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St. Antoni – … das am Fuss der «Spitzla» …

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St. Antoni – … das am Fuss der «Spitzla» …

Sommerserie Berggasthäuser*: Auf Stippvisite in der Brecca

Mächtige Bergahorne prägen die so genannte Urlandschaft Brecca. Mittendrin liegen privilegiert am Fuss der Spitzfluh die Alp und das Berggasthaus St.-Antoni-Brecca (1400 m ü. M.).

Von MARCEL WAEBER

«Der Breccaschlund ist eines unserer schönsten Alpentäler», heisst es in der neusten Broschüre von «Schwarzsee plus». Bloss Prospektwahrheit, oder Realität? Nun, der Verkehrsdirektor (pardon: Tourismus-Direktor) des Schwarzseetales wird bei einer Überprüfung in keinen Argumentationsnotstand geraten. Die Fortsetzung in der Reihe der Plusfaktoren folgt nämlich sofort: «Spüren Sie hier die Kraft der Natur!» Ob alle Bergtouristen im Vorbeigehen oder auf einer Rast die Wirkung erleben, muss offen bleiben.

Die Hirtefamilie Armin und Bernadette Rumo sowie ihre drei Kinder Karin (16), Sonja (14) und Florian (9) jedenfalls haben die Ur-Kraft noch in den Ohren, zumal der «Chlapf» erst ein paar Tage zurückliegt. Ein (kalter) Blitz «verirrte» sich frühmorgens in die Wohnstube, zerstörte Radio und Telefon und legte draussen die Wasserleitung lahm. Ein faustgrosser Stein landete auf dem Dach der «Garten-Buvette». Das war Ur-Kraft pur, doch kam niemand zu Schaden.

Ohne sichtbaren Schock

Die Sorge von Armin Rumo galt in der Folge den anvertrauten Tieren, vor allem den rund 100 Gusti, den 100 Schafen, den 3 Milchkühen (reine Simmentaler) und den 3 Pferden, darunter ein Filli vom März. Der zweijährige Zuchtmuni, der nur nachts auf die Weide gelassen wird (wegen den Wanderern), wie auch die 14 Saanegeissen und der Zuchtbock hatten die Attacke aus den Gewitterwolken ohne sichtbaren Schock überstanden. Auch im kleinen Stall von Sonja, welche für 21 Kaninchen verantwortlich ist, bewegte sich alles wie eh und je. «Man darf sich gar nicht vorstellen, was wäre, wenn uns ein warmer Blitz getroffen hätte», sagte Armin Rumo.

Immer weniger Rinder

Seit 1982 geht der aus St. Silvester stammende Kranzschwinger mit Schafen in den Breccaschlund, vor acht Jahren wählte ihn die Alpgenossenschaft St. Antoni zum verantwortlichen Hirten. Und seit 1998 präsidiert er den «Hirtenverband Sense-Oberland, Talschaft Jaun», wie die Vereinigung offiziell heisst. Die Diskussionen an den Zusammenkünften drehen sich gegenwärtig in zunehmendem Masse um den Fortbestand der Alpen und die Existenzsicherung der Hirten(-Familien). Der Teufelskreis beginnt mit der Verminderung der Zahl der Bauernhöfe, mit der Zusammenlegung und Vergrösserung der Betriebe im Unterland und in der Konsequenz mit der Abnahme der Bestossungen durch Rinder. Hirtepräsident Rumo sieht vor allem die «kleinen Berge» gefährdet. Einige Staafeln sind zu klein, um überleben zu können, es werde auch hier zu Zusammenlegungen kommen, glaubt er. Eine Entwicklung – allerdings erst als Tendenz – sei die Bestossung der Alpen durch Milchkühe, «denen das Kontingent mitgegeben werden kann». Allerdings sind in diesem Zusammenhang beträchtliche Investitionen (Melkmaschine, Kühlaggregat, Zufahrtswege etc.) erforderlich.

Fehlende Winter-Arbeit

Ein anderes Problem stellt die Arbeit im Winter dar, vor allem, wenn im Tal kein eigener Betrieb vorhanden ist. Ein echter Verlust sei die Einstellung des Skiliftbetriebs am Schwyberg, sagte Armin. «Dort hatten sechs bis sieben Hirten im Winter ein Auskommen gefunden.» Zurückgegangen sei generell auch der Holzschlag; dieser bildete traditionell die Winterbeschäftigung der Hirten. Nicht ganz geklärt ist, weshalb die Hirten für die Wintermonate keine Arbeitslosenentschädigung beantragen können. Als Hirtenpräsident der Region will sich Armin Rumo mit den verantwortlichen Stellen noch in Verbindung setzen, «wenn das Gröbste vorbei ist».

Mehr Touristen

Stark gefordert ist zurzeit auch seine Frau Bernadette, die für die Buvette verantwortlich ist. Eingeschlagen hat das Angebot von Schwarzsee plus mit dem Label «Urlandschaft Brecca». Dieses beinhaltet eine Sesselbahnfahrt auf die Riggisalp, eine Übernachtung in der Alphütte mit Nacht- und Morgenessen und kostet pro Person 45 Franken, Familien ab 169 Franken. «Wir konnten auf der St.-Antoni-Brecca dank diesem Angebot schon zahlreiche Touristen willkommen heissen», erzählt Bernadette. Gefallen finden die Kinder besonders an den (Streichel-)Tieren. Die Erwachsenen schätzen die Wandermöglichkeiten und die Besteigung der umliegenden Gipfel sowie die Übergänge in die benachbarten Täler. Insgesamt können auf der 1400 m ü. M. gelegenen Alp 20 Personen im Massenlager übernachten.

Gefragte «Mutschli»

Auf der St.-Antoni-Brecca geht niemand hungrig vom Tisch. Die traditionellen Freiburger Gerichte stehen bei den Passanten zuoberst auf der Bestellliste, wobei die Bratwurst das bevorzugte Gericht darstellt. Für angemeldete Gruppen gibt es eine Karte mit einem erweiterten Angebot. Reissenden Absatz finden die «Mutschli», Geisskäse, wie er eben nur auf der St.- Antoni-Brecca zu kosten ist.

Der Höhepunkt des Jahres ist jeweils der dritte Sonntag im September. Am Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag vereinigen sich um das Kreuz bei der Abzweigung in Richtung Marbach-Brecca/Cerniets jeweils tausend und mehr Personen. «Die Organisation liegt in unseren Händen und bringt viel Arbeit, doch wir leisten sie gerne», sagt Armin. Die Freude der Teilnehmer sei gross, die Dankbarkeit auch, und das Echo halle das ganze Jahr nach.

Hinweis: Alp und Berggasthaus St.-Antoni-Brecca, 1711 Schwarzsee, Tel. 026 412 11 43. Parkplatz und Zugang ab Seeweid (gesperrte Strasse). 340 Höhenmeter, ca. 1 Std. 15 Min. Höhenweg: Gypsera-Riggisalp (Sesselbahn), Untere Euschelsalp, Stierenberg, Rippetli, St.-Antoni-Brecca ca. 2 Std. 30 Min. Ab Jaun über Combi-Gabel (heikel) ca. 5 Std.; ab Charmey über Alten Ryfer/Patraflon ca. 5 Std. Seit 1966 ist das Hochtal «Brecca» im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgeführt und erfordert von den Berggängern deshalb besondere Aufmerksamkeit und Sorgfalt. Der Name Brecca hat den Ursprung im Patois mit «brekka» (Trümmer).

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