Fussball Schweizer Cup 17.09.2012

Gattuso und Co. kamen ins Schwitzen

Den FC Richemond und den FC Sion trennen fünf Ligen. Dennoch haben sich die Walliser gestern im Schweizer Cup gegen den 2.-Ligisten nur mit dem Minimalergebnis von 1:0 durchgesetzt. Richemond konnte dieses Ergebnis vor 3680 Zuschauern im St. Leonhard als Erfolg feiern.

 Dass es für den Oberklassigen im Cup immer heiss werden kann, musste gestern auch der hoch gehandelte FC Sion erfahren. Die zuletzt in der Meisterschaft kriselnden Walliser bekundeten mit dem in der Verteidigung äusserst diszipliniert agierenden Richemond grösste Mühe und musste somit bis zur letzten Sekunde um das Weiterkommen bangen. Zwar hatten die Freiburger nur wenige offensive Glanzpunkte zu setzen, verloren aber auch nach dem Gegentreffer die Übersicht nicht und verdienten sich so den Respekt des verunsicherten Gegners.

Richemond sehr solid

Von Beginn weg waren die Sittener zwar tonangebend, und das Geschehen spielte sich vorab in der Platzhälfte der Gastgeber ab. Doch wirklich gefährlich wurde es vor dem vom jungen Florian Perler bestens gehüteten Tor nur selten. Ein einziges Mal wurde Serey Die auf der linken Angriffsseite etwas vergessen. Prompt enteilte dieser seinem Bewacher Lutanadio und schob das Leder am machtlosen Perler vorbei ins Tor (22.). Wer nun jedoch befürchtete, Richemond würde – wie so oft in Cupspielen mit unterklassigen Teams der Fall – auseinanderfallen, sah sich eines Besseren belehrt. Die Stadtfreiburger spielten abgeklärt weiter und liessen den Stars aus dem Wallis im eigenen Strafraum wenig Raum. Somit blieb es bei der zwar drückenden Feldüberlegenheit der Gäste, wirkliche Torchancen gab es jedoch nur sehr wenige.

 Buljan verpasst Sensation

 Das Gezeigte veränderte sich auch in der zweiten Halbzeit kaum. Richemond verrichtete seine Defensivarbeit nach wie vor mit viel Engagement. Und Weltmeister Gennaro Gattuso holte sich zwar die Bälle oft im eigenen Strafraum, ohne jedoch auch nur ein einziges Mal sein Können auch nur ansatzweise anzudeuten. Er ging den Zweikämpfen konsequent aus dem Weg. Nach knapp einer Stunde ging ein Raunen durchs Stadion, als nach einem tollen Angriff der Einheimischen und einer mustergültigen Flanke Da Silvas plötzlich Buljan an der entfernten Torecke frei stand, den Ball aber knapp neben das Tor setzte. In der Folge schaukelten die Gäste den knappen Erfolg über die Zeit, prüften noch ab und zu die Reflexe von Richemond-Hüter Perler, der sich jedoch wie seine Vorderleute nicht aus der Ruhe bringen liess.

 

 

 

 

Telegramm

Richemond - Sion 0:1 (0:1)

Reaktionen: «Das Leben schwer gemacht»

Unter den Voraussetzungen, mit denen die Teams in die Partie gestartet waren, ist nicht verwunderlich, dass nach der Partie der Trainer der Verlierermannschaft zufriedener war als derjenige des Siegerteams.

Joao Nogueira (Trainer Richemond) strahlte: «Das 0:1 dürfen wir sicherlich als grossen Erfolg werten. Natürlich hatte Sion mehr vom Spiel, aber wir verrichteten unsere Aufgabe bis zuletzt voll konzentriert. Das 1:1 wäre natürlich noch das Tüpfchen auf dem i gewesen, aber wir können auch so stolz sein. In der Pause sagte ich meinen Spielern, dass sie ihre Konzentration nicht verlieren dürfen. Alle haben das perfekt umgesetzt. Einige meiner Spieler sind heute sicherlich noch über sich hinaus gewachsen.»

Michel Decastel (Trainer Sion) war indes wohl nur froh, dass die Partie vorbei war: «Schlussendlich bin ich froh, uns für die nächste Runde qualifiziert zu haben. Insgesamt hatten wir in der Defensive kaum Probleme. Vorne aber sündigten wir zum Teil sträflich. Insbesondere im gegnerischen Strafraum machten wir fast immer noch einen falschen Schritt oder Pass. Richemond hat uns aber auch das Leben schwer gemacht und ein Optimum herausgeholt. Mir bleibt in meinem Team noch einiges an Arbeit in den nächsten Wochen.» mr