ihnen ist es egal, wie viel Geld am Ende zusammenkommt. Die zwei Jüngeren wissen auch noch nicht so recht, was sie dann damit anstellen sollen. «Etwa Süssigkeiten kaufen», schlägt ihnen Anina vor. Das verschmitzte Lächeln auf den beiden Gesichtern zeigt, was sie von diesem Vorschlag halten. Anina hingegen hat bereits einen Plan, wofür sie das Geld einsetzen möchte: Sie wird sich am Samstag ihr zweites Ohr stechen lassen.

Weil ihr auch noch Instrumente spielt, bekommt ihr etwas mehr.

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