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SP steigt mit Prominenz in den Ring

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SP steigt mit Prominenz in den Ring

Autor: Fahrettin Calislar (Text) und CharLes Ellena (BIlder)

Gehetzt? Eigentlich nein. Christian Levrat hat seinen intensiven Tagesablauf offenbar im Griff. Dabei kommen ihm zwei Dinge entgegen, sagt er: die Technik – ohne sein Smartphone und seinen Tablet-PC wäre der SP-Schweiz-Präsident verloren – und ein Parteisekretariat, das ihm einiges an Arbeit abnehme. So halte sich für ihn der Stress durchaus in Grenzen. Zumindest wenn nicht grad Superwahljahr ist und er an allen Fronten kämpfen muss.

An diesem eiskalten Tag habe er ein ganz normales Programm, sagt Levrat. Normal heisst für ihn: Tagwache um 6 Uhr, Zeitung lesen und Mails bearbeiten im Büro in Vuadens. Dann reist er nach Bern. «Die Eröffnung der S-Bahn war für uns hier ein Quantensprung, heute nehme ich nur noch in Ausnahmefällen das Auto zum Bahnhof in Freiburg, früher war das der Normalfall», sagt Levrat. Die Schnellverbindung Bulle–Freiburg sei eigentlich «sein» Kind, zusammen mit anderen Politikern aus der Region habe er sich als Neuparlamentarier im Jahr 2003 dafür eingesetzt, dass die Linie nach Romont nicht geschlossen wurde.

Geselligkeit erhöht Einfluss

In Bern führt Levrat die Von-Wattenwyl-Gespräche mit den Partei- und Fraktionschefs der grossen Parteien sowie den Bundesräten. «Sonst hätte ich zum Beispiel Kommissionssitzungen im Bundeshaus.» Zurzeit beherrsche die Wirtschaft die Agenda mit ein bisschen Verkehr und Asyl, sagt Levrat. «Das sind zum Glück Dossiers, in denen ich mich gut auskenne», da müsse er sich nicht gross vorbereiten. Sonst passiere es nicht selten, dass er sich vor dem Auftritt zuerst durch die Parteizentrale informieren lassen müsse. «Ich muss den Überblick über rund 50 Dossiers haben», sagt er, das sei nicht einfach, dafür aber spannend. Nicht in allen Dossiers sei er sattelfest: «Natürlich muss ich aufpassen, dass ich keinen Unsinn erzähle, das kann ich mir nicht leisten.»

Levrat tritt in die Kälte, gekleidet nur mit Mantel und Anzug. Die Bise lässt ihn erschaudern – Mantel, Anzug und Halbschuhe reichen bei diesen eisigen Temperaturen nicht, wie er einräumt. Doch festen Schrittes eilt er ins Bundeshaus. Immer wieder klingelt sein Handy, und er beantwortet konzentriert und souverän Anfragen von Journalisten und Parteifreunden.

Mit dem Gegner per du

«Christophe, Christophe!», ruft Levrat und winkt dem CVP-Präsidenten zu, er solle warten. Rasch wechseln die beiden ein paar Worte, sekundiert von BDP-Präsident Hans Grunder. Er habe ein gutes Verhältnis zu den Vertretern aus anderen Parteien, sagt er. «Zumindest zu den meisten. Wissen sie, wir verbringen hier im Bundeshaus gegen 200 Tage im Jahr zusammen, da können sie nicht andauernd Krach haben miteinander.»

Das sei ihre Arbeitsstelle, und wenn sie auch nach aussen ihre Meinungsverschiedenheiten austragen müssten, in der Cafeteria des Bundeshauses treffen sie sich regelmässig zum Essen, politisieren und diskutieren. Über die Parteigrenzen hinweg. «Unsere Kantine ist fantastisch, günstig und gut, und wir können in aller Ruhe zusammensitzen und debattieren», sagt Levrat und schlürft an seinem Kaffee.

«Gesellige Anlässe sind sehr wichtig, wir können uns austauschen, ohne dass gleich jeder zuhört.» So nehme man in Bern Einfluss auf die politischen Entwicklungen.

Viele Synergien gefunden

Die Arbeit im Parlament macht dem Greyerzer sichtlich und hörbar Spass. «Der Wechsel vom Führungsjob bei einer Gewerkschaft hierher hat meine Lebensqualität immens verbessert», sagt er, er profitiere von den Synergien als Präsident und Parlamentarier. Deshalb gehe er auch nicht davon aus, dass er als Ständerat seinen Parteichefsessel räumen müsste. Dennoch: «Im Sommer ziehe ich Bilanz und schaue weiter, falls ich gewählt würde.» Es seien ja in beiden Räten dieselben Dossiers und dieselben Leute, die sie bearbeiten.

Klar sei: Dass er – wie auch Darbellay und sein Freund, Bundesrat Alain Berset – Berufspolitiker sei, komme ihm entgegen. Er könne sich auf seine Arbeit in Bern konzentrieren und mittels seiner Präsenz im Zentrum der Macht Einfluss nehmen, im Sinne seiner Partei und seines Kantons. «Politik wird hier im Bundeshaus gemacht, wenn man etwas erreichen will, muss man hier Kontakte knüpfen», ist er überzeugt.

Büro unter der Kuppel

Auf dem Weg zum nächsten Termin schaut er rasch an seinem Arbeitsplatz im Dachstock des Bundeshauses vorbei. Dort haben die Fraktionen die Büros. Rasch sind Mails gecheckt und das Notwendige erledigt. Levrat hat noch einiges vor an diesem Tag. Das nächste Ziel: Freiburg, das Perron am Gleis 4. Das Fernsehen hat ihn zu einem Blitzinterview aufgeboten.

Levrat friert es. Im Berner Hauptbahnhof zieht es, der Zug hat eine Viertelstunde Verspätung. Und immer wieder muss Levrat telefonieren. Mehrmals klemmt er das Gespräch ab, um seine klammen Finger in der Manteltasche aufzuwärmen.

In Freiburg erreicht die gefühlte Temperatur für Levrat den Tiefpunkt. Über eine Viertelstunde steht er in der Kälte und im Durchzug und muss dem Journalisten vor der Kamera Auskunft geben – und dabei eine unbeschwerten Eindruck zu machen. Erst im Zug nach Bulle kann er sich wieder aufwärmen.

Im Greyerzbezirk zu Hause

«Mir ist klar, dass die Freiburger wahlmüde sind», sinniert Levrat. Doch hofft er dennoch auf eine gute Stimmbeteiligung und eine erfolgreiche Wahl. Der Gedanke an einen zweiten Wahlgang macht ihm keinen Spass. Irgendwann hätten die Wähler zu viel.

Levrat ist in Bulle angekommen. Heimspiel. Er ist Gast an der Eröffnung des Greyerzer Museums. Auf dem Weg trifft er viele Bekannte, schüttelt Hände und scherzt, als wollte er der Eiseskälte mit Herzenswärme trotzen. «Ich habe viel Spass dabei, es ist für mich wichtig, Leute zu treffen und ihnen zuzuhören.» Das sei nicht nur während eines Wahlkampfes so.

Der Freiburger Nationalrat und Ständeratskandidat ist unter den Seinen. Gut gelaunt wechselt er ein paar Worte mit Ehrengast Alain Berset. Zu dessen Nachfolger will Levrat am 11. März gewählt werden. Deshalb nehmen er und seine Partei einen weiteren mühseligen Wahlkampf auf sich.

Keine grauen Mäuse

Er ist ein lebenslustiger Mensch, der nicht immer alles todernst nimmt und auch mal auf den Tisch klopft. Das sei auch im Ständerat gefragt, sagt er. Graue Mäuse könne der Kanton im Stöckli nicht brauchen, vielmehr seien politische Schwergewichte gefragt. Er meine damit ausdrücklich auch den amtierenden Freiburger CVP-Ständerat, Fraktionschef und Kantonalparteipräsidenten Urs Schwaller. «Nur so kann man sich für seinen Kanton einsetzen», weiss Levrat aus Erfahrung.

Levrats Tag ist noch nicht zu Ende. Opernbesuch ist angesagt. Er möge zwar Opern, aber eigentlich würde er lieber in die «Arena» treten. Doch er musste die Einladung ablehnen. Immerhin stehe er im Wahlkampf. Ein langer Tag geht für Levrat zu Ende. Am nächsten Tag will er wieder der Kälte trotzen. Überall Werbeplakate aufhängen. Dann aber müsse er sich wohl wärmer anziehen, meint er grinsend.

Mit seinen Parteipräsidentenkollegen Christophe Darbellay (Mitte) und Hans Grunder (rechts) verhandelt Christian Levrat über Weissgeldstrategien, Asylpolitik und ab und zu auch über Terminkollisionen.

In der Öffentlichkeit und in Debatten fühlt sich Levrat wohl. Seine Zweisprachigkeit kommt ihm dabei entgegen.

Die Eröffnung der S-Bahn war für uns hier ein Quantensprung.

Christian Levrat

Autor: SP-Ständeratskandidat

Politik wird hier im Bundeshaus gemacht, wenn man etwas erreichen will, muss man hier Kontakte knüpfen.

Christian Levrat

Autor: Präsident SP Schweiz

Christian Levrat sagt, er könne sich nicht vorstellen, wie die Parteipräsidenten von früher ohne Smartphone arbeiten konnten.

Zur Person

Christian Levrat, «animal politique»

Christian Levrat ist 41-jährig, wohnte in Vuadens, ist verheiratet und hat 3 Kinder. Er absolvierte ein zweisprachiges Studium als Jurist an der Universität Freiburg. Danach arbeitete er bei verschiedenen Hilfsorganisationen und Verbänden. Ab 2000 war er Freiburger Verfassungsrat, 2004 kam er in den Nationalrat und wurde 2008 zum Präsidenten der nationalen SP gewählt. fca

Zur Ausgangslage

SP setzt vor allem auf den Seebezirk

Hinter Levrats Kandidatur stehen die anderen Mitte-links-Parteien: Grüne, CSP und EVP. Sollte die Linke wie gewünscht mobilisieren, kann sie allein schon auf gegen 40 Prozent Wählerstimmen zählen. Die SP zählt auf weitere Wähler aus dem Seebezirk, welche die Murtnerin Ursula Schneider Schüttel – zurzeit Ersatzfrau – in den Nationalrat bringen wollen. fca

Zur Person

Christian Levrat, animal politique

Text

Zur Person

Titel zweizeilig

Text

 

Zur Ausgangslage: Kasten 3 Sp Titel

Lauftext mit Initial

 

tagesthema

Freiburger Nachrichten

Freitag, 10. Februar 2012

LegendeBild ???

Zur Person

Titel zweizeilig

Text

LegendeBild ???

 

Zur Ausgangslage: Kasten 3 Sp Titel

Lauftext mit Initial

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