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«Sonst verwaldet alles wieder»

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Es ist nahezu menschenleer an diesem Samstagmittag im Naturschutzgebiet Auried bei Kleinbösingen–ausser den freiwilligen Helfern, die nach und nach beim Informationshaus eintreffen: Sie werden während drei Stunden bei einem Pflegeeinsatz des Gebiets anpacken. Es ist der erste in dieser Saison. Bis März werden noch drei der alljährlichen Anlässe folgen. An drei Standorten werden die Helfer im Einsatz sein: Auf dem Programm stehen unter anderem das Schneiden von Hecken und Bäumen sowie weitere Pflegemassnahmen. «Wenn man nichts unternimmt, verwaldet alles wieder», sagt der Verantwortliche Emanuel Egger vom Ökobüro aus Freiburg. Sogar Baggereinsätze seinen manchmal nötig.

Mit seinem Einsatz simuliert der Mensch quasi die Naturgewalt: Vor der Kanalisierung der Saane in den 40er-Jahren und dem Bau der Staumauer von Schiffenen 1964 konnte der Fluss durch die einst bis zu 500 Meter breite Saane-Au mäandrieren. Diese Auenlandschaft war ein von der Flussdynamik geprägter Lebensraum. Durch das regelmässige Hochwasser entstanden Sandbänke und Kiesinseln sowie dauerhafte und temporäre Kleingewässer.

Neues Leben dank Kiesgrube

 Nach der Kanalisierung der Saane und dem Bau der Staumauer ging das Mosaik von Kleinstrukturen verloren und damit der Lebensraum verschiedener Tiere und Pflanzen. Eine Änderung brachte in den 60er- und 70er-Jahren der Abbau von Kies auf dem Gelände: Dadurch entstanden Strukturen wie Sandbänke, Kiesinseln, Tümpel und Weiher, ähnlich der vorherigen Auenlandschaft. Dies trug zum Entstehen neuen Lebens im Auried bei: Restpopulationen der früheren Auenbewohner besiedelten den künstlichen Lebensraum.

 In den 70er-Jahren wurden lokale Naturschützer auf die Artenvielfalt in der Kiesgrube aufmerksam, welche damals zudem legal als Kehrichtdeponie genutzt wurde. Die Gemeinde wollte das 15 Hektaren grosse Gebiet eigentlich dem Industriegebiet Bösingen/Laupen anschliessen. Doch die Bürger beschlossen schliesslich an einer Gemeindeversammlung 1980 den Verkauf des Gebiets für 415 000 Franken an Pro Natura. Seit 1981 befindet sich dieses unter Naturschutz.

Seit 40 Jahren im Einsatz

Seither hat sich das Auried zu einer landschaftlichen Idylle entwickelt, die seltene Arten beherbergt. Abgesehen vom Lärm der Motorsäge und anderen Arbeitsgeräuschen ist es ruhig auf dem Gelände. «An diese Orte kommt man sonst nicht», sagt eine freiwillige Helferin abseits der offiziellen Wege und lacht. Sie hilft gerade beim Holzen. Auf der Weide soll nämlich der Zaun erweitert werden: Somit können die Schottischen Hochlandrinder auch hier grasen und so auf sanfte Weise unerwünschten Pflanzenarten zu Leibe rücken.

Auch unter den Helfern ist Anton Kilchör aus Kleinbösingen: Als einer der Pioniere setzt er sich seit rund 40 Jahren für das Auried ein, unter anderem als Kommissionsmitglied. «Wenn man von etwas überzeugt ist, bleibt man einfach dabei», sagt er über sein langjähriges Engagement. Er möchte, dass das Gebiet erhalten bleibt–und wenn möglich verbessert wird.

Zahlen und Fakten

Bis zu 450 singende Laubfroschmännchen

Ein kleines Paradies ist das Auried–und ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung. Acht verschiedene Amphibienarten leben dort, darunter gefährdete Arten wie der Kammmolch, die Gelbbauchunke oder der Laubfrosch. «Mit bis zu 450 Männchen ist die Laubfroschpopulation des Aurieds eine der grössten der Schweiz», sagt Biologe Emanuel Egger vom Ökobüro. «Man spricht übrigens nur von Männchen, weil man sie dank ihres Gesangs zählen kann», fügt er lachend an. Auch rund 190 Vogelarten, Insekten sowie seltene Kleintiere und eine Biberfamilie leben im Auried.ea

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