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Stolperstein Gottes Sohn

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Wort zum Sonntag

Ich schlage die Bibel beim Evangelisten Markus im ersten Kapitel auf und lese: Anfang der Heilsbotschaft von Jesus, dem Messias, Gottes Sohn.

Da ist er schon, der Stolperstein!

Es geht auf Weihnachten zu, wo wir die Geburt des Gottessohnes besingen. Ein Stolperstein für Gläubige und Ungläubige. Vor allem, wer anfängt, über den eigenen Glauben nachzudenken, muss stolpern, zweifeln, stolpern.

Mit welcher Selbstverständlichkeit doch der Evangelist den Gottessohn gleich zu Anfang seines Schreibens einführt!

 Doch dann hält auch Markus Ausschau nach einem Anhaltspunkt, nach einem Hinweis, der seine Behauptung stützen könnte. Er beruft sich auf einen Propheten, der es schon vor Zeiten geahnt und ausgesprochen hat, dass einmal einer kommen wird, mit dem das unverfälscht Göttliche in die Menschheit einbrechen wird. Doch auch beim Propheten – er heisst Jesaja – schimmern bereits die Schwierigkeiten durch, die rund um das göttliche Erscheinen auftreten werden. Schon derjenige, der nur als Vorbote auf das Erscheinen hinweisen soll, wird Probleme haben. Er wird ein einsamer Rufer in der Wüste sein! Wer will ihn hören?

 Markus weiss, wie der Vorbote heisst. Es ist Johannes, der unmittelbar vor dem öffentlichen Auftreten Jesu versucht, diesen anzukündigen, ihn bei den Zeitgenossen einzuführen. Dafür hält sich Johannes zunächst in der Wüste auf, dann steht er am Jordanfluss.

Die Kargheit der Wüste ist es, die Johannes inspirierte, die ihn erkennen liess, wer dieser Messias sein könnte. Nicht wenige pilgern hinaus zum Rufer in der Wüste. Die Busswilligen lassen sich mit Jordanwasser taufen. Das ist gut – so sagt Johannes der Täufer. Doch der, auf den er hinweist, der tauft mit Geist, mit Heiligem Geist, mit dem Geist Gottes. Im gleichen Bericht bei den Evangelisten Matthäus und Lukas wird zum Geist noch Feuer hinzugefügt. Und der vierte Evangelist, gleichen Namens wie der Täufer, hält–wie Markus – im Blick auf Jesus ebenfalls fest: Dieser ist der Sohn Gottes.

Jetzt ist es an uns, im Stolpern über den Stein unserer Ratio nach dem Erscheinen des Gottessohnes zu suchen. Warum sollte Gott sich in unserer Welt nicht wenigstens einmal ein unverfälscht göttliches Angesicht gegeben haben? Zumindest in uns selbst tragen wir davon einen heiligen Funken.

 

Ingrid Graveist Dominikanerin in Zürich, wo sie in der Ökumene und in der Seelsorge engagiert ist.

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