Petar Aleksic 03.08.2013

Ein «harter Hund» für Olympic

Petar Aleksic soll bei Freiburg Olympic eine wettkampffähige Mannschaft bilden.Bild Alain Wicht
Olympic hat Petar Aleksic als Nachfolger von Damien Leyrolles engagiert. Der 45-Jährige, der auch Trainer der Schweizer Basketball-Nationalmannschaft ist, hat in Freiburg einen Vertrag für zwei Saisons unterzeichnet.

Nach dem Ausstieg von Hauptsponsor Benetton muss Freiburg Olympic in dieser NLA-Saison kleinere Brötchen backen. So musste der Verein sein Budget um 20 bis 30 Prozent von 1,4 Millionen Franken auf unter eine Million reduzieren. Im Zuge der Sparmassnahmen haben Olympic und der bisherige Trainer Damien Leyrolles den weiterlaufenden Vertrag in gegenseitigem Einverständnis aufgelöst.

«Titel gewinnen»

Gestern nun stellten die Freiburger mit Petar Aleksic ihren neuen Trainer vor. Der 45-Jährige aus Bosnien-Herzegowina kennt das Schweizer Basketball bestens. 1999 kam er als Spieler in die Schweiz und ging für Neuenburg und Nyon je eine Saison auf Punktejagd. 2002 wechselte er ins Trainergeschäft, sammelte erste Erfahrungen bei Leotar Trebinje (Bosnien) und Feldkirch, ehe er 2006 in die Schweiz zurückkehrte. Nach einer Saison in Neuenburg zog es Aleksic zu Alba Berlin (2007–2009), wo er als Assistenztrainer mit dem deutschen Spitzenverein in der Euroleague und im Uleb-Cup antrat. Die letzten beiden Jahre war Aleksic beim BBC Monthey in der NLA engagiert.

«Der Wechsel nach Freiburg ist für mich eine Ehre», sagte Petar Aleksic, der demnächst von Rorschach (SG) in die Saanestadt ziehen wird. «Olympic ist ein Prestigeverein und verfügt über eine gute Infrastruktur. Hier habe ich die Möglichkeit, Titel zu gewinnen. Nicht unbedingt diese Saison, obwohl wir für die eine oder andere Überraschung gut sind. Aber spätestens 2014/15 wird wieder mit uns zu rechnen sein. Der Verein hat eine klare Vision und schaut nach oben, das gefällt mir.»

Neuaufbau mit Jungen

Vorerst soll der neuer Trainer in Freiburg ein neues Team aufbauen. Neben den Amerikanern Ron Yates und Edwin Draughan und den bisherigen Schweizer Spielern Jonathan Kazadi, Ian Savoy und Roberto Kovac sollen vor allem Nachwuchsspieler der Olympic-Akademie zum Zuge kommen. So wie Chris Uliwabo, Arnaud Cotture oder Sebastian Hoch, die den Sprung an die nationale Spitze schaffen wollen. «Wir befinden uns in einem Zwischenjahr, wo es in erster Linie darum geht, die Weichen für die Zukunft zu stellen», so Aleksic.

Als Trainer der Schweizer U20-Nationalmannschaft hat der Bosnier sein Flair für die Arbeit mit Nachwuchstalenten bereits unter Beweis gestellt. Auch bei der Elite-Nationalmannschaft, deren Leitung Aleksic im vergangenen Februar übernommen hat, arbeitet er mit einem relativ jungen Team zusammen. «Wenn wir mit Disziplin und Herz arbeiten, werden wir auch Erfolg haben», ist Aleksic, der den Ruf eines «harten Hundes» innehat und am Spielfeldrand gerne mal laut wird, überzeugt. Eifer, Disziplin, Einsatz, Kämpferherz zeigen–alles Wörter, die Petar Aleksic in Interviews gerne verwendet. «Wir werden täglich mindestens vier bis fünf Stunden hart trainieren müssen, wollen wir mit Olympic etwas erreichen. Wichtig ist aber auch, dass wir in der Mannschaft eine gute und positive Atmosphäre haben. Sonst sind Erfolge nicht möglich.»

Aleksic mit Doppelmandat

In Freiburg wird Petar Aleksic in einem Doppelmandat tätig sein. Neben seiner Funktion als neuer Olympic-Trainer bleibt der Bosnier Coach der A-Nationalmannschaft, mit der er die Teilnahme an der Europameisterschaft 2015 in der Ukraine anstrebt. Es wäre die erste Teilnahme an einer europäischen Endrunde seit 1955. «Bei Swiss Basketball besitze ich einen unbefristeten Vertrag. Ob ich auch nach der EM-Quali-Phase für den Schweizer Verband tätig sein werde, und wenn ja, in welchem Rahmen, steht noch in den Sternen.»

Angst, dass der 45-Jährige wegen seines Doppelmandates seinen Trainerjob in Freiburg nicht voll ausfüllen könnte, hat man bei Olympic nicht. «Weil auch die Schweizer Nationalmannschaft im St. Leonhard trainiert, kann Petar Synergien nutzen», sagt Philippe de Gottrau, seit Mitte Juni Präsident von Freiburg Olympic. «Zudem hat ihm der Verein mit Valentin Wegmann, Alain Dénervaud und Zeki Ayan ein neues technisches Trio an die Seite gestellt, das ihn tatkräftig unterstützt.»

Weitere Unterstützung soll Aleksic demnächst erhalten. Olympic sucht nach wie vor einen Ersatz für Mehdy Mary, der in den vergangenen acht Jahren der Verantwortliche für die Nachwuchsakademie und Assistenztrainer der ersten Mannschaft war.

«Wenn wir mit Disziplin und Herz arbeiten, werden wir auch Erfolg haben.»

Petar Aleksic

Trainer Freiburg Olympic

«Wir befinden uns in einem Zwischenjahr, in dem es darum geht, die Weichen für die Zukunft zu stellen.»

Petar Aleksic

Trainer Freiburg Olympic