Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Stabübergabe in der Kaserne Poya

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Urs haenni

Während Jean-Michel Charmillot noch sein Büromaterial in Kisten packte, war Marcel Derungs schon Chef im Gebäude Null beim Kaserneneingang und somit über den ganzen Waffenplatz. Oberst Charmillot bleibt noch bis nächste Woche für die Kaderselektion in Freiburg, verlässt dann aber in der fünften RS-Woche nach drei Jahren seinen Waffenplatz und seinen Ausbildungsbetrieb (siehe Kasten).

«Ich bin ein Wandervogel, aber es wird auch verlangt, dass man mobil ist. Das gehört zum Berufsbild», so Charmillot. Die Armee wolle ihr Kader als Generalisten und nicht als Spezialisten ausbilden. «Zudem wollen auch die Jungen Kommandos übernehmen», so der Offizier. «Es ist üblich, dass man als Kommandant vier bis sechs Jahre bleibt; bei mir waren es halt nur drei Jahre. Aber ich habe in dieser Zeit zehn Rekrutenschulen geführt.»

Seltene Doppelfunktion

Charmillot ist erst der zweite Kommandant der Nachschub- Rückschub-Schulen in Freiburg. Waren früher in der Poya-Kaserne noch Infanterie-Übermittler ausgebildet worden, so sind es jetzt Logistiker, Büro- und Offiziersordonnanzen, Feldpostsoldaten, Truppenbuchhalter, Truppenköche und weiterhin Übermittlungssoldaten.

Zwischen 250 und 350 Mann absolvieren jeweils die Rekrutenschulen in Freiburg, mit dem Kader sind 400 bis 450 Militärs auf Platz. «Es ist ein kleiner Waffenplatz», so Charmillot. «Aber dies bringt es mit sich, dass ich gleichzeitig Schulkommandant und Waffenplatzkommandant war. Diese Doppelfunktion ist eher selten.»

Vor allem dient der Kommandant in der Poya-Kaserne auch zwei Instanzen: während der Ausbildungsbetrieb dem Bund untersteht, ist die Kaserne eine kantonale Institution. «Die Armee ist hier Mieter beim Kanton», erklärt der 48-Jährige.

Der Kontakt zu den Freiburger Behörden gehörte für Charmillot die letzten drei Jahre zum beruflichen Alltag. Auch bei der Kommandoübergabe waren gestern beispielsweise die Grossratspräsidentin und Vertreter der Justiz- und Sicherheitsdirektion anwesend.

Unter Quarantäne

Auch mit den Gesundheitsbehörden hatte der abtretende Kommandant schon ein halbes Jahr nach Amtsantritt zu tun. Der Kantonsarzt stellte 2009 wegen zwei Verdachtsfällen auf Schweinegrippe die ganze Kaserne unter Quarantäne. «Die Verdachtsfälle haben sich nicht bestätigt, und nach zwei oder drei Tagen wurde die Quarantäne wieder aufgehoben. Aber es war schon eine spezielle Erfahrung, wenn die Lieferanten nur noch bis zum Tor kommen dürfen und man weisse Gesichtsmasken trägt. Die Natels liefen damals heiss, aber schliesslich hat uns dies zusammengeschweisst.»

Parksituation ungelöst

Auch mit den städtischen Behörden ergaben sich Kontakte. So zum Beispiel wegen der Parkplätze entlang der Grandfey-Strasse. Früher konnten Soldaten, welche mit dem Auto einrückten, dort gratis parkieren. Jetzt ist es kostenpflichtig. «Wir suchen weiter nach einer Lösung, sagt Charmillot.

Auch von den Arbeiten zur Poyabrücke war die Kaserne betroffen. Bäume des Kasernenareals wurde gefällt und ein Zaun entfernt, ein neuer Zaun dafür aufgebaut. Gemäss Charmillot ist das aber provisorisch: «Schliesslich verliert die Kasernen keinen Quadratmeter.»

Für den bisherigen Kommandanten ist der Kasernenstandort auf städtischem Gebiet ideal. Die Rekruten hätten einen vielfältigen Ausgangsrayon, und die lokale Wirtschaft profitiere auch von den Männern in Uniform.

«Für die Zukunft wird sich hier wenig ändern», so Charmillot. Einzig ein neues Sicherheitskonzept ist in Planung. «Die Schule wird bleiben, und der Standort auch.»

Oberst Jean-Michel Charmillot (r.) gab die Fahne und damit das Kommando der Freiburger Rekrutenschulen dem Kommandanten des Lehrverbandes Logistik, Melchior Stoller (l.), zurück.Bild Aldo Ellena

Zur Person

Vom Bezirkslehrer zum Logistiker

Oberst Jean-Michel Charmillot begrüsst seine Gäste zumeist in breitem Berndeutsch. «Ich bin Jurassier, bin aber vollständig in der Deutschschweiz aufgewachsen», sagt er. Noch heute wohnt der 48-jährige Familienvater in Uetendorf bei Thun. Ursprünglich war Charmillot Bezirkslehrer im Solothurnischen. Seit 1993 ist der Instruktor Berufsoffizier. Erst war er im Raum Bern tätig, kommandierte eine Versorgungs-Rekrutenschule. Später kam Charmillot nach Thun, war dort im Führungsstab und stellvertretender Chef Logistik. Den Freiburger Waffenplatz Poya und die Nachschub-Rückschub-Schulen 45 kommandierte der Oberst die letzten drei Jahre. Charmillot wird jetzt wieder nach Thun in den Lehrverband Logistik zurückkehren und dort stellvertretender Kommandant und als Personalchef tätig sein. uh

Mehr zum Thema