Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Staunen mit Sicherheitsabstand

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wie kleine Feuerwerke spicken und fliegen die Holzspäne von der Drechselbank weg. Margrit Gerber, frisch ausgebildete Drechslerin, bearbeitet einen rund 15 Zentimeter langen Holzklotz aus Hagenbuche. Zwanzig Leute beobachten interessiert jeden Arbeitsschritt der Handwerkerin aus Schwarzsee. Hinter dem Visier vor ihrem Gesicht, an dem die Späne abprallen, sehen die Workshopteilnehmer ihren konzentrierten Gesichtsausdruck. Selbst Hand anlegen dürfen die Teilnehmer nicht, denn das Kunsthandwerk ist ein gefährliches Hobby, das gelernt sein muss. Am Workshop vom Mittwochabend, den das Sensler Museum und der Kulturverein Wier Seisler organisiert haben, gewährte Margrit Gerber einen Einblick in die Kunst des Holzdrehens. Der Anlass fand im Rahmen der Ausstellung «Lääbesfrüüd – lebendige Traditionen im Sensebezirk» des Sensler Museums statt (die FN berichteten).

Ausbildung in Frankreich

Drechseln ist ein Fertigungsverfahren für Holz, das schon in der Antike angewendet wurde. Dabei spannt der Drechsler ein Stück Holz horizontal in eine Drehbank. Früher mussten die Handwerker den Antrieb noch mit dem Fuss bewerkstelligen; heute lässt ein Motor das Holz rotieren. Indem sich das befestigte Material um seine eigene Achse dreht, kann der Drechsler es mit verschiedenen Werkzeugen bearbeiten. Wie Margrit Gerber am Mittwoch in Tafers vorführte, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Korkenzieher, Flaschenöffner, Schalen, Windlichter und Ostereier – der Jahreszeit entsprechend. Dieses Kunsthandwerk habe sie von klein auf begeistert, erzählt Gerber den Anwesenden. Allerdings hätten ihr Vater und ihr Mann ihr verboten, dieses Hobby auszuüben. «Drechseln sei zu gefährlich für eine Frau, sagten sie mir immer.» Nachdem Vater und Ehemann verstorben waren und sie pensioniert worden ist, besuchte sie erste Drechslerworkshops im Freilichtmuseum Ballenberg. Nach einer erfolgreichen Bewerbung an der Drechslerschule Jean-François Escoulen in der französischen Provence absolvierte sie dort eine sechsmonatige Ausbildung. «Ich lernte nicht nur viel über das Kunsthandwerk, sondern auch über Werkzeuge und Maschinen.» So hat sie fast alle Werkzeuge selbst hergestellt. «Ich habe um die 80 verschiedene Werkzeuge in meinem Atelier in Schwarzsee.» Je nach dem, was sie aus einem Holz drehen will, brauche sie andere Instrumente beziehungsweise mehrere verschiedene. Dies veranschaulicht sie an ihrer Präsentation. Für einen kleinen Flaschen­öffner wechselt sie gut fünf Mal das Werkzeug. In Form bringen, runden oder Muster hineindrechseln – die Vielfalt an Bearbeitungsmöglichkeiten ist gross.

Unter den neugieren Teilnehmern des Workshops sitzen einige Männer mit Fachkenntnissen in Holzbearbeitung. Wissensbegierig fragen sie die Drechslerin nach der Art des Holzes, oder ob sie ihr Werkzeug nass oder trocken schleift. Kompetent beantwortet Gerber die Fragen oder demonstriert es. Doch geht die Handwerkerin auch auf die anwesenden Laien ein, die beim Fachsimpeln nicht mithalten können. So erklärt sie auf eine Frage hin, dass sie so lange Holzstöcke als Enden der Werkzeuge habe, weil sie dadurch weniger Kraft aufwenden müsse und besser grössere Holzklötze bearbeiten könne. Doch meist herrscht Ruhe im Raum, da neben dem Staunen nicht viel Zeit zum Reden bleibt.

Die Ausstellung «Lääbesfrüüd» im Sensler Museum läuft noch bis am 8. April. www.senslermuseum.ch

«Ich habe um die 80 verschiedene Werkzeuge in meinem Atelier in Schwarzsee.»

Margrit Gerber

Drechslerin

 

Meistgelesen