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Spiel mit Materie, Volumen und Licht

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Spiel mit Materie, Volumen und Licht

Der Neuenburger Marcel Mathys zeigt im Schloss Greyerz seine neusten Skulpturen

Im Schloss Greyerz ist derzeit eine Ausstellung des Neuenburger Bildhauers und Zeichners Marcel Mathys zu sehen. Der Künstler präsentiert 60 seiner neusten Werke, sowohl Vollplastiken als auch Wandreliefs.

Die Werke sind auf den Aussenplätzen des Schlosses (Äusserer Zwinger und Innenhof) und in zwei Sälen des Erdgeschosses verteilt. Im Freien befinden sich die Vollplastiken. Gleich am Eingang fokussiert der «Portikus» den Blick des Besuchers: entweder auf die Skulpturengruppe «Der Lanzenträger» von Nag Arnold oder auf die Architektur des Schlosses und den Eingang zum Innenhof.

Auf den zweiten Blick offenbart die Skulptur ihren biomorphen Charakter. In Anlehnung an die griechische Mythologie zeigt Marcel Mathys die Konfrontation zwischen Ariane und dem Minotaurus als Kampf der Geschlechter.

Zwischen Harmonie
und Spannung

Etwas weiter, zwischen den Bäumen, befindet sich «Derelitta». Sie trägt ihren Namen nach einem Bild des Florentiner Renaissancemalers Sandro Botticelli. Sie verkörpert die Melancholie, die Trauer und die Niedergeschlagenheit. Im Gegensatz dazu steht das «Paar»: Zwei harmonisch ausgewogene Formen ergänzen sich in idealer Weise zu einem dynamischen Ganzen.

Mathys thematisiert in seinen Werken gerne den Stier als Symbol für ungestüme Kraft und kompromisslose Männlichkeit. Er teilt diese Vorliebe mit zahlreichen anderen Künstlern wie beispielsweise Goya oder Picasso. Im Innenhof von Schloss Greyerz lässt er zwei Stiere gegeneinander antreten.
Ausgehend von einer zentrifugalen Kraft reduziert der Künstler die Tiere auf ihr Knochengerüst und ihre Sehnen und erzielt dadurch eine grosse Spannung. Bemerkenswert ist auch die Interaktion zwischen diesen Skulpturen und dem Innenhof des Schlosses.

Verborgenes erkennbar machen

Im Gewölbten Saal vollzieht Mathys den Übergang von vollplastischen Werken zu Wandreliefs. Mathys bedient sich einer reichen Formensprache: Meisterhaft spielt er mit der Materie, dem Volumen und dem Licht. Minutiös polierte Partien stellt er rauen, scheinbar unfertigen Oberflächen gegenüber. Er akzentuiert auf diese Weise das komplexe Verhältnis zwischen dem Individuum und der Umgebung und erweist seinem grossen Vorbild, den «Sklaven» Michelangelos, seine Reverenz.

Seine ausgezeichneten Anatomiekenntnisse verleiten Mathys nicht zu einem vordergründigen Naturalismus. Sichtbares abzubilden ist nicht sein Ziel. Er will vielmehr verborgene Spannungen und Energien erkennbar machen.

Die klassische Mythologie, biblische und literarische Texte dienen ihm als Inspirationsquelle und zeugen von seiner humanistischen Einstellung. Beispielhaft ist etwa die Werkgruppe «Tetramorph»: Sie zeigt die vier Evangelisten und ihre Symbole in Tiergestalt in einem Gleichgewicht zwischen physischem Sein und geistiger Inspiration.

Variantenreiche Formate

Im Arsenal zeigt Mathys seine Fähigkeit, die Formate seiner Werke zu variieren, wobei selbst kleinste Figuren wie «Géo» oder «Marsias» monumental wirken. Bemerkenswert ist auch die virtuose Behandlung der Oberflächen, wobei die Patina in verschiedensten Farbnuancen mal glänzend, mal matt eingesetzt wird.

Der dreiteilige Totentanz schliesst die Ausstellung. Hier erinnert Mathys in mittelalterlicher Manier an die Vergänglichkeit alles Irdischen. Comm.

Die Ausstellung ist noch bis zum 5. September im Schloss Greyerz zu sehen. Das Schloss ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Auskünfte unter Telefon 026 921 21 02 oder im Internet unter www.schloss-greyerz.ch.
Bildhauer, Zeichner, Grafiker, Lithograf

Marcel Mathys wurde 1933 in Neuenburg geboren. Nach Abschluss der Kunstschule in La Chaux-de-Fonds begann er als freischaffender Künstler zu arbeiten. Er ist gleichzeitig als Bildhauer, Zeichner, Grafiker und Lithograf tätig und illustriert die Texte namhafter Autoren wie Pierre Chappuis, Jaques Chessex oder Monique Laederach.

Seine Werke befinden sich in zahlreichen Schweizer Museen, Bibliotheken und Privatsammlungen. Marcel Mathys lebt und arbeitet in Auvernier (NE). Comm.

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