Gottéron-Blog 20.12.2018

Dominic T. (43), ursprünglich Zürcher, jetzt wohnhaft in Biel 

Ich bin Gottéron-Fan gefühlt seit 1990; typischerweise seit der Ankunft von Bykow/Chomutow. Als ehemaliger Arosa-Anhänger war ich nach dem freiwilligen Abstieg der Bündner damals gewissermassen heimatlos und entsprechend empfänglich für Charme-Offensiven russischer Künstler. Die Romandie hatte mich schon immer fasziniert, und definitiv in Leib, Geist und Seele übergegangen ist mir die Saanestadt während meines Studiums an der Uni Freiburg ab 1995. Meine «Spielerkarriere» liess ich damals beim HC Sarine und zuletzt bei Schwarzenburg ausklingen. 

Als geborener Zürcher hatte ich als Sportfan immer dieses Gefühl, es sei völlig uncool, Fan der Mannschaft aus der eigenen Stadt zu sein. Dies deshalb, weil Zürich die grösste und finanzstärkste Stadt der Schweiz ist und dementsprechend zumindest auf dem Papier dazu verdammt ist, eigentlich immer alle Meisterschaften gewinnen zu müssen. Konsequenterweise war der ZSC nie wirklich eine Option. Spätestens als daraus die Lions entstanden, alimentiert von Millionen eines Herrn mit recht markantem politischem Background, war dieser Club für mich definitiv ein No-Go.   

Ich hatte also ein Flair für die kleinen, ehrlichen Mannschaften mit Herz und Charme. Dazu passt Freiburg perfekt, auch wenn das Budget unterdessen nicht mehr so klein ist. Unbewusst finde ich es vielleicht auch einfach bequem, Gottéron-Fan zu sein: Wenn sie eine tolle Saison spielen und vorne dabei sind, tant mieux. Wenn sie nicht bis ins Finale kommen, dann ist das nicht so schlimm, weil wir ja sowieso noch nie etwas gewonnen haben. Daneben lockt halt jedes Jahr die Aussicht, eben diesen ersten (und einzigen?) Titel live miterleben zu dürfen.

An die Spiele gehe ich nicht regelmässig. Zwei- bis dreimal pro Saison in den famosen Secteur H im St. Leonhard (Sorry, den Namen kann ich mir nicht abgewöhnen) und an ein paar Auswärtsspiele in Biel oder auch mal im Tessin. Bei Ambri - Gottéron bin ich hin- und hergerissen, weil mir die «Montanara» genauso Hühnerhaut bereitet wie das «Lyoba». 

Ich mag offenbar die innere Zerrissenheit, das Hin- und Her zwischen den Mentalitäten und den Sprachen. Oft versuche ich mich auch als Brückenbauer. Deshalb habe ich mich nach Freiburg auch in Biel niedergelassen, der anderen zweisprachigen Stadt. Die haben halt einen See. Der fehlt in Freiburg.  

Allez Gottéron, auf dass Ihr nie ganz gross werdet! 

PS: Bitte, bitte, bitte seht zu, dass das Licht im neuen Stadion so schummrig bleibt wie im alten. Die Beleuchtung in der Arena in Biel ist nämlich so grell, dass man sich immer so vorkommt, als krieche man nach durchzechter Nacht im grellen Morgenlicht aus dem Club. Weshalb müssen Zuschauerränge grell beleuchtet sein? Der Stimmung hilft es auf jeden Fall nicht...