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Starker Auftakt der Camerata

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Starker Auftakt der Camerata

Eröffnungskonzert des neuen Ensembles

Vor einem zahlreich erschienenen Publikum wurde am Donnerstagabend die Camerata des Konservatoriums Freiburg aus der Taufe gehoben. Leiter ist der bekannte ungarische Violinist Gyulla Stuller, Dozent an den Berufsschulen der Konservatorien Freiburg und Sitten und Konzertmeister des «Orchestre de chambre de Lausanne».

Von HUGO SCHALLER

Das Musizieren in der Kammerorchesterformation gehört zum Anspruchsvollsten überhaupt. In gewisser Hinsicht sind die Ansprüche noch höher als in den kammermusikalischen Formationen vom Duo bis zum Quintett. Im Kammerorchester werden oft solistische Stellen unisono von mehreren Instrumentalisten gleichzeitig ausgeführt. Dabei ist eine spielerische und musikalische Gleichschaltung nötig, bei der die minimalste Abweichung hörbar wird.

Obwohl das Divertimento KV 136 von W. A. Mozart schon hinsichtlich Tempo, Schwung, Atem und Echowirkungen der Lautstärke den Geist des jungen Kompositionsgenies verströmte, schien dieses Werk noch etwas von der Sorge getragen, perfekt zu spielen. Erst beim Konzert für vier Violinen von Antonio Vivaldi, unter der hervorragenden kompetenten Mitwirkung des Freiburger Musikers Gregor Camenzind am Cembalo, erklang eine von musikalischer Ausdruckskraft dominierte Spielweise. Eine Spielweise, die beim ausgezeichneten Werk von Henri Baeriswyl vollends zum Durchbruch kam und schliesslich in einer schlichtweg atemberaubenden und denkwürdigen Interpretation von Schuberts Streichquartett «Der Tod und das Mädchen» – in der Bearbeitung für Kammerorchester von Gustav Mahler – gipfelte. Die suggestive Kraft im Spiel von Gyulla Stuller machte dieses Werk zum musikalischen, gleichsam dramaturgischen Erlebnis; ein hochnüanciertes Spiel zwischen den Instrumentengruppen, das sich mit analytischer und musikalischer Genauigkeit zwischen gehauchten Pianissimi und energiegeladener Fortissimointensität bewegte.

Der Freiburger Komponist und Theorielehrer an der Berufsschule des Konservatoriums, Henri Baeriswyl, schrieb zu diesem Anlass ein faszinierendes Werk; eine kompositorische Perle: Ein Werk, das in seiner köstlich dissonanten Harmonik und Melodik erfrischender nicht sein könnte und in der polyphonen Verarbeitung der Themen den Komponisten verrät, der sein Handwerk beherrscht. Eine Musik, die sich zwischen Elegie, nobler «Tristesse» und energischer Kraft bewegt. Besonders raffiniert ist das Allegro marcato, der dritte Satz des Werks: Auf das neoklassisch anmutende tänzerische erste Thema folgt eine verhaltene lyrische Stelle. Während Bratschen, Kontrabass und ein Teil der Violinen weiterhin in ihrer Lyrik verweilen, meldet sich das schnell bewegte Thema allmählich aus den Tiefen hervorbrechend zurück und endet mit zwei kadenzierenden Unisono-Schlusstönen in verblüffender Kürze.

Kreative Idee

Das 14-köpfige Streichorchester setzt sich aus Studierenden und Unterrichtenden der Berufsklassen des Konservatoriums zusammen. Es entstand im Zusammenhang mit der diesjährigen 100-Jahr-Feier des Konservatoriums. Im Hinblick auf die in der Vorbereitungsphase stehende Fachhochschule, der «Haute Ecole de Musique» bedeutet diese Initiative ein Trumpf in den Händen des Konservatoriums Freiburg. Dass Berufsschüler in dieser Formation mit hochqualifizierten Musikern eine solche Erfahrung des Musizierens machen können, ist von einzigartigem Wert.

Das auf so hohem Niveau stehende Debüt vom Donnerstagabend lässt hoffen, dass dem neuen Kammerorchester die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt werden, um diese professionelle künstlerische Arbeit weiterführen und eine intensive Konzert- und Produktionstätigkeit weit über die Stadt- und Kantonsgrenzen hinaus aufnehmen zu können.

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