Gottéron-Blog 20.12.2018

Erich Scherer (38), Dübendorf ZH

Meine Gottéron-Story beginnt anfangs 90er-Jahre. In meiner Primarschulklasse im Zürcher Oberland ist die eine Hälfte der Schüler Fan des EHC Kloten, die andere Hälfte von Freiburg-Gottéron. So sehe ich denn mein erstes Live-Hockeyspiel dieser beiden dominierenden Teams der damaligen Zeit im alten Schluefweg. Da ich Kloten doof finde, beschliesse ich für Freiburg zu sein. Das russische Zauberhockey von Bykow und Chomutow gefällt mir sehr. Ich wünsche mir von meinem Götti zum Geburtstag, dass er mit mir an ein Spiel nach Freiburg fährt. 1993 betrete ich zum ersten Mal das St. Leonhard, Gottéron schlägt Lausanne im ausverkauften Stadion mit 6:1, ich bin begeistert.

Für die Oberstufe wechsle ich an die Kantonsschule Wetzikon ZH, wo ich weitere Gottéron-Fans kennenlerne. Einige kommen jeweils sogar im Gottéron-Trikot zur Schule. Die Stadt Freiburg ist für uns sehr weit entfernt, aber zumindest die Auswärtsspiele unserer Lieblinge in Zürich, Kloten und Rapperswil beginne wir zu besuchen. In der S-Bahn wie auch im Gästeblock an diesen Partien treffe ich auf zahlreiche weitere Freiburger Fans, die aus meiner Region stammen. Ich stelle erfreut fest, dass es in fast jedem Dorf im Kanton Zürich Leute mit Gottéron-Herz gibt. 

Schliesslich erfahre ich von einem Gottéron-Fanclub im Raum Zürich und melde mich an. Mit den «Les Choeurs de Gottéron» fahre ich nun öfters nach Freiburg und auch an entferntere Auswärtsspiele wie Chur, La Chaux-de-Fonds oder Herisau. Bald bin ich im Vorstand des Fanclubs und organisiere unzählige Car- und Minibus-Fahrten an die Heim- und Auswärtsspiele von Gottéron. Während vieler Jahre betreiben wir eine Fanclub-Homepage, auf der wir nach jedem Spieltag von Gottéron einen eigenen Matchbericht publizieren. In manchen Saisons bin ich bei über 40 HCFG-Spielen live vor Ort im Stadion und kenne nun zahlreiche Gottéron-Fans aus der ganzen Schweiz, von Fribourg über Uri und Thurgau bis nach Graubünden. Die enorme Leidenschaft und Verbundenheit dieser unterschiedlichsten Fans in unserer buntgemischten Fankurve machen für mich einen grossen Teil der Faszination Freiburg-Gottéron aus. 

Mittlerweile besitze ich seit rund 20 Jahren ein Stehplatzabo im Sektor E unserer altehrwürdigen Patinoire. Viele meiner Kollegen haben inzwischen eine Familie und einen anspruchsvollen Job, da reicht die Zeit nicht mehr, um regelmässig nach Freiburg zu fahren. Zudem hat der Verkehr auf der Autobahn A1 seit der Jahrtausendwende extrem zugenommen, die Fahrten an die Gottéron-Spiele erfordern oft sehr viel Geduld. So sind wir heutzutage als deutlich kleinere Gruppe unterwegs. Aber an Auswärtsspielen im Raum Zürich sind nach wie vor viele Zürcher Kolleginnen und Kollegen im Stadion, deren Herz noch immer für Gottéron schlägt. Bei mir ist die Leidenschaft für Gottéron ungebrochen, ich habe in der laufenden Saison erst zwei Heimspiele verpasst. Meine Hoffnung stirbt nie, irgendwann zu Lebzeiten den ersten Meistertitel von Gottéron feiern zu können!