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Staatsrat reagiert auf Asyl-Andrang

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Autor: karin aebischer

Gestern hat der Staatsrat bekannt gegeben, dass er in Wünnewil eine befristete Asylunterkunft mit 50 Plätzen eröffnen will. Angesichts der aktuellen Lage – der Kanton verzeichnet zehn bis fünfzehn Ankünfte pro Woche – sei die Eröffnung einer neuen Unterkunft unerlässlich, betont der Staatsrat. «Die bestehenden Unterkünfte sind überlastet», sagt Staatsrätin Anne-Claude Demierre. Seit mehreren Jahren sucht der Staatsrat in den Gemeinden des Vivisbach-, Sense- und Seebezirks nach einer dauerhaften Unterbringungsmöglichkeit, da es in diesen Bezirken noch keine Asylunterkünfte gibt. «Bis jetzt konnten wir keine langfristige Lösung finden», so Demierre.

Gemeinde will Partner sein

Die Zivilschutzanlage in Wünnewil, die sich beim Werkhof befindet, soll eine Übergangslösung sein. Seit Mitte 2011 ist der Kanton mit der Gemeinde Wünnewil-Flamatt im Gespräch. Der Gemeinderat sei über das Vorhaben nicht erfreut gewesen, sagt Gemeindepräsidentin Doris Bucheli-Betschart. Quer stellen habe man sich jedoch nicht wollen, da sich der Staatsrat über ein Nein des Gemeinderates hätte hinwegsetzen können. «Wir wollen lieber ein aktiver Partner sein als aussen vor stehen. So können wir Ängste und Befürchtungen der Bevölkerung direkt einbringen», sagt Doris Bucheli.

Bedingungen gestellt

Der Gemeinderat hatte dem Staatsrat Bedingungen gestellt, auf die dieser eingegangen ist. So werden in der unterirdischen Zivilschutzanlage nicht mehr als 50 Personen einziehen, das Provisorium wird auf ein Jahr beschränkt und die verschiedenen Akteure werden regelmässig zusammenkommen, um die Situation zu analysieren. Die Bevölkerung wird zudem zu einem Infoabend eingeladen. «Wir wollen auch eine Telefon-Hotline einrichten, die die Bevölkerung nutzen kann, sollte es Probleme geben», sagt die Staatsrätin. In der Direktion wie auch vor Ort gibt es zudem eine Ansprechsperson für Fragen aller Art. Auch mit der Polizei werde eng zusammengearbeitet. Anne-Claude Demierre schlägt zum Beispiel auch vor, an den Schulen die Wanderausstellung «Ich, Rassist!?» des Freiburgischen Jugendrotkreuzes zu zeigen, die Jugendliche für die Rassismusproblematik sensibilisieren soll. «Wir sind offen für Vorschläge und wollen alles dafür tun, damit der Aufenthalt der Asylsuchenden in Wünnewil gut abläuft. Wir wissen, dass es für die Bevölkerung nicht einfach ist», sagt sie.

Bund teilt Personen zu

Vor Ort werden die Asylsuchenden von der ORS Service AG betreut. Ein Schweizer Unternehmen, das sich auf die Betreuung und Unterbringung von Asylsuchenden und Flüchtlingen spezialisiert hat und auch die Zentren des Bundes betreibt. Die Asylsuchenden, die in Wünnewil untergebracht werden, kommen gemäss Anne-Claude Demierre aus Eritrea, Tunesien und Nigeria. Es sind vor allem Familien und Männer. «Wer nach Wünnewil kommt, entscheidet der Bund.» Dieser ist wegen des anhaltenden Zustroms an Asylsuchenden gezwungen, mehr Personen als sonst auf die Kantone zu verteilen. Mit der provisorischen Unterkunft in Wünnewil beruhige sich die Lage für Freiburg, so Demierre.

DerInformationsanlass findet am Mittwoch, dem 1. Februar, um 20 Uhr in der Aula der OS Wünnewil statt. Anwesend sind u.a. Staatsrätin Anne-Claude Demierre, Staatsrat Beat Vonlanthen, Oberamtmann Nicolas Bürgisser und Gemeindepräsidentin Doris Bucheli-Betschart.

Die Asylsuchenden werden in der unterirdischen Zivilschutzanlage von Wünnewil untergebracht. Diese liegt an der Staffelstrasse beim Werkhof-Feuerwehr-Areal.Bild Aldo Ellena

Überblick: Asylzentrum in Sugiez Ende Februar 2010 geschlossen

Im Kanton Freiburg gibt es derzeit vier Asylunterkünfte (Saane-, Broye- und Greyerzbezirk) sowie eine Notunterkunft für abgewiesene Asylbewerberinnen und -bewerber im «Foyer de la Poya» in der Stadt Freiburg. «58 Prozent der Asylsuchenden sind im Saanebezirk untergebracht. Davon 41 Prozent in der Stadt Freiburg», sagt Anne-Claude Demierre. Der Staatsrat strebe jedoch eine gleichmässige und solidarische Verteilung der Asylsuchenden auf dem Kantonsgebiet an und suche deshalb auch im Vivisbach-, Sense- und Seebezirk nach Unterkünften. 2009 hatte der Staatsrat infolge eines massiven Anstiegs der Asylgesuche die Eröffnung einer befristeten Asylunterkunft in Sugiez beschlossen. Viele Anwohner reagierten mit Entrüstung auf die Eröffnung des Zentrums. «Schliesslich lief alles ohne grosse Probleme ab, alle Akteure waren zufrieden. Wir haben in Sugiez gute Erfahrungen gemacht», sagt die Direktorin für Gesundheit und Soziales.

Zu 3,3 Prozent verpflichtet

Der Kanton Freiburg ist verpflichtet, 3,3 Prozent der Personen aufzunehmen, die in der Schweiz ein Asylgesuch eingereicht haben. Für 2011 entspricht dies 565 Personen. In den Asylzentren – die Wohnungen ausgenommen – gibt es im Kanton 383 Plätze. ak

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