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Staatsrat hält an Spitalstrategie fest

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Theatralisch und mit grosser Symbolkraft übergab die Taskforce Pro Akut Tafers im Dezember des letzten Jahres der Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre eine Petition «Gegen den massiven Leistungsabbau im Deutschfreiburger Spital Tafers»: Der Präsident der Sensler Ärztevereinigung, Anton Merkle, trat als St. Nikolaus verkleidet auf, ein Sensler Bub diente als Unfallopfer. Neun Monate später fällt die Antwort des Staatsrats auf die von 11 367 Senslern unterzeichnete Petition dagegen nüchtern aus.

Zentralisierung notwendig

Die Antwort hält fest, dass der Staatsrat die Strategie des Freiburger Spitals HFR weiterhin stützt. Für den Standort Tafers bedeutet das: Im Moment wird nachts und an den Wochenenden nicht mehr operiert, ab 2022 gibt es gar keine Operationen mehr. Der Notfalldienst wird für nicht-lebensbedrohliche Notfälle weitergeführt. Ab 2022 wird es die bisherige Akutpflege in Tafers nicht mehr geben, aber eine «patientennahe Akutpflege», für Behandlungen, die einen kurzen Spitalaufenthalt in einer einfachen Einrichtung erfordern (die FN berichteten).

Der Staatsrat schreibt nun, dass angesichts der «Restrukturierungsphase» in der Schweizer Spitallandschaft «Immobilismus» unmöglich sei. Die Strategie des HFR ziele darauf, die Stellung des Spitals in der Schweizer Spitallandschaft im nächsten Jahrzehnt zu sichern. Zentralisierungen seien unumgänglich.

«Viele neue Angebote»

«Wir haben in Tafers auch viele neue Angebote geschaffen, zum Beispiel gibt es ambulante Sprechstunden in der Gynäkologie», sagt Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre gegenüber den FN. Auch suche das HFR einen neuen Chefarzt für die Allgemeine Chirurgie in Tafers. «Es gibt also keinen massiven Leistungsabbau», sagt Demierre. Der einzige Abbau sei, dass nachts und an den Wochenenden nicht mehr operiert werde. «Wir handeln im Sinne der Petitionäre. Tafers bietet nach wie vor ein grosses Angebot. Und an anderen HFR-Standorten versuchen wir, die Deutschkompetenzen der Mitarbeiter zu stärken.»

«Das genügt nicht»

«Eigentlich steht nicht viel in der Antwort», sagt dagegen Marcel Kolly, Präsident der Sensler Taskforce. «Wir sind nicht zufrieden, aber haben auch nicht mehr erwartet.» Das HFR rücke nicht von seiner Strategie ab. «Wir werden nächste Woche besprechen, ob wir weitere Aktionen durchführen werden.» Es sei zwar ein gutes Zeichen, dass die Stelle des Chefarztes für Allgemeine Chirurgie in Tafers wieder besetzt werden solle. «Aber das genügt nicht. Ein Chirurg muss operieren können, deshalb braucht es noch mehr Massnahmen.»

Spitalnetz: Die Fragen der Grossräte zur Zukunft des HFR gehen nicht aus

D er Grosse Rat behandelt nächste Woche eine ganze Reihe von Stellungnahmen des Staatsrates zu verschiedenen Bereichen rund um das Freiburger Spitalnetz (HFR).

Der Staatsrat findet es im Zusammenhang mit freiwilligen ausserkantonalen Spitalaufenthalten schwierig, gerade Zugewanderte ans HFR zu binden. Ausserdem seien hohe Anteile von ausserkantonalen Hospitalisierungen vielerorts Tradition. So ging 2010 mehr als jeder dritte Sensler in ein Spital ausserhalb. Komme hinzu, dass der Trend der Angleichung der Tarife die Hürden für ausserkantonale Behandlungen senke, da der Kanton immer öfter den vollen Tarif bezahle.

Der Staatsrat hält ausserdem fest, dass das HFR aufgrund der positiven Bilanz der provisorischen deutschsprachigen Abteilung für Innere Medizin am Kantonsspital eine Ausweitung des zweisprachigen Konzepts auf andere Abteilungen prüft.

Die zweite Phase des HFR-Reformprojekts «Polaris» sei kürzlich angelaufen, schreibt der Staatsrat. Sie umfasst die Bestimmung der personellen und finanziellen Ressourcen sowie den Investitionsbedarf, die für die Umsetzung der zukünftigen medizinischen Dienstleistungen des Spitals gebraucht werden.

Im Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau des Kantonsspitals und den dafür nötigen neuen Strassen erläutert der Staatsrat, dass eine Arbeitsgruppe zurzeit die Mögl ichkeit eines beschleunigten Baus der HFR-Zufahrt Nord prüft. Diese würde vor der Erstellung des Autobahnanschlusses realisiert werden.

Das Gesetzgebungsprojekt zur Neuorganisation der präklinischen Versorgung wird aus verschiedenen Gründen, unter anderem wegen der Kritik an der Lastenaufteilung zwischen Staat und Gemeinden, auf Eis gelegt.

Darauf angesprochen wies der Staatsrat Kosten von 270 000 Franken für das Strategie-Gutachten der Firma Boston Consulting aus und bezifferte die jährliche Entschädigung für HFR-Verwaltungsräte mit rund 245 000 Franken. fca

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