Archiv 14.10.2011

Mehr Derbys und mehr Spannung

Drei Deutschfreiburger Teams starten am Wochenende in die neue1.-Liga-Volleyballsaison. Dabei haben der TSV Düdingen II, der TSV Rechthalten und der VBC Schmitten eines gemeinsam: Sie alle machen einen Neustart.

Autor: Michel Spicher/Anna Binz

Für die Deutschfreiburger Volleyball-Fans gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte: Nach dem Aufstieg des VBC Freiburg in die NLB sind dieses Jahr nur noch drei Frauenteams in der 1. Liga vertreten. Aber weil heuer der TSV Düdingen II, der TSV Rechthalten und der VBC Schmitten in der gleichen Gruppe eingeteilt sind, werden die Volleyball-Anhänger vermehrt in den Genuss von Freiburger Derbys kommen – das ist die gute Nachricht.

Starke Berner Gruppe

Wobei die gute Neuigkeit auch etwas Schlechtes an sich hat, denn die drei Sensler Teams wurden der Berner Gruppe (Gruppe B) zugeteilt. Diese war in den vergangenen Jahren erfahrungsgemäss stärker als die Westschweizer Gruppe A. Und dies dürfte auch in der Saison 2011/12 der Fall sein: Mit Köniz II, Solothurn und Schönenwerd fungieren gleich drei NLB-Absteiger neu in der Berner Gruppe, während die 2.-Liga-Aufsteiger alle der Gruppe A zugeteilt wurden. Das Niveau der B-Gruppe dürfte deshalb hoch sein, der Konkurrenzkampf noch grösser als eh schon.

Diese schlechte Nachricht hat wiederum auch eine gute Seite, zumindest für die Zuschauer. Denn diese dürften ab heute in den Genuss von besonders spannenden Volleyball-Spielen kommen.

VBC Schmitten: Eine neue Ära

Das Team von Schmitten hatte sich über das letzte Jahrzehnt immer wieder etwas verwandelt. Neue Spielerinnen kamen dazu, alte verliessen das Team, man schaffte den Aufstieg in die erste Liga und so weiter. Eine konstante Grösse hatte Schmitten jedoch in den letzten zehn Jahren: Trainer Werner Augsburger. Da Augsburger das Team aus beruflichen Gründen verlassen musste, werden die Schmittnerinnen in dieser Saison zum ersten Mal mit einem neuen Trainer antreten. Jürg Wüthrich, ehemaliger Headcoach des NLA-Teams von Düdingen, wird diese Aufgabe übernehmen. Mit neuen Taktiken, neuen Trainings und einer neuen Art zu coachen bringt der Burgdorfer frischen Wind in das Team.

Doch auch die beiden vom TSV Düdingen abgewanderten Spielerinnen Sarah Vonlanthen aus der 1. Liga und Stefanie Buschor aus der NLA werden die Schmittnerinnen in der bevorstehenden Saison mit neuer Power unterstützen. Ausserdem konnte Schmitten mit Talina Rostetter (Kerzers) sowie Ramona Marko (Schmitten) und Anne-Sophie Perler (Schmitten) drei talentierte Juniorinnen halten.

Minimalziel der Schmittnerinnen ist laut Trainer Wüthrich der sechste Rang. Wenn das Team jedoch ohne Verletzungen durchkommt und beim Zusammenspiel weitere Fortschritte macht, sollte auch Platz vier im Bereich des Möglichen liegen. Einen ersten Härtetest muss der VBC Schmitten bereits am Samstag bestehen. Dann tritt er beim ersten Meisterschaftsspiel beim NLB-Absteiger Schönenwerd an.

TSV Düdingen: Junges Team als NLA-Sprungbrett

Das Düdinger Team wurde gegenüber der letzten Saison noch einmal etwas verjüngt. Lag das Durchschnittsalter im Vorjahr bei 19 Jahren, liegt es heuer nur noch bei 18,5 Jahren. Die jüngste Spielerin im Team des letztjährigen 1.-Liga-Debütanten zählt zarte 15 Lenze. Nur drei Spielerinnen aus dem Vorjahresteam gehen auch diese Saison wieder mit Düdingen auf Punktejagd. Trotzdem zeigt sich Trainer Roland Schneuwly für die neue Meisterschaft mit neuem Team zuversichtlich. «Unser Saisonziel ist der 6. Platz. Dies wollen wir vor allem mit viel Einsatz und Spielfreude erreichen und dadurch die fehlende Erfahrung wettmachen.»

Das sportliche Ziel ist das eine; neben dem Düdinger NLA-Team hat das «Zwö» aber auch eine andere Aufgabe zu erfüllen. «Unser Ziel ist es, junge Spielerinnen aus der näheren Umgebung in einem Team zusammenzufassen und sie in den kommenden Jahren auf die Nationalliga A vorzubereiten», sagt Roland Schneuwly. So trainieren Emilija Damjanovic und Julia Dietrich auch mit dem Sensler Fanionteam mit. Angela Zürcher gehört ebenfalls der Talent School Freiburg an, und auch sonst trainieren fast alle Spielerinnen mit einer zweiten Mannschaft mit, sei es bei den Juniorinnen oder in der 2. Liga.

TSV Rechthalten: Wie geht es weiter?

Wie geht es weiter mit dem Damenteam in der 1. Liga? Diese Frage bereitete dem TSV Rechthalten in der Sommerpause einiges Kopfzerbrechen. Weil das Team einige Abgänge von routinierten Spielerinnen verkraften musste, überlegte der Verein, ob er das Team aus der 1. Liga zurückziehen, mit eigenen Juniorenspielerinnen ergänzen und eine Liga tiefer antreten lassen wollte. «Mit Nathalie Jungo, Nadia Schmutz, Martina Jakob und Lyudmila Mincheva konnten wir schliesslich vier neue, erfahrene Spielerinnen verpflichten», so Rechthalten-Trainerin Claudia Laciga. «Deshalb haben wir uns entschieden, weiter in der 1. Liga zu bleiben.»

Trotz der vier Neuverpflichtungen ist das Kader eher knapp bemessen. Neun Spielerinnen bilden das Team, darunter fünf Juniorinnen im Alter zwischen 14 und 19. Zudem ist Mincheva, die während vieler Jahre beim VBC Freiburg in der NLB Erfahrung gesammelt hat, momentan verletzt und wird frühestens in der Rückrunde zum Einsatz kommen. Auch Spielertrainerin Laciga verpasste im Vorjahr wegen Knieproblemen mehrere Partien. «Weitere Ausfälle könnten wir kaum verkraften, Passeuse haben wir zum Beispiel nur eine», so Laciga. Trotzdem sieht die Trainerin in einem schmalen Kader durchaus auch Vorteile: «So kommen alle Teammitglieder zum Einsatz. Spielerinnen, die enttäuscht sind, weil sie immer zuschauen müssen, sind schlecht für die Stimmung.» Nicht zuletzt dank der herrschenden Harmonie im Team wollen es die Rechthaltnerinnen in die Top 6 schaffen.

1. Liga

Die Kader der Deutschfreiburger

TSV Düdingen II

Murielle Aebischer, Nicole Bieri, Emilija Damjanovic (neu, Biel), Steffi Dellsberger (neu, Köniz), Julia Dietrich (neu, Rechthalten), Anne-Sophie Krattinger (neu, Junioren), Lucia Schneuwly (neu, Schmitten), Julie Schwaller, Sara Unternährer (neu, Biel), Angela Zürcher (neu, Murten). – Trainer: Roland Schneuwly, Ueli Hadorn (neu).

TSV Rechthalten

Vanessa Brügger (neu, Junioren), Marina Jakob (neu, Murten), Marion Falk, Nathalie Jungo (neu, Schmitten), Claudia Laciga, Lara Luzzi, Lyudmila Mincheva (neu), Maria Neuhaus, Nadia Schmutz (neu, Schmitten). – Trainerin: Claudia Laciga.

VBC Schmitten

Anna Binz, Stefanie Buschor (neu, Düdingen), Jeannine Engel, Dominique Fasel, Mélanie Golliard, Karin Jerney, Ramona Marko (neu, Schmitten), Anne-Sophie Perler (neu, Schmitten), Talina Rostetter (neu, Kerzers), Michelle Schneuwly (neu, Junioren), Sarah Vonlanthen (neu, Junioren), Stefanie Zahno, Lea Zurwerra. – Trainer: Jürg Wüthrich (neu), Pascal Brülhart.

1. Runde. Samstag:Köniz II - Düdingen II 18.00. Schönenwerd - Schmitten 15.00.Sonntag:Rechthalten - Muri Bern 15.00.

Gibt für Schmitten weiter alles: Jeannine Engel.Bild Corinne Aeberhard/a