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Steinzeitalt und doch erst 25-jährig

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Steinzeitalt und doch erst 25-jährig

Die Gemeinde Greng feiert ihren 25. Geburtstag

Am 19. Dezember 1981 haben sich die Bürgerinnen und Bürger von Greng in einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung mit 23 gegen 5 Stimmen für die Selbständigkeit ihrer Gemeinde ausgesprochen. Bis dahin waren sie mit Merlach administrativ verbunden. Gestern feierten die Grenger ihren Gemeinde-Geburtstag.

Autor: Von ELISABETH SCHWAB-SALZMANN

Die heutige Gemeinde Greng ist genau ein Vierteljahrhundert alt, ihre Wurzeln reichen aber bis in die Jungsteinzeit (5000 bis 1800 v. Chr.) zurück. Greng wird vom lateinischen grangia für Scheune abgeleitet. Der Ort war im Mittelalter mit Avenches und Faoug (Pfauen) zusammen im Besitz des Bischofs von Lausanne, bis es Bern und Freiburg in den Burgunderkriegen an sich zogen. Im 19. Jahrhundert gehörten rund 40 Bauten und über 200 Hektaren Land, Mühlen und eine Sägerei zum Ort. Greng war im 18. Jahrhundert auch ein wichtiges Westschweizer Zentrum für die Stoffdruckerei.Administrativ gehörte Greng bis 1981 zu Merlach. Das kantonale Gemeindegesetz von 1980 verlangte aber, dass Gemeinden mit gemeinsamer Verwaltung wieder ihre eigenen Organe zu bilden hätten. Die Grenger wählten nicht die Fusion mit Merlach, sondern die Verselbständigung. Das Gemeindegebiet umfasst heute 101 Hektaren Land und wird von 169 Einwohnern bewohnt. In der Dorfchronik heisst es zum Charakter der Gemeinde: «Deutlich wird auf den landwirtschaftlichen Charakter des Dorfes hingewiesen: Güllen und Mistführen an Samstagen, sowie das Kuhglockengeläute werden vertraglich abgesichert.»

Steuergünstigste Westschweizer Gemeinde

Greng gehört zum Kreis der 15 bevölkerungsmässig kleinsten Freiburger Gemeinden. Mit der bevorstehenden Ortsplanungsrevision möchte man ein sanftes Wachstum anstreben. Daniel Roux, abtretender Syndic, meint: «Wir sind eine höchst attraktive, in der Westschweiz wahrscheinlich die steuergünstigste Gemeinde. Wir werden vielleicht auf 220 Einwohner anwachsen. Für uns zählt ein qualitatives und nicht quantitatives Wachstum.»Der aktuelle Trend zum Fusionieren von kleinen Gemeinden hat Greng bisher nicht betroffen. Die von Staatsrat Pascal Corminboeuf geförderten Gemeindefusionen sind vor einem Jahr abgeschlossen worden. Gemäss Brigitte Leiser vom Gemeindedepartement sind keine Fusionsgesuche betreffend Greng hängig.Walter Zürcher, Gemeindepräsident von Merlach, ist zufrieden mit der von Greng gewählten Selbständigkeit. Zur Geburtstagsfeier seiner Nachbarn sagt er auf Anfrage: «Wir sind den Grengern weiterhin freundschaftlich verbunden, eine Fusion beider Gemeinden steht bei uns nicht zur Diskussion. Unsere beiden Gemeinderäte treffen sich viermal im Jahr, dabei besprechen wir Aktuelles.» Merlach und Greng teilen den Friedhof, sie sind im gleichen Feuerwehrverbund (noch mit Clavaleyres zusammen) und bis vor kurzem haben die Schützen gemeinsam geschossen.Auch dem Vorgänger des heutigen Ammanns, Eduard Scherz, liegt ein moderates Wachstum «seiner» Gemeinde am Herzen. Nach 21 Jahren im Gemeinderat, davon 17 als Ammann, trat er im Frühling 2003 zurück, er wohnt seither in Murten. Der Ehrenbürger von Greng meint gegenüber den FN: «Wir haben uns in den vergangenen 25 Jahren als kleine Gemeinde behaupten können, das wird hoffentlich auch noch lange so bleiben.»

Schlossgeschichten

Das eigentliche Zentrum von Greng ist das Schloss. Es wurde 1785 vom Freiburger Charles de Castella aus dem Landgut Herrenschwand zum Schloss ausgebaut. Besitzer waren einmal die Neuenburger Familie de Pourtalès, dann der ehemalige Nestlé-Verwaltungsratspräsident Emile-Louis Roussy, Berner Familien usw. Der einstige Feriensitz für Adlige wurde für kurze Zeit zur Werkstatt für Konfitüren und Tomatenpuree und in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eröffneten die damaligen Besitzer für kurze Zeit im Schloss eine alkoholfreie Wirtschaft. Das Schloss blieb danach lange leer. Es gehört heute dem Berner Architekten Hans-Ulrich Würgler, der den Besitz in Eigentumswohnungen umbaute. 1987 wurden 24 Reihen-Einfamilienhäuser im Schlosspark erstellt.Es wurden folgende schriftliche Quellen für den Text beigezogen: Markus F. Rubli, Greng, Rubli Murten 1991, und Hermann Schöpfer, Kunstdenkmäler des Kantons Freiburg, Band 5.

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