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Solardächer können auch schön sein

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Um die Ziele der Energiestrategie 2050 erreichen zu können, muss sich die Schweiz noch so einiges einfallen lassen. Allein im Kanton Freiburg müssten dazu bis 2035 2 Millionen Quadratmeter Fotovoltaikanlagen installiert werden. Heute weist der Kanton gerade mal 200 000 Quadratmeter auf. Ein Grund, weshalb Fotovoltaikanlagen immer noch nicht so verbreitet sind, ist neben den Investitionskosten die mangelnde Ästhetik.

Gestern präsentierten das Schweizerische Forschungszentrum für Elektronik und Mikrotechnik aus Neuenburg (CSEM) und das belgische Industrieunternehmen Issol, das auf die Herstellung von gebäudeintegrierten Solarmodulen spezialisiert ist, für dieses Problem eine Lösung, die sowohl energieeffizient als auch wirtschaftlich ist. Im freiburgischen Ecuvillens realisierten sie mit der Lausanner Firma Solstis auf dem geschützten Bauernhaus der Familie Galley ein terracottafarbenes Fotovoltaikdach. Auf die innere Frontglasfläche der eingebauten Solarmodule, die mit gewöhnlichen kristallinen Silizium-Solarzellen bestückt sind, wurde eine Farbschicht so appliziert, dass sie für Sonnenlicht in hohem Masse durchlässig bleibt und die darunterliegenden Hochleistungssolarzellen ohne grossen Verlust Strom produzieren. Gemäss den Entwicklern ist das eine Weltneuheit. Der Verlust aufgrund der Farbe beträgt 20 Prozent. «Das ist viel weniger als bei der Dünnschichttechnologie, bei der die Solarzellen aufgedampft werden», erklärte Patrick Heinstein, Industriedesigner und Architekturhistoriker bei CSEM. Die 1,50 Meter auf 50 Zentimeter grossen Module seien zudem viel wirtschaftlicher als Solarmodule in Ziegelgrösse: «Denn dadurch braucht man weniger Module, und so fallen viele korrosionsanfällige Steckverbindungen weg.»

Für das kantonale Amt für Energie, das Amt für Kulturgüter, das Bundesamt für Energie und das Technologietransferunternehmen ÜserHuus war die Entwicklung jedenfalls derart zukunftweisend, dass sie es finanziell unterstützten. Volkswirtschaftsdirektor Olivier Curty hatte anlässlich der Medienorientierung in Ecuvillens nur lobende Worte: «Das ist ein aussergewöhnliches Projekt. Auf geschützten Häusern war es bisher unmöglich, Fotovoltaikanlagen zu installieren. Das hier ist der Beweis, dass es gehen kann.»

Der Gründer von Issol, Laurent Quittre, betonte, dass Fotovoltaik ein Instrument sein müsse, das sich in den Dienst der Architektur stelle, und das sei hier gelungen: «Das Solardach hat erstens die Funktion eines Daches, dann integriert es sich aus ästhetischer Sicht und schliesslich produziert es noch Strom.» Die Neuentwicklung solle vor allem auf historischen Gebäuden Anwendung finden und sei nicht für den Massenmarkt gedacht.

Der Bund habe das Pilotprojekt unterstützt, weil dank der neuen Technologie das Entwicklungspotenzial von Fotovoltaikanlagen bedeutend gesteigert werden könne, so Philippe Müller vom Bundesamt für Energie. Denn sie ermögliche, den ursprünglichen Charakter eines Gebäudes zu erhalten. Zwar gebe es schon heute gebäudeintegrierte Fotovoltaik, vor allem an Fassaden und in allen möglichen Farben, doch der Wirkungsgrad sei oft nicht so hoch. «Das neue Produkt weist wenig Effizienzverlust auf, und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.» Ziel sei es, dass dereinst jedes Haus auch Energie produziere. «Aber davon sind wir noch weit entfernt.» Denn die Ästhetik stelle nach wie vor eine grosse Herausforderung dar.

Aus Sicht des Vorstehers des Amts für Kulturgüter, Stanislas Rück, ist das Bauernhausdach geglückt. Aber auch in Zukunft müsse im Einzelfall abgewogen werden, ob eine Fotovoltaikanlage passe und ob Energieproduktion auf einem geschützten Gebäude auch verhältnismässig sei. «Bei grossen Bauernhausdächern gibt es für diese Technologie aber bestimmt Potenzial.»

Zahlen und Fakten

Pilotanlage teurer als herkömmliche

Die 230 Quadratmeter grosse Pilotanlage auf einem Bauernhof in Ecuvillens wird pro Jahr voraussichtlich 28 Megawattstunden Strom produzieren. Damit wird der durchschnittliche Verbrauch von acht vierköpfigen Haushalten gedeckt. Die Solarmodule kosten pro Quadratmeter zirka 400 Franken. Das ist ungefähr gleich viel, wie bei herkömmlichen Fotovoltaikanlagen. Weil die Pilotanlage aber einen etwa 20 Prozent tieferen Wirkungsgrad erzielt, ist sie unter dem Strich teurer.

rsa

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