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Staatsrat Jutzet ortet bei der Kripo ein Kommunikationsproblem

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Autor: Regula Saner

Infolge der jüngsten Vorkommnisse bei der Freiburger Kantonspolizei – die «Strassenkontrollaffäre» und die Diskussionen um den Jackenkauf – traf sich Sicherheitsdirektor Erwin Jutzet am 17. Juni mit über 80 Polizisten der Kriminalpolizei zu einer Aussprache. Dabei wollte der Staatsrat wissen, wo der Schuh drückt, aber auch seine Sicht der Dinge darlegen. «Wir haben zwei Stunden lang miteinander geredet. Es herrschte eine Atmosphäre, in der sich meiner Ansicht nach jeder frei ausdrücken konnte», beschreibt Jutzet den Gesprächsrahmen.

Anderer Umgang nötig

Und seine Quintessenz lautet: «Es gibt ein Kommunikationsproblem im Korps und zwar in alle Richtungen. Sowohl die Vorgesetzten als auch die Untergebenen wünschen sich einen anderen Umgang.» So hätten sich die Chefs beklagt, dass die Frustrationstoleranz bei den Mitarbeitern sehr tief liege. Ein «Nein» werde nur ungern als solches akzeptiert, alles und jedes müsse ausdiskutiert werden. Die Untergebenen wiederum täten sich mit der Rolle reiner Befehlsempfänger schwer, so Erwin Jutzet. Vor allem jüngere Polizisten hätten damit Mühe, stellt der Sicherheitsdirektor fest. Er habe darum den jungen Polizisten klar machen müssen, dass sie nicht mehr in der Schule seien, wo alles «zbode» diskutiert werden könne. Andererseits müssten die älteren Polizisten einsehen, dass sich die Ansprüche geändert hätten.

«Die Oberen entscheiden»

Nach Auffassung von Erwin Jutzet ist in der Kriminalpolizei künftig ein partnerschaftlicherer Umgang angezeigt, «aber im Bewusstsein, dass die Oberen entscheiden». Um dieses Ziel zu erreichen, will der Sicherheitsdirektor auch überprüfen, ob externe Spezialisten die Kommunikationsabläufe innerhalb der Freiburger Kriminalpolizei analysieren sollen.

Privilegien bedenken

Tacheles redete Erwin Jutzet nach eigenen Angaben auch in Bezug auf die Beschaffung einer Regenjacke für die Kriminalpolizisten, deren Kaufpreis von 129 Franken den Beamten von der jährlichen Kleidungspauschale abgezogen werden sollte, was bei einigen unter ihnen einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hatte. «Die Polizisten müssen sich bewusst sein, welche Privilegien sie geniessen. Wenn die 129 Franken ihr Hauptproblem sind, dann sind wir eine glückliche Republik. Andere Staatsangestellte bekommen kein Geld für die Abnützung ihrer Kleider», gibt der Sicherheitsdirektor zu bedenken. Wollten die Polizistinnen und Polizisten auch in Zukunft ihre Rechte verteidigt wissen – Jutzet denkt in diesem Zusammenhang etwa an die Arbeitsmarktzulage, welche für Polizistinnen und Polizisten eingeführt wurde, als Personalmangel herrschte, und die auch noch heute gilt -, kämen Aufstände wegen Banalitäten wie der Berappung der Regenjacke weder in der Bevölkerung noch beim Staatsrat gut an.

Die Fede, die Föderation der Personalverbände der Staatsangestellten des Kantons Freiburg, begrüsst zwar die Idee des Staatsrates, die Kommunikationsabläufe unter die Lupe nehmen zu lassen, ist aber nicht sicher, ob das die Lösung der Probleme ist.

Gewerkschaft will mehr

Wie Fede-Generalsekretär Bernard Fragnière nach einem informellen Treffen mit Staatsrat Jutzet vom Montag gegenüber den Freiburger Nachrichten sagte, stehe für die Gewerkschaften vielmehr die Wiederherstellung des Dialogs zwischen den Sozialpartnern im Vordergrund. «Das Gesetz über das Staatspersonal sieht vor, dass die Personalvertreter am Entscheidungsprozess mitwirken können», betont Bernard Fragnière. Und das laufe aktuell bei der Kriminalpolizei nicht gut. «Es geht uns nicht um die 129 Franken wegen der Regenjacke. Es geht und vielmehr um die Art und Weise, wie Entscheide gefällt werden.»

Sozialpartnerschaft

Ziel der Fede, welche den Personalverband der Freiburger Kriminalpolizei (APPS) und den Verband der Freiburger Polizeibeamten (AGF) vertritt, ist es laut Bernard Fragnière darum, die Sozialpartnerschaft wieder auf eine korrekte Basis zu bringen. «Sozialpartnerschaft bedeutet aber, verhandeln können.» In diesem Sinne begrüsst Bernard Fragnière das Treffen mit Sicherheitsdirektor Erwin Jutzet und wertet die Tatsache, dass die Gewerkschaft von diesem empfangen wurde, als wichtiges politisches Zeichen. Nun solle definiert werden, in welchen Bereichen und wie künftig miteinander verhandelt werden kann.

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