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Sprachgrenze symbolisch überwunden

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Autor: Nicole Anliker

«Ich komme gleich, ich warte nur noch kurz auf meine Saucisse», ruft eine ältere Dame vor dem sonnengelben Cardinal-Zelt ihrer Freundin zu. Das ist «Bilinguisme» wie er leibt und lebt: In einem Satz werden Deutsch und Französisch gleichzeitig gesprochen. «Eine Tendenz, die sich unter den Jugendlichen immer mehr verbreitet», stellt ein Freiburger Politiker an der Podiumsdiskussion fest. Diese Zweisprachigkeit und die Sprachenvielfalt der Schweiz sollen im Rahmen der Veranstaltung in legerem Ambiente gefördert werden. Holzbänke und Tische laden zum Verweilen ein, sieben Bands sorgen für die musikalische Untermalung, Slam-Poeten für die Unterhaltung und zweisprachige Organisationen präsentieren sich und ihre Aktivitäten an Infoständen.

Generationenfrage

«Der Röstigraben ist eine Legende», beteuert ein grauhaariger Mann energisch. Es sei alles nur eine Frage der Sprache; wenn die geklärt sei, gäbe es keinen Graben mehr. «Im Kanton Freiburg fliessen die Elemente einer Kultur in die der anderen über. Klar sind die Deutschschweizer etwas strukturierter und strenger, während die Frankophonen etwas mehr ‹laissez-faire› sind – die goldene Mitte ist das Richtige.» Dafür müsse man offen miteinander reden und nicht denken, der eine wolle den anderen unterdrücken. «Das ist auch eine Generationenfrage», meint ein älterer Herr nachdenklich. «Unsere Jungen sind weltoffen, die Grenzen, die heute noch existieren, werden verschwinden.»

Poetry Slam als Beitrag zur Zweisprachigkeit

Wie es geht, als jüngere Generation Grenzen zu sprengen, hat Renato Kaiser bereits vorgemacht. Der Ostschweizer, der in Freiburg studiert, ist Slam-Poet. Anders als seine Kollegen dichtet er jedoch nicht nur in seiner Muttersprache Deutsch, sondern auf Französisch und trägt die Poesien mit einem charmanten schweizerdeutschen Akzent vor. Damit begeisterte er am «Rendez-vous Bilingue» auch die älteren Semester. «Ich bin der Berührungspunkt zwischen der frankophonen und der deutschen Poetry-Slam-Szene.» Da die beiden Szenen kaum voneinander wüssten, organisiere er zweimal jährlich einen zweisprachigen Slam im Centre Fries. Ein Beitrag zur Zweisprachigkeit? «Da das Publikum mehrheitlich deutschsprechend ist, haben diese Slams schon einen erzieherischen Aspekt: Die Anwesenden müssen dann einfach den frankophonen Poeten auch zuhören», sagt Kaiser schmunzelnd. Das sonnige Wetter, das vielfältige Programm und der Bratwurstduft locken viele Passanten auf den Pythonplatz. Sie hören sich die Live-Musik an und füllen den Fragebogen der Fachschaft Pluriling aus. Die Auswertung von deren Umfrage zeigt, dass eine Mehrheit der Anwesenden Französisch spricht. «Das überrascht nicht», meint ein Fachschaftmitglied, «90 Prozent der Besucher kommen aus der Stadt und da wird überwiegend Französisch gesprochen.» Andere Besucher nehmen gezielt am Anlass teil: «Ich komme aus Neugier hier her und weil ich selber zweisprachig bin», meint ein Herr im Pensionsalter und beisst genüsslich in seine Bratwurst. Ob er sie auch «Saucisse» nennt, bleibt offen. Aber klar ist: Schmecken tut sie ihm.

Auf dem Pythonplatz drehte sich am Samstag alles um das Thema Zweisprachigkeit.Bild Corinne Aeberhard

Bilanz: Organisatoren sind mit der zweiten Ausgabe zufrieden

Die zweite Ausgabe des «Rendez-vous Bilingue» stimmte die Organisatoren sehr zufrieden. Es strömten doppelt bis dreifach so viele Besucher auf den Pythonplatz wie bei der letzten Ausgabe im Jahr 2009. Gemäss Co-Organisator Bernhard Altermatt sei das nicht zuletzt auch auf das gute Wetter zurückzuführen. Auch doppelt so viele Bands sind bei der diesjährigen Ausgabe aufgetreten und haben lauter positive Rückmeldungen hervorgerufen.

Sehr zufrieden zeigt sich Altermatt ebenfalls mit dem Verlauf der Podiumsdiskussion mit vier Politikern aus Bern und Freiburg. «Ich hoffe einfach, dass nun auch umgesetzt wird, was versprochen wurde.»

Auf die Frage, ob das «Rendez-vous Bilingue» ein weiteres Mal durchgeführt werde, nickt Altermatt begeistert: «Ja sicher, in zwei Jahren treffen wir uns wieder hier.»

Das Hauptziel der Organisatoren wurde erreicht: Menschen mit verschiedenen Hintergründen und Sprachen sassen beim Apéro gemeinsam beisammen, staunten ob den Musikern und Slamern und liessen sich von der gemütlichen Atmosphäre treiben.an

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