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Staatsrat will den Master in Humanmedizin

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Die Idee geht auf den Mangel an Hausärzten zurück. Weil Allgemeinmediziner in Randregionen und auch im Kanton Freiburg seltener werden, hatten mehrere Grossräte in Vorstössen vom Staatsrat gefordert, dass dieser Massnahmen vorschlägt. Die Erziehungsdirektion gab deshalb eine Machbarkeitsstudie für den Ausbau des Medizinstudiums an der Universität Freiburg in Auftrag. Geprüft wurde ein Masterstudiengang mit einem Lehrstuhl für Hausarztmedizin (die FN berichteten).

Nun hat der Staatsrat den Grundsatzentscheid gefällt, den Master in Humanmedizin einzuführen. Wie er in einem Communiqué mitteilt, biete ein solches Angebot die Chance, die Universität und das Freiburger Spital national besser zu positionieren und gleichzeitig das Pflegeangebot im Kanton zu verbessern.

Derzeit müssen Freiburger Medizinstudenten nach dem Bachelor für einen Master ihre Ausbildung in einer medizinischen Fakultät auswärts fortsetzen. Gemäss Staatsrat Jean-Pierre Siggen (CVP) wolle Freiburg aber von der Arbeit auf Bachelor-Stufe profitieren und diesen Vorteil nicht an andere Standorte abgeben.

Arbeiten fortsetzen

Wie Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre (SP) auf Anfrage der FN sagt, habe der Staatsrat im Anschluss an die Studie noch zusätzliche Abklärungen verlangt, welche Anfang 2015 nachgeliefert wurden. Darin sei es hauptsächlich um Präzisierungen bei den Finanzen (siehe Kasten) gegangen. Diese haben die erste Studie bestätigt; die Kosten liegen sogar noch etwas tiefer, so Demierre. Aufgrund dieser Basis habe der Staatsrat nun den Entscheid fällen können.

 Der Grundsatzentscheid bedeutet, dass die Arbeiten zur Umsetzung eines Masterstudiengangs fortgesetzt werden. Die Kosten und insbesondere die Finanzierung müssten aber noch gründlicher abgeklärt werden, so der Staatsrat. Dies vor allem aufgrund der derzeitigen finanziellen Schwierigkeiten des Staats. Der Staatsrat ist aber gewillt, Prioritäten festzulegen, um die nötigen Mittel freizumachen, hält er fest.

Gemäss Demierre gehe es darum, ob die Kosten ganz oder teilweise kompensiert werden müssten. Bei der Kompensation stehen die Gesundheits- und die Erziehungsdirektion im Vordergrund. Siggen ergänzt, das Projekt sei eine Priorität des ganzen Staatsrats, nicht nur der direkt betroffenen Direktionen.

Darüber hinaus soll das Freiburger Projekt für ein Programm angemeldet werden, mit dem der Bund 2017 bis 2020 den Ausbau der Studienplätze in Medizin unterstützen möchte. Der Bund stellt dafür 100 Millionen Franken in Aussicht. Siggen sagt, dass auch andere Kantone neue Studiengänge planen, und Freiburg nun Präsenz markieren müsse.

 «Für Freiburg ist die Ankündigung des Staatsrats eine sehr, sehr gute Nachricht», sagt Philippe Menoud, Verwaltungsratspräsident des HFR. «Ich gratuliere dem Staatsrat zu seinem Mut. Andererseits ist aber jetzt der Moment, um das Projekt zu realisieren.» Wie Menoud sagt, wolle das HFR keinesfalls den Vergleich mit den Uni-Spitälern der Schweiz suchen, mit der Ausrichtung auf die Allgemeinmedizin aber eine Nische ausfüllen.

10 bis 20 Ärzte im Jahr

Philippe Menoud rechnet mit 40 Masterstudenten pro Jahr oder 120 in einem Studienzyklus. Davon dürfte die Hälfte dem Fachgebiet und nochmals die Hälfte Freiburg treu bleiben. «So sollten wir 10 bis 20 Allgemeinmediziner pro Jahr zusätzlich erhalten», glaubt Menoud.

Wie er sagt, ist das Masterstudium in Medizin Teil der HFR-Strategie «Polaris» für die Jahre 2013 bis 2022. Ein Masterstudium mache das Spital für Kaderärzte viel attraktiver, denn auch akademische Tätigkeiten gehören zu deren Aufgabengebiet.

Die Rolle des HFR sieht Menoud nächstens auf mehreren Ebenen. So wolle auch das HFR seinen Teil an Kompensationen beitragen, um dem Projekt die Mittel zu sichern. Weiter sei das Spital bereit, für den Studiengang ein provisorisches Gebäude zu bauen und Dozentenstellen zu besetzen.

 Viel Arbeit wartet nun auch auf die Universität. «Als ersten Schritt werden wir Kontakt aufnehmen mit Partneruniversitäten, uns mit ihnen koordinieren und Kooperationen in der Lehre prüfen», sagt Uni-Rektorin Astrid Epiney. Ab 2017 sollte die Universität dann die ersten Anstellungen vorbereiten, denn gemäss Epiney sehe der Terminplan einen Studienbeginn ab 2019 und die ersten Master-Abschlüsse ab 2022 vor.

Betreffend möglicher Kompensationen werde sich auch die Uni einer Anfrage des Staatsrats nicht verschliessen, sagt die Rektorin. «Aber der Spielraum ist extrem klein.»

Zahlen und Fakten

Einsparungen und Bundesgelder

Die Machbarkeitsstudie zum Aufbau eines Masterstudiengangs in Medizin hat Kosten von 30 bis 40 Millionen Franken für ein neues Gebäude gerechnet. 3,4 Millionen Franken sind gemäss Studie einmalige Kosten für die Einrichtung der Lehrstühle. Insgesamt würde die Infrastruktur gegen 45 Millionen Franken kosten. Danach fallen jährlich wiederkehrende Kosten von 12,75 Millionen Franken an, davon rund die Hälfte als Lohnaufwand für die Lehrstühle. An Unterrichtsaufwand geht die Studie von 3,5 Millionen Franken pro Jahr aus.

Der Staatsrat beziffert in seiner Mitteilung nun die jährlichen Kosten für den Vollbetrieb eines Masterstudiums auf 14,4 Millionen Franken, von denen allerdings 7,9Millionen Franken an Einsparungen abgezogen werden können. Die Höhe einer Bundessubvention für Freiburg ist noch nicht bekannt.uh

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