Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

So wird die neue Käserei Friesenheid aussehen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Käsereigenossenschaften Friesenheid, Bösingen und Wünnewil werden fusionieren und in Friesenheid eine neue, gemeinsame Käserei betreiben. Nun sind die Pläne für den Neubau bekannt. Projektleiter Daniel Perler erklärt, warum es diesen braucht.

Auf der Westseite der Käserei Friesenheid wiegt eine Blumenwiese im Wind. Daniel Perler von der IG Käsereiprojekt Untere Sense zeigt auf rot bemalte Holzpflöcke, die nur ganz knapp aus dem hohen Gras ragen: «Hier wird die neue Käserei entstehen.» Eine grössere, modernere Käserei als jene, die jetzt in Friesenheid steht. 

Für das Projekt haben sich die Käsereigenossenschaften Bösingen, Friesenheid und Wünnewil zusammengeschlossen und werden bald fusionieren. «Wir müssen uns für die Zukunft gut aufstellen», sagt Daniel Perler am Mittwochvormittag an einer Informationsveranstaltung. Die Anforderungen zur Produktion von Gruyère-Käse sowie die Hygienevorschriften würden immer höher. Für kleinere Käsereien seien sie schwierig zu erfüllen. 

Wirtschaftlicher arbeiten

Die Käserei Bösingen produziert gar keinen Käse mehr; die Genossenschafter liefern die Milch an die Cremo. In Wünnewil und Friesenheid wird noch gekäst, doch es stehen an beiden Orten Investitionen an. Die Maschinen und Einrichtungen müssen jeweils nach rund 25 bis 30 Jahren erneuert werden.

Mit einer grösseren Käserei könne man wirtschaftlicher arbeiten, sagt Daniel Perler. Darum habe man sich zusammengetan für einen Neubau, der rund 6,5 Millionen Franken kosten wird. Mit der neuen Käserei soll auch der Weiler Friesenheid aufgewertet werden. Sie wird westlich der aktuellen Käserei gebaut, die abgerissen wird. Damit entsteht ein grösserer Vorplatz, welcher den Blick auf das Bauernhaus-Ensemble mit dem historischen Speicher freigibt. Das kantonale Amt für Kulturgüter unterstütze dies, sagt Architekt Fredy Ryser.

«Dadurch, dass wir die neue Käserei neben der aktuellen bauen, kann in letzterer noch bis zum Umzug weitergekäst werden. So können wir finanzielle Verluste verhindern», so Ryser. Erst nach dem Umzug werde dann die aktuelle Käserei abgebrochen. 

Zwei Komplexe

Rysers Architekturbüro ist auf den Bau von Käsereien spezialisiert und war bereits beim Umbau der Käserei Rechthalten dabei. Er stellte das Projekt an der Informationsveranstaltung im Detail vor. Die neue Käserei wird ein lang gezogener Bau mit einer Holzfassade, der in den Abhang eingebettet ist. Ein Teil ist der Käsekeller – nur dass es nicht wirklich ein Keller ist, sondern eine Halle im Erdgeschoss, die nicht unterkellert ist.

«Heute bauen wir die Reifehallen nach Möglichkeit ebenerdig. So müssen die Käselaibe nicht noch mit einem Lift transportiert werden, sondern können direkt von den Produktionsräumen in die Reifehalle gefahren werden», erklärt Ryser. In der sechs Meter hohen Halle wird es Platz für die Lagerung von rund 4000 Laiben Gruyère haben. Sie werden mit der Hilfe von Robotern gedreht und gepflegt.

Im linken Gebäudeteil wird der Käse produziert, im rechten Teil gelagert.
zvg/Fredy Ryser

Im anderen Teil des Gebäudes ist die Käseproduktion untergebracht. Im Erdgeschoss befinden sich verschiedene Milchbehandlungsapparate, Kessel, ein Kühlraum und ein kleines Ladenlokal. «Wir haben hier absichtlich Platz gelassen für weitere Anlagen», so Ryser. Wenn die künftigen Käser zum Beispiel auch eine andere Käsesorte als Gruyère und Vacherin herstellen wollen oder auch Joghurt oder Glace, so gebe es Raum für entsprechende Maschinen.

Fotovoltaik auf Dach

Die Produktionsräumlichkeiten sind unterkellert; dort gibt es Räume für das Personal und die Technik. Im Dachgeschoss befindet sich ein Estrich. Doch eine Wohnung, wie es sie auch in der aktuellen Käserei Friesenheid gibt, ist nicht geplant. «Dafür fehlt der Platz», sagt Daniel Perler. Weil die Käserei in der Landwirtschaftszone zu stehen kommt, darf sie eine gewisse Grösse nicht überschreiten.

Das ist auch der Grund, weshalb sich die Bauherren für eine Gas- und nicht eine Holzschnitzelheizung entschieden haben, wie Ryser ausführt. «Eine Holzschnitzelanlage hätte schlicht keinen Platz gehabt.» Mit Gas sei man immerhin etwas ökologischer als mit Erdöl. Andere Heizarten kämen nicht infrage, weil diese die hohe Temperatur, die es fürs Käsen braucht, nicht garantieren könnten. Auf dem flachen Satteldach der neuen Käserei soll eine Fotovoltaikanlage zu liegen kommen, welche Strom liefert.

Vor der neuen Käserei entsteht ein grosser Platz für die Zufahrt der Milchlieferanten. Auch wenn mehrere gleichzeitig kommen, dürften sich die Fahrzeuge somit nicht bis auf die Strasse stauen. Denn künftig werden auch die Bösinger und Wünnewiler ihre Milch nach Friesenheid liefern, also mehr als bisher. Insgesamt 15 Genossenschafter wird die neue Genossenschaft zählen: drei aus Bösingen, sieben aus Wünnewil und fünf aus Friesenheid und Umgebung.

Die neue Käserei von der Hauptstrasse her gesehen. In Gelb eingezeichnet ist die aktuelle Käserei.
zvg/Fredy Ryser

Baubeginn wohl 2022

Die Baueingabe bei der Gemeinde soll noch diesen Monat gemacht werden, und die öffentliche Auflage des Projekts wird im Juni folgen. «Wir gehen davon aus, dass es ungefähr ein halbes Jahr geht, bis die Bewilligung da ist», sagt Daniel Perler. «Danach wollen wir sofort mit dem Bau loslegen.» Das dürfte aber wohl erst 2022 sein. 

Die Käsereien in Bösingen und Wünnewil werden nach dem Neubau nicht mehr genutzt. «Wir werden sie verkaufen müssen, ansonsten ist der Neubau nicht finanzierbar», sagt Daniel Perler. Wer in der neuen Käserei käsen wird, ist derzeit noch nicht klar. Die Genossenschaft wird die Betriebsleitung ausschreiben.

Drei Millionen Kilogramm Milch pro Jahr

Die neue Käserei Friesenheid wird drei Millionen Kilogramm Milch pro Jahr verarbeiten können. Die Kapazität kann auch noch leicht gesteigert werden. In der sechs Meter hohen Reifehalle hat es Platz für 4000 Gruyère-Laibe. Allerdings werden es nicht nur Gruyère-, sondern auch einige Vacherin-Laibe sein. Sie lagern auf Regalen, sogenannten Bankungen, mit 20 Lagen. Diese könnten noch um fünf Lagen aufgestockt werden, dann hätten rund 1000 Käselaibe mehr Platz. Der Käse wird rund fünf Monate im Lager bleiben. Drei Genossenschaften mit insgesamt 15 Genossenschaftern bauen die Käserei gemeinsam: Bösingen, Friesenheid und Wünnewil. Sie rechnen mit Gesamtinvestitionen von 6,5 Millionen Franken. nas

Kommentar (1)

  • 19.05.2021-Cornelia Ehrbar

    Fantastisch! Genau sehe ich die Zukunft für Kleinbauern, z.B. auch Biobauern. Ich fand Kaffeeproduzenten aus 5 verschiedenen Ländern die eine Coop gebildet haben und den Kaffee in den USA verkaufen und damit viel Erfolg haben. Nur so können kleine Unternehmen den grösseren eine echte Konkurrenz sein, vor allem wenn sie eine sehr gute Qualität und umweltfreundliche Zertifizierung vorweisen können. Die Konsumenten achten heute viel mehr auf diese Punkte als noch vor 40 Jahren, wo ich bereits eine Vorreiterin für solche Anliegen war. Well done, Bösingen, Friesenheim und Wünnewil und viel Erfolg! Gruss aus Amerika.

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema