27. Geländelauf von Rechthalten 30.10.2012

375 Läufer trotzen dem Schneegestöber

Der Düdinger Jari Piller (l.) gewann vor seinen Trainingskollegen Andreas Kempf (M.) und Laurent Schaller (r.).Bild Aldo Ellena
Regula Zahno und Jari Piller haben den 27. Geländelauf von Rechthalten gewonnen. Angesichts der tiefwinterlichen Bedingungen mit knietiefen Schneewehen durften sich alle der 375 Teilnehmenden als Sieger fühlen.

«Das war wie ein Weihnachtslauf und ein Crosslauf in einem», beschrieb einer der Läufer den 27. Geländelauf von Rechthalten. Damit brachte er es auf den Punkt. In der Tat prägte der frühe Wintereinbruch den Lauf. So verbrachten OK-Präsident Elmar Zahno und Streckenchef Patrick Piller die Nacht auf Sonntag schlaflos, weil der anhaltende Schneefall ungemütliche äussere Bedingungen ankündigte. «Ich bin am Sonntag früh mit dem Gedanken der Absage zur Turnhalle gekommen», sagte Zahno. Schliesslich entschieden sich die Verantwortlichen doch zur Durchführung. Richtigerweise, wie die 375 teilnehmenden Läuferinnen und Läufer belegen.

Abgeänderte und verkürzte Strecke

Allerdings bedeutete dies für die Organisatoren viel Zusatzarbeit, denn der Streckenteil über die Guglera und durchs Moosholz zwischen Kilometer fünf und acht musste wegen des schwierigen Geländes gestrichen werden. Dafür kam eine Schlaufe im Farnerawald hinzu, so dass die gesamte Strecke des Rechthaltenlaufs schliesslich nur neun statt elf Kilometer mass.

Trotz alles kurzfristigen Umdisponierens blieb es ein Lauf, an den sich alle–Läufer und Helfer–noch in ferner Zukunft erinnern werden: Anhaltendes Schneegestöber und zum Teil knietiefe Schneewehen machten den Geländelauf zu einer echten Herausforderung. Da erschienen die Tagessiege von Regula Zahno (TSV Rechthalten) und Jari Piller (TSV Düdingen) sowie der Freiburger Cup, der mit diesem Lauf abgeschlossen wurde, plötzlich nebensächlich. Insbesondere für die Kinder brauchte der Start doch etliches an Überwindung. Doch dass allein in der Kategorie bis sieben Jahre fast 30 Kinder die 250 Meter liefen, spricht für sich.

14. Sieg für Regula Zahno

Die Einheimische Regula Zahno gewann den Rechthaltner Geländelauf zum nunmehr 14. Mal. Ihr erster Sieg datiert aus dem Jahr 1993. Obwohl sie ja das Oberlandklima, wo der Winter in der Regel früher einzieht und länger dauert, gewöhnt ist, war der Lauf auch für sie speziell: «Es war happig. Vor Tagen noch die warmen Temperaturen und trocken, und nun dieser Wintereinbruch. Ich musste gegen mich selber den Kopf durchsetzen.» Die zweitklassierte Sabine Conca auf Pfauen sah es von der technischen Seite: «Man hätte fast gar Nagelschuhe gebraucht. Aber das wäre ja nicht gegangen, weil es auch Streckenteile auf dem Asphalt hatte.»

Zum zweiten Mal in Folge konnte Jari Piller in Rechthalten gewinnen. Er setzte sich gegen seine Trainingsfreunde Andreas Kempf und Laurent Schaller vom TSV Düdingen durch. Piller setzte sich bei Kilometer sieben in einer Steigung ab. Die drei Spitzenathleten hatten diese abgeänderte Streckenführung auf den letzten drei Kilometern im Einlaufen besichtigt. Für Jari Piller, der in Bürglen wohnt, war dieser Sieg auch abgesehen von den Bedingungen wichtig: «Ich habe diese Saison fast keine Rennen bestreiten können. Ich hatte Atemprobleme. Man hat nicht herausgefunden, was das Problem war, aber jetzt bin ich wieder gesund»–was er mit seinem Sieg belegen konnte.

«Man hätte fast gar Nagelschuhe gebraucht.»

Sabine Conca

Zweitplatzierte des Rechthaltenlaufs

 

Premiere: 53 Läufer absolvieren den Slowrun

B eim diesjährigen Geländelauf von Rechthalten konnten die Organisatoren eine Premiere feiern. Erstmals in der 27-jährigen Geschichte des Laufs wurde die Kategorie Slowrun durchgeführt.

«Wir laufen Kilos weg»

Über 5,1 Kilometer liefen hier solche Läuferinnen und Läufer, für die das Tempo und die erzielte Schlusszeit absolut nebensächlich waren, dafür aber das Mitmachen umso wichtiger war. Die Idee für diese Kategorie gab Beat Fasnacht vom Institut Guglera, wo er Jugendliche betreut, die unter Adipositas leiden. Es handelt sich dabei um eine Gesundheitsstörung, bei der die betroffenen Personen zu viel Fettgewebe besitzen. Nicht weniger als 53 Teilnehmende – von der Krankheit Betroffene sowie Betreuer und Angehörige – gingen beim ersten Slowrun an den Start: «Ziel ist es, dass nächstes Jahr jeder der 53 Teilnehmenden jemanden motiviert, auch mitzumachen», hielt Beat Fasnacht nach der Premiere fest.

Unter dem Motto «Wir laufen Kilos weg» wurde dieses Jahr der «Adis Cup» durchgeführt. So haben Adipositas-Betroffene heuer bereits am Kerzerslauf, am Heitenriederlauf und am Murtenlauf teilgenommen. bi