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Spätgotische Figuren neu beurteilt

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Spätgotische Figuren neu beurteilt

Ein interdisziplinäres Forschungsteam ist an der Arbeit

Der «spätgotische» Flügelaltar ist der Blickfang der neuen Pfarrkirche von Jaun. In der jetzigen Form besteht dieser allerdings erst seit 1964. Die in den Altar eingebauten Skulpturen sind Gegenstand einer Nationalfondsstudie.

Autor: Von ANTON JUNGO

Die Untersuchung der Altarfiguren von Jaun wurde im Herbst 2005 im Rahmen eines Forschungsprojekts des schweizerischen Nationalfonds in Angriff genommen. Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts stehen die Freiburger Skulpturen aus der ersten Hälfte des 16. Jh. Die Freiburger Plastik aus dieser Zeit gehört zu den grössten zusammenhängenden Ensembles spätgotischer Plastik in Europa. Der Skulpturenkomplex umfasst rund 450 Einzelstücke. Zu ihnen gehören auch die Skulpturen aus der Alten Kirche von Jaun.Lanciert wurde das Forschungsprojekt gemeinsam vom Lehrstuhl für mittelalterliche Kunstgeschichte an der Universität sowie vom Museum für Kunst und Geschichte in Freiburg. Am Projekt ist ein interdisziplinäres Arbeitsteam mit dem Kunsthistoriker Stephan Gasser, der Historikerin Katharina Simon-Muscheid, dem Restaurator Alain Fretz und der Fotografin Primula Bossard beteiligt. Das Team strebt eine umfassende Neubeurteilung des erwähnten Skulpturenensembles an.Im Rahmen eines Vortrages beim Geschichtsforschenden Verein stellte Stephan Gasser am Dienstag erste Forschungsergebnisse vor. Der Jauner Altar wird gemeinhin als «Roditzer-Altar» bezeichnet; dies obwohl aus historischen Quellen nur bekannt ist, dass Hans Roditzer am 24. November 1514 den Auftrag erhielt, einen Haupt- und einen Nebenaltar anzufertigen. Aus den Quellen geht nicht hervor, für welche Kirche die Altäre bestimmt waren. Forscher schlossen aber aus dem Figurenprogramm «Stephanus, Laurentius, Johannes und Maria», dass es sich um Altäre für die Stephanskirche von Jaun handeln könnte bzw. muss.

Roditzer war Auftragnehmer

Durch eine Neubeurteilung des vorhandenen Quellen-Materials wird die bisherige Vermutung zur Gewissheit: Roditzer war Auftragnehmer für die Schaffung für die Altäre von Jaun. Mit dieser Erkenntnis ist aber noch längst nicht erwiesen, ob Hans Roditzer an der handwerklichen Herstellung der Skulpturen auch persönlich beteiligt war oder vor allem als Unternehmer im Vordergrund stand. Wie Stephan Gasser betonte, steht beim Forschungsprojekt auch nicht die genaue Zuschreibung eines Werks an einen bestimmten Künstler im Vordergrund. Vielmehr gehe es darum, die damaligen Werkstattbedingungen, die Produktionsprozesse usw. zu ergründen.Interessiert ist das Forschungsteam vor allem auch an der Frage, in welchem Kontext der vorhandene Figurenbestand einmal gestanden haben könnte. Für die Figuren von Jaun gehen sie davon aus, dass in der Alten Kirche nicht nur zwei, sondern drei Altaraufsätze mit Skulpturen bestanden haben müssen. Beim Hauptaltar stand – nicht wie in der neuen Zusammenstellung von 1964 – Maria im Zentrum, sondern der Kirchenpatron Stephanus.

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