Gottéron-Blog 20.12.2018

Sandro Knöpfel (34), Zürich 

Während meiner Primarschulzeit, Anfang der Neunziger, erlebte das Schweizer Eishockey dank grossartiger Spieler – von denen heute viele Kultstatus haben – einen für mich gefühlten medialen Höhenflug. Über die Qualifikationsspiele las man in der Zeitung, die Playoffspiele schaute man im TV und die Liveresultate verfolgte man vor dem Teletext. Als in die 4. bis 6. Klasse ging, konnte ich mit meinen Kollegen jede Saison um den Meistertitel buhlen. Als einer der wenigen Gottéron-Fans im Zürich Oberland musste ich zum Schluss aber leider immer den anderen gratulieren. Naja, so ist der Sport und es folgten auch einige unerfreulichere, zeitweise gar schmerzhafte Jahre in den Playouts.

Aber wie kam es dazu, dass ein Junge, dessen Vater und Schwester ZSC-Fans sind und dessen Bündner Mutter den HC Davos unterstützt, dem HC Freiburg Gottéron sein Herz schenkt? Die Antwort ist einfach: die Liebe zum Spiel. Eishockey hat mich fasziniert und trotz fehlendem Meistertitel konnte mir keine andere Mannschaft ein solch tolles Eishockey bieten. Die Eleganz, der Spielwitz, die traumhaften Kombinationen, die Spielzüge und im allgemeinen die Spielintelligenz, die diese Mannschaft an den Tag legte, waren der Auslöser. Natürlich hat diese Zeit viele Legenden hervorgebracht und geniale Spieler fand man in mehreren Teams. Jedoch waren es unsere Helden Bykow, Chomutow, Stecher, Rottaris, Descloux, Cadieux und Schaller, die eine Einheit bildeten und das Publikum begeistern konnten. Wie war das toll, ihnen zuzuschauen, auch wenn es nur vor dem Fernseher war. Diese Spieler haben mich letztlich zum aktiven Eishockey getrieben und stets motiviert weiterzumachen. Auch wenn ich in meiner Jugendzeit wegen eigener Trainings und Spiele oftmals Gottéron nicht live mitverfolgen konnte, so blieb der Verein immer ein wichtiger Bestandteil in meinem Leben.

Gottéron hat etwas Charismatisches, das ich bei keinem anderen Klub finde. Egal wie die Tabellenlage ist, ich spüre eine Liebe zum Spiel. Wenn sich der Fernsehmoderator bei einer Live-Schaltung den Weg durch die verwinkelten Ecken der Patinoire St. Leonhard bahnt, verspürt man etwas Besonderes, eine Leidenschaft wird ausgestrahlt. Speziell ist auch, dass immer wieder irgendwo auf Gottéron-Fans treffe, sei dies im privaten oder im geschäftlichen Rahmen. Die Sympathie mit den Drachen ist schweizweit gestreut und es sind auch immer angenehme Zeitgenossen, bei denen man sich „zu Hause fühlt“.

Heute verfolge ich die Spiele, wann immer möglich, im Fernsehen. Spielt Gottéron in der Region, dann versuche ich vor Ort zu sein. Eine Reise nach Freiburg im 2019 ist in Planung und ich freue mich auf einen erfolgreichen Saisonabschluss! 

Ici c'est Fribourg!