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Soziales Engagement in Zeiten von Corona

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Begegnungen schaffen, die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliederorganisationen fördern und christlich-soziale Werte vermitteln: Darin sieht Bernadette Mäder, Präsidentin des Christlich-Sozialen Kartells (CSK), die Hauptaufgabe der Dachorganisation. In Zeiten von Corona sei dies sehr schwierig, da in diesem Jahr kein Vereinsanlass stattfinden konnte: «Wir hatten keine Gelegenheit, aktuelle politische Themen zu diskutieren und Impulse zu geben. Der CSK-Vorstand bedauert dies sehr.»

Unsicherheit ist gross

Auch für die KAB Deutschfreiburg steht das gesellige Beisammensein im Vordergrund, dies ist im Moment jedoch kaum möglich. Mario Amacker ist Präsident der KAB Schmitten und vertritt die Deutschfreiburger KAB-Sektionen im CSK-Vorstand. Er schildert, wie sich die Pandemie auf ihr Vereinsleben auswirkt: «Viele unserer Mitglieder gehören aufgrund ihres Alters zu einer Risikogruppe, deshalb mussten seit März 2020 praktisch alle Veranstaltungen abgesagt werden.» Die Unsicherheit in den Sektionen sei gross: «Für 2021 planen wir vorsichtig. Sollten Anlässe überhaupt wieder stattfinden können, dann müssen sich unsere Mitglieder sicher fühlen, damit sie teilnehmen», so Amacker über die schwierige Planung für das nächste Vereinsjahr. Für manche Vereine hat die Situation auch finanzielle Auswirkungen: «Anlässe wie Lottos oder Verkäufe konnten nicht durchgeführt werden. Diese sind für einige Sektionen eine wichtige Einnahmequelle.»

Bei den KAB-Mitgliedern herrsche grosses Bedauern darüber, dass Treffen derzeit nicht möglich sind. Gleichzeitig sei das Verständnis sehr gross. «Schwierig bis unmöglich ist momentan der Besuch bei Mitgliedern, die in Altersheimen und Pflegeheimen wohnen. Auch sonstige Krankenbesuche sind schwierig. Und bei Bestattungen können keine Fahnendelegationen mehr empfangen werden, die den letzten Gruss an ein verstorbenes KAB-Mitglied darstellen», so Mario Amacker. Trotz schwieriger Umstände will die KAB ihren Mitgliedern aber auch in dieser Zeit zur Seite stehen: «Wir versuchen, Initiativen zur Nachbarschaftshilfe zu unterstützen, beispielsweise von Jugend hilft oder von Vernetzern. Unsere Mitglieder in der Risikogruppe weisen wir auf diese Möglichkeiten hin.»

Viel Verständnis

Pfarrer Paul Sturny ist als Arbeiterseelsorger im CSK-Vorstand vertreten. Auch er beobachtet, wie das Vereinsleben leidet, zum Beispiel bei Chören oder Müttervereinen. «Die Kontaktbeschränkungen machen allen zu schaffen, aber das Verständnis ist sehr gross», so Sturny. Seine Besuche hat er reduziert, da er zu einer Risikogruppe gehört. Gottesdienste hält er aber weiterhin ab: «Ich bin sehr erleichtert, dass dies im Gegensatz zur ersten Welle im Frühling jetzt möglich ist.» Sturny erzählt von Gottesdiensten, die er in verschiedenen Pflegeheimen feiern durfte, natürlich unter strengen Schutzmassnahmen. «Die Bewohner und Bewohnerinnen haben sich sehr darüber gefreut, dass wir gemeinsam beten konnten. Ich bin dankbar, dass die Pflegeheime das ermöglicht haben», so Sturny. Er hofft, dass sich die Situation bis Weihnachten ein bisschen entspannt. «Wenn wir die Massnahmen jetzt gut einhalten, können wir Weihnachten hoffentlich trotzdem feiern – wenn auch im kleinen Rahmen und anders als gewohnt.»

Druck auf Angestellte steigt

Nahe bei den Menschen zu sein ist auch für die Gewerkschaft Syna wichtig. Marie-Louise Fries von Syna Deutschfreiburg beobachtet, dass die Schutzmassnahmen den direkten Kontakt zu den Mitgliedern erschweren: «Mit Maske und Abstand ist der direkte Kontakt sehr schwierig. Ausserdem ist uns bewusst, dass in vielen Branchen, wo kein Homeoffice möglich ist, aktuell ein grosser Personalmangel herrscht. Viele Angestellte sind in Quarantäne oder gehören einer Risikogruppe an. Deshalb vermeiden wird Besuche an solchen Orten.» Fries bemerkt, dass viele Mitglieder vermehrt in Zahlungsschwierigkeiten geraten. «Wir ermutigen unsere Mitglieder aber gerade jetzt, an ihrer Mitgliedschaft festzuhalten. Solche Krisen üben auf Arbeitgebende viel Druck aus, welchen sie teilweise fälschlicherweise direkt an ihre Angestellten weitergeben.» In solchen Fällen sei es wichtig, dass Mitarbeitende auf die Unterstützung der Gewerkschaft zählen könnten.

Auf nationaler Ebene setzt sich Syna mit dem Dachverband Travailsuisse für die Anliegen der Arbeitnehmenden ein, unter anderem für die Aufstockung der Kurzarbeitsentschädigung bei tiefen Löhnen auf 100 Prozent. Der Bundesrat ist auf diese Forderung nicht eingegangen. Umso erfreuter ist Marie-Louise Fries darüber, dass der Staatsrat des Kantons Freiburg für Angestellte, die von den erneuten Betriebsschliessungen betroffen sind, die Kurzarbeitsentschädigung um zehn Prozent erhöht hat.

Rasche Nothilfe

In diesem Jahr ist alles anders. Das gilt auch für Brücke Le pont. Die Corona-Krise hat die Arbeit des Hilfswerks in den Projektländern komplett auf den Kopf gestellt. «Wir haben schnell auf die Pandemie reagiert und neue Nothilfeprojekte aufgegleist. In El Salvador, Honduras, Bolivien und Brasilien haben wir Pakete mit Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln verteilt. Diese Hilfe war dringend nötig, denn viele Menschen haben von einem Tag auf den anderen ihr Einkommen verloren», so Fabienne Jacomet von Brücke Le pont. Auch in Westafrika hat das Hilfswerk mit seinen Partnerorganisationen auf die Pandemie reagiert. «Wir haben die Schutzmassnahmen unterstützt, indem wir Masken verteilt oder selbst hergestellt haben. Im Radio haben unsere Partnerorganisationen ihren Sendeplatz dazu genutzt, die Hörerinnen und Hörer auf die Präventivmassnahmen aufmerksam zu machen.» Neben der Nothilfe mussten die laufenden Projekte angepasst werden, so stellten beispielsweise die Berufsbildungszentren auf Fernunterricht um (der «Soziale Weg» berichtete).

«Es freut uns zu sehen, wie dankbar unsere Partnerorganisationen dafür sind, dass sie in dieser Krise weiter unterstützt werden», so Jacomet. Die Projektverantwortlichen standen dank Videokonferenzen weiterhin in engem Kontakt mit den Koordinatoren in den jeweiligen Ländern. Normalerweise finden jedes Jahr Programmreisen statt, damit sich die Zuständigen vor Ort einen Eindruck verschaffen können. Diese Besichtigungen fanden in diesem Jahr virtuell statt. Auch finanziell hat die Pandemie Folgen für Brücke Le pont: Die Spendeneinnahmen sind zurückgegangen. Markant gesunken sind laut Jacomet vor allem die Spenden aus den Pfarreien und Kirchgemeinden. Sie führt dies darauf zurück, dass weniger Gottesdienste stattfinden. «Dafür sind die Spenden von Privatpersonen gestiegen. Wir spüren eine grosse Solidarität von langjährigen Spendern.»

Zusätzliche Programmplätze

Wie sich die Corona-Pandemie im Frühjahr auf den Verein für aktive Arbeitsmarktmassnahmen (VAM) und das Unternehmen Ritec auswirkt, hat der «Soziale Weg» in der Ausgabe vom 15. April 2020 ausführlich geschildert. Seit Ende Juni läuft der Betrieb des VAM normal weiter. «Nur die Gruppencoachings vom Seco wurden aufgehoben. Beschäftigungsprogramme oder Einzelcoachings laufen weiter», so Raphael Waeber, Geschäftsführer von VAM und Ritec. Auch bei Ritec läuft der Betrieb seit Anfang Juni wieder normal, Kurzarbeit hatte das Unternehmen nur bis Ende Mai angemeldet. Die Zuweisungen der Sozialdienste und der IV laufen weiter. «Wir nehmen unsere Rolle wahr und unterstützen unsere Teilnehmer bei der beruflichen Wiedereingliederung.» Erfreut zeigt sich Waeber darüber, dass trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage Praktikumsplätze gefunden wurden und Teilnehmer in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden konnten.

Die grösste Herausforderung sei derzeit die Umsetzung der Sicherheitskonzepte. «Auch wenn es mühsam ist: Alle halten sich daran, Teilnehmende und Mitarbeiter», so Waeber. Für die Zukunft rechnet er mit mehr Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Derzeit verzeichne der Kanton Freiburg rund 9500 Stellensuchende, das sei rekordverdächtig. Für das kommende Jahr hat das Amt für Arbeitsmarkt des Kantons Freiburg denn auch schon zusätzliche Programmplätze und Coachings bestellt.

Armut bereitet Sorgen

Die Unterstützungsmassnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie sind im Grossen Rat allgegenwärtig. Obwohl viel für Unternehmen, Wirtschaft, Kultur, Sport und andere getan wird, ist CSP-Grossrätin Bernadette Mäder vom Budget 2021 enttäuscht. «Die Familienergänzungsleistungen für einkommensschwache Familien wurden einmal mehr nach hinten verschoben. Das geht nun schon seit zehn Jahren so, obwohl es sich dabei um einen Verfassungsauftrag handelt und der Grosse Rat einer entsprechenden Motion bereits im Jahr 2010 zugestimmt hat.» Zahlreiche Familien hätten bereits vor der Pandemie an der Armutsgrenze gelebt. Jetzt seien viele zusätzlich von Kurzarbeit oder dem Verlust der Arbeitsstelle betroffen und würden wohl Sozialhilfe in Anspruch nehmen müssen. «Das hätte man verhindern können», ist Mäder überzeugt. Auch wenn der Staatsrat die Vernehmlassung des Gesetzesentwurfs auf das erste Semester 2021 angekündigt hat, glaubt sie nicht an eine rasche Umsetzung.

Die Nachfrage beim CSK und seinen Partnerorganisationen zeigt, dass sich die Vereine und Institutionen trotz schwieriger Umstände weiterhin auf verschiedenen Ebenen für das Wohlergehen der Menschen einsetzen. Das bekräftigt auch CSK-Präsidentin Mäder: «Unsere Organisationen können sich mit ihren Problemen an uns wenden. Wir wollen da helfen, wo Hilfe verlangt und nötig ist.»

«Viele Mitglieder gehören aufgrund ihres Alters zu einer Risikogruppe.»

Mario Amacker

Präsident KAB Schmitten

Organisation

Christlich, sozial und ethisch

Das Christlich-Soziale Kartell (CSK) ist ein Zusammenschluss christlich-sozialer Institutionen und Bewegungen in Deutschfreiburg. Zu ihren Mitgliedern gehören die Katholische Arbeiterbewegung (KAB) Deutschfreiburg, die Gewerkschaft Syna, die Partei Mitte links – CSP, die Vereine Ritec und VAM sowie das Hilfswerk Brücke Le pont.

tn

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