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«Spiele sichern Toleranz und Respekt»

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40 Jahre ist es her, seit einige Frauen im Freiburger Juraquartier die erste Ludothek des Kantons zum Leben erweckten (siehe Kasten). Dieses Jahr feiert die städtische Ludothek ihren runden Geburtstag–ganz unbeschwert können die Verantwortlichen das Jubiläum aber nicht geniessen: Im Jahr 2015 hatten die beiden Standorte in Freiburg 162 Mal geöffnet und dabei 728 Spiele ausgeliehen. Im Jahr 2007 waren es bei etwa gleich vielen Öffnungen noch fast doppelt so viele Spiele gewesen.

Handy- und Videospiele

Seit dem Beginn des Jahrtausends spüre die Ludothek einen Rückgang der Kunden, sagt Marianne Plancherel, Präsidentin des Vereins der Ludothek. Gründe dafür gibt es mehrere. Viele Eltern kauften die Spiele lieber, statt sie in der Ludothek auszuleihen, «wo halt nicht immer alles ganz neu ist», sagt Claudia Palaia, die sich als freiwillige Ludothekarin im Schönberg engagiert.

Mit dem Aufkommen von Gameboy, Videospielen und schliesslich Handygames habe sich auch die Art zu spielen verändert, sagt Plancherel. «Für viele ist das Spiel nicht mehr eine gemeinschaftliche Aktivität, sondern etwas, das sie alleine tun.» Insgesamt habe in der Gesellschaft ein Wechsel stattgefunden. «Wir sind sehr kommunikativ, aber auch sehr individualisiert.»

Lernen zu verlieren

Dies sei eine bedauerliche Entwicklung, sagt Marianne Plancherel. Denn abgesehen von der Förderung kognitiver und motorischer Fähigkeiten seien Spiele auch wichtig für das Zusammenleben. «Diese sichern Toleranz und Respekt in unserer Gesellschaft.» Denn die Kinder lernten auch, sich an die Spielregeln zu halten und mit Frustrationen umzugehen. «Viele Kinder können nicht verlieren», sagt Plancherel, und erzählt ein Beispiel, das sie selbst bei einem Besuch in einer Primarschule erlebt hat. So hätten mehrere Kinder gegen sie alleine Memory gespielt–und verloren. Die Schokolade, die es für den Sieger gab, habe sie daraufhin halt alleine gegessen. Dies sei nicht bei allen gut angekommen. «Manche Kinder wurden richtig wütend, und auch die Lehrerin fand, das könne ich doch nicht machen.» Diese Einstellung findet Plancherel falsch. «Wer gewinnen und einen Preis erhalten will, soll sich dafür auch anstrengen.»

So zumindest wird es am kommenden Samstag sein, wenn die Ludothek ihr Jubiläum auf dem Georges-Python-Platz beim Albertinum feiert. Der Anlass sei nicht als eine Veranstaltung gedacht, bei der Familien einen ganzen Tag verbringen könnten, erklärt Plancherel. Die Ludothek biete vielmehr kleine Spiele für die Passanten. «Wir möchten, dass Alt und Jung das Spielen wiederentdecken. Und wir versuchen, Menschen, die sich noch nie zuvor gesehen haben, durch das gemeinsame Erlebnis miteinander zu verbinden.»

Auch weitere Anlässe, um die Ludothek wieder bekannter zu machen, sind vorgesehen. So wird die Ludothek wie auch in den letzten Jahren beim Ferienpass mitmachen. Dieses Jahr organisiere die Ludothek mit der Cité St-Justin zusammen ein von der Sängerin Sonia Grimm geleitetes Musikatelier, sagt Palaia. In Planung, aber noch nicht ganz aufgegleist, ist auch eine Beteiligung am Herbstparcours von Hubert Audriaz. Dies hänge auch davon ab, ob sich genügend Freiwillige finden lassen, sagt Marianne Plancherel. Denn neben den Kunden muss die Ludothek auch um die freiwilligen Helfer und die finanziellen Mittel kämpfen.

Hoffnung setzen die Verantwortlichen in den neuen Gemeinderat der Stadt Freiburg. «Unser Traum wäre eine schöne, grosse Ludothek mitten im Stadtzentrum», sagt Claudia Palaia. Denn die etwas versteckte Ludothek im Gebäude der Cité St-Justin fänden viele nicht auf Anhieb, und im Schönberg bemängelten die Kunden immer wieder, dass es im Luftschutzkeller kein Tageslicht gebe. Auch möchte der Verein mehr Anlässe veranstalten. So etwa Besuche in Spitälern oder Spielnachmittage. «Im Moment fehlen uns dazu aber sowohl die finanziellen Mittel als auch die Freiwilligen.»

Zahlen und Fakten

«Die Mutter der Freiburger Ludotheken»

Die Ludothek in der Stadt Freiburg wurde am 2.Juni 1976 von mehreren Freiwilligen gegründet. «Es war die zweite Ludothek im deutschsprachigen Kantonsteil und die erste im französischsprachigen. Sie ist sozusagen die Mutter der Freiburger Ludotheken», sagt Marianne Plancherel, Präsidentin des Vereins der Ludothek Freiburg, den FN. Der erste Standort der Ludothek befand sich in der Juraschule. Diese hatte solchen Erfolg, dass Freiwillige in den 1980er-Jahren zwei weitere Ludotheken im Schönberg und im Vignettaz-Quartier eröffneten. Heute verfügt die Stadt Freiburg nur noch über zwei Ludotheken. An ihrem ursprünglichen Standort ist keine mehr anzutreffen. Die Ludothek «du centre ville» befindet sich an der Romgasse, im Gebäude Nummer 7 der Cité St-Justin. Die des Schönbergs ist im Zivilschutzkeller der Primarschule Heitera untergebracht. Gemeinsam verfügen die beiden Standorte über 1200 Spiele. Wie Plancherel sagt, ist es der Ludothek wichtig, dass die Spiele für alle erschwinglich sind. Die Miete eines Spiels für vier Wochen kostet zwischen zwei und acht Franken.rb

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