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Sozialhilfefälle werden immer komplexer

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113 Dossiers hat der Sozialhilfedienst im Sense-Oberland im letzten Jahr behandelt, zwei mehr als 2012 und 47 mehr als noch vor fünf Jahren. Als Ursachen für die Zunahme nennt Cornelia Müller unter anderem die steigende Arbeitslosigkeit, zunehmende gesundheitliche Probleme und finanzielle Schwierigkeiten nach Scheidungen. Die Leiterin des Sozialdienstes der neun Sense-Oberland-Gemeinden hat an der Versammlung des Gemeindeverbandes für Sozialarbeit und Berufsbeistandschaft vom Mittwochabend in Plaffeien die Bilanz des Jahres 2013 gezogen.

«Die Komplexität der Fälle hat zugenommen. Wir benötigen viel Zeit für die Vernetzung der involvierten Stellen», sagte sie. Es sei zum Beispiel aufwendig und zeitintensiv, abzuklären, ob und wie viel Anspruch ein Klient auf Invalidenrente habe. «Während dieser Phase sind die Klienten auf Sozialhilfe angewiesen.» Denn meist sei während der Übergangsfrist der Anspruch auf andere Leistungen bereits ausgeschöpft.

Eine der wichtigsten Aufgaben des Sozialdienstes sei es, für die Klienten ein Netzwerk aufzubauen, das diese im Alltag unterstütze, sagte Cornelia Müller. Oft werde eine Person von anderen Ämtern auch einfach an den Sozialdienst verwiesen, ohne genau auf ihre Bedürfnisse einzugehen, so Cornelia Müller.

Die Leiterin des Sozialdienstes Sense-Oberland hielt in ihrem Jahresbericht auch fest, dass sich der Sozialdienst bei der Betreuung von «Spezialfällen» mehr Unterstützung vom kantonalen Sozialdienst oder von anderen Netzwerken wünschte, also bei schwierigen Klienten mit hoher Gewaltbereitschaft. Es fehle zudem im Kanton an einem Angebot für betreutes Wohnen für Jugendliche über 18 Jahren. «Weiter stehen wir oft vor der Herausforderung, dass die psychische Versorgung deutschsprachiger Klienten in Marsens nicht gewährleistet ist.»

Gegenseitig ausgeholfen

Die Sozialarbeiter des Sozialdienstes haben letztes Jahr den Kollegen der Berufsbeistandschaft (früher Amtsvormundschaft) wegen personeller Engpässe ausgeholfen. Stellenleiter Pascal Spicher unterstrich, dass eine gute Zusammenarbeit zwischen den Diensten für die Klienten und die Teams von Vorteil sei und deshalb auch in Zukunft gefördert werden solle. Seit Dezember 2013 gibt es bei der Berufsbeistandschaft zwei Spichers: René Spicher hat seine Arbeit als zweiter Berufsbeistand aufgenommen.

«Es war in arbeitsintensives Jahr, sagte Stellenleiter Pascal Spicher im Rückblick. Die Berufsbeistandschaft steckt auch mitten in der Umsetzung des neuen Erwachsenenschutzrechts; die Übergangsphase läuft bis Ende 2015. «Die ersten Erfahrungen sind gut», sagte er an der Versammlung vor den Gemeindevertretern. Es brauche aber Zeit, bis in der Praxis alles umgesetzt sei. Wegen des neuen Gesetzes und der damit verbundenen Änderungen konnte er keine genaue Statistik über die einzelnen Massnahmen im Erwachsenenschutz vorweisen. Sie seien aber wegen vieler Todesfälle und weniger neuer Fälle zurückgegangen. Die Berufsbeistandschaft führte 2013 total 154 Klientendossiers, 2012 waren es 168.

Rechnung genehmigt

Die Vertreter der neun Gemeinden haben an der Versammlung unter der Leitung von Otto Lötscher die Rechnung 2013 genehmigt. Der Gemeindeanteil bei der Berufsbeistandschaft beträgt 384 000 Franken, beim Sozialdienst sind es 464 500 Franken.

Weitere Infos:www.bb-sense.ch und www.sdsenseoberland.ch.

 

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