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Sternstunden aus der Zukunft

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wort zum neujahr

Autor: Hildegard Schmittfull

Sternstunden aus der Zukunft

Das alte Jahr geht heute zu Ende, und morgen beginnt ein neues. Die Zeit hinter uns ist bereits unsere Vergangenheit. Ob es eine gefüllte oder vertane Zeit war, ist oft das Ergebnis dessen, durch welche Brille wir sehen.

Eine mögliche Brille besteht darin, als Gesegnete durchs Leben zu gehen, sich weit zu öffnen für den Segen Gottes und ein Instrument zu sein, diesen Segen zu verbreiten, selbst zum Segen zu werden. Indem wir das «Zeitliche» segnen, so Jörg Zink, bejahen wir unseren Weg, bejahen den Willen Gottes, der uns führt, und übergeben das, was war, was ist und auch das, was nicht gewesen ist. Wir söhnen uns aus mit dem, was uns fehlte.

Indem wir das Gewesene bejahen, nehmen wir das Kommende an und folgen der Stimme Gottes, die uns in seinem Ruf Abschied und Aufbruch zumutet.

In diesem Sinne könnte Gott durch Mose, Aaron, dem israelitischen Volk und auch uns überaus wohlwollende Segensworte geschenkt haben: «Gott segne dich und behüte dich. Er lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Er wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil!» (Num 6,22-27)

Er sagt uns damit: Du Mensch, vertrau darauf, dass Du auf Deinem Weg behütet bist, sei Dir bewusst, Gott blickt Dich an, gütig, leuchtend, zugewandt. Er will Dein Heil. Er schenkt Dir Lebenskraft und Hoffnung für das kommende Jahr.

Die Zeit vor uns ist der offene Raum – etwas zu werden, etwas zu sein, etwas zu tun. Vielleicht gibt es Pläne für das neue Jahr und unsere Kräfte sind ausgerichtet; vielleicht wollen wir etwas tun, wozu uns bisher nie die Zeit gereicht hat, vielleicht gibt es Visionen, in denen unsere tiefsten Sehnsüchte ihre Gestalt gefunden haben; vielleicht ist der Raum vor uns noch leer und ungewiss und wir sind achtsam für das, was uns sucht und bei uns ankommen will.

Wie auch immer: Wir könnten verstehen, dass eine von Gott geschenkte und zugemessene Zeit Gottes zugewandte Liebe ist, dass Zeit aus Gott wie der Raum ist, in seinen Händen gehalten und von ihm gefüllt.

Von solcher Art gefüllter Zeit spricht der Galaterbrief: «Als die Zeit erfüllt war …», wurde Gott Mensch, geboren von einer Frau, damit wir Söhne und Töchter sind. Eine grandiose Vision, die uns in die Augenhöhe Gottes bringt.

«Fülle der Zeit» ist nach Meister Eckehart, wenn keine Zeit mehr ist. Sie kann, wie bei Maria, auch in uns geschehen. Wenn die Zeit in unserem Herzen an die Ewigkeit rührt, dann sind wir in eine neue Freiheit hineingestellt, eine Freiheit, die uns mit den Augen Gottes auf unsere Zeit und ihre Ereignisse blicken lässt.

Dann, liebe Christen, geschieht Gottesgeburt in der Welt, nicht nur an Weihnachten. Die Krippe will gefunden werden in unserer Wohnung, in unseren Beziehungen, an unserem Arbeitsplatz und auf der Strasse …

Ich wünsche uns allen, dass uns im neuen Jahr Sternstunden aus der Zukunft entgegenkommen, in denen wir «Fülle der Zeit» erleben können, Zeit, die an die Ewigkeit rührt.

Hildegard Schmittfull ist Theologin und Kontemplationslehrerin und lebt in Teufen AR.

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