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Stadt Freiburg soll Bauwerke aus dem 19. und 20. Jahrhundert besser schützen

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Autor: carolin Foehr

Im vergangenen Herbst hat der kantonale Dienst für Kulturgüter im letzten Moment Wohnbauten aus dem 19. Jahrhundert vor dem Abriss retten können (FN vom 28. November). Die Arbeiterhäuser an der Industriegasse, die zehn Jahre lang als nicht schützenswert galten, bleiben so dem Perollesquartier erhalten und werden weiterhin von der Industrialisierung des Viertels zeugen.

«Diese verspätete Rettungsaktion war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat», erklärt Michael Fritz, Dozent für Architekturgeschichte an der Hochschule für Technik und Architektur (HTA), die Beweggründe, eine Petition zugunsten der Aufwertung des architektonischen Erbes zu lancieren. Kurz nach dem Rettungsentscheid habe man mit der Unterschriftensammlung begonnen. Über 1500 Personen haben die gestern der Stadt übergebene Schrift unterzeichnet.

Die Initianten, mehrheitlich aus dem universitären Milieu, fordern rasches Handeln von Politik und Verwaltung, bevor weitere wertvolle Bauwerke der Stadtgeschichte verloren gehen. «In den vergangenen dreissig Jahren hat Freiburg einen Grossteil seiner Achitektur des 19. und 20. Jahrhunderts verloren», so Philosophie-Professorin Martine Nida-Rümelin. Noch 2008 musste zum Beispiel das Mietshaus Rodolphe Spielmann an der Beauregardallee, Baujahr 1899, der Überbauung «Les Rosiers» Platz machen.

Schäden bereits entstanden

Obwohl inzwischen deutlich mehr für die Instandhaltung, Renovierung und Aufwertung des baulichen Erbes vor allem in der Altstadt getan werde, geht dies den Organisatoren nicht weit genug. Im Petitionstext verlangen sie «unverzügliche Massnahmen für die Inventarisierung, Unterschutzstellung und Erhaltung der gefährdeten Architektur». Besonders bemängeln sie, dass der historische Wert der Häuser aus dem vergangenen Jahrhundert nicht genügend in die städtebaulichen Planungen einfliesse. «Bislang reagiert die Stadt wie die Feuerwehr», fasst Architektur-Dozent Michael Fritz zusammen, «nämlich erst dann, wenn der Schaden bereits entstanden ist». «Aufwertung», das sei aber nicht nur der Schutz vor dem Abrisskran, sondern eine klare Strategie, was mit den historischen Bauten zu geschehen habe.

Die Forderungen der Initianten beschränken sich nicht nur auf historische und architektonische Werte. Unterstützung erhielten sie auch von Organisationen wie den Quartiervereinen. Denn, so Sozialarbeiter Michia Schweizer, «wenn ein Gebäude abgerissen wird, verschwindet auch das gesamte soziale und kulturelle Leben, das sich dort abgespielt hat».

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