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Stopp der Verschwendung

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Food Waste ist für zehn Prozent des ökologischen Fussabdrucks der Schweizerinnen und Schweizer verantwortlich; jede Person wirft im Jahr 94 Kilogramm Lebensmittel weg. Dies hält der Gemeinderat in seiner Antwort auf ein Postulat zum Thema Lebensmittelverschwendung fest. «Die Auswirkungen auf die Umwelt und die Wirtschaft sind beträchtlich.» Der Gemeinderat sieht die Lebensmittelindustrie, die Landwirtschaft und den Handel ebenso in der Pflicht wie die Konsumentinnen und Konsumenten.

Dass so viele Lebensmittel im Abfall landen, obwohl sie noch essbar wären, stört vier Mitglieder des Freiburger Generalrats, die das Postulat eingereicht haben: Simon Murith (CVP), Vincenzo Abate (Grüne), Mario Parpan (CSP) und Marie-Gertrude Morel-Neuhaus (FDP) fordern, der Gemeinderat solle eine effiziente Politik gegen die Verschwendung von Lebensmitteln auf die Beine stellen.

Das schwächste Glied

Die Stadt Freiburg hat vor gut einem Jahr beim Amt für Tiefbau, Umwelt und Energie neu eine 60-Prozent-Stelle geschaffen. Seither kümmert sich Aline Hayoz-Andrey um Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen. «Wir richten unser Augenmerk auf die Konsumentinnen und Konsumenten», sagt sie. «Sie sind das letzte Glied in der Kette.» Denn sie seien für 40 Prozent der Lebensmittelverluste verantwortlich.

Die Konsumentinnen und Konsumenten kauften oftmals zu grosse Mengen ein, planten die Mahlzeiten nicht genügend und lagerten die Resten schlecht, sagt Aline ­Hayoz- Andrey. Auch verstünden viele die Ablaufdaten auf den Verpackungen nicht richtig und entsorgten deshalb oftmals noch essbare Lebensmittel. Zudem seien in den Restaurants die Portionen oft zu gross.

Die Leute müssen also ihre Gewohnheiten ändern, wenn sie weniger Lebensmittel verschwenden wollen. «Wir müssen die Freiburgerinnen und Freiburger darum motivieren, etwas zu verändern.»

So setzt die Stadt Freiburg unter anderem aufs Kompostieren: Im Jahr 2006 wurden die grünen Container für die organischen Abfälle eingeführt, seit diesem Jahr wird ein Teil des städtischen Komposts in einer Biogasanlage in Energie verwandelt.

Nächstes Jahr soll zudem im Quartier Schönberg ein Garten eingerichtet werden, in dem die Anwohnerinnen und Anwohner Gemüse anpflanzen können. Im Le Port in der Unterstadt und in der Blue Factory sollen weiterhin Gemeinschaftsgärten in Töpfen und Hochbeeten gepflegt werden. «Die Konsumentinnen und Konsumenten erfahren so, woher die Lebensmittel kommen, und erhalten einen Bezug dazu», sagt Hayoz-Andrey. «Wenn jemand nicht mehr weiss, wie Lebensmittel entstehen, fördert dies die Verschwendung.»

Ein Interesse an mehr Wissen über Lebensmittel bestehe, sagt Aline Hayoz-Andrey. Ihr Amt hat ein Flugblatt mit Saisonfrüchten und -gemüse zusammengestellt. «Die Nachfrage war riesig.»

Wo die Stadt selber reagieren kann, tut sie dies. So bestellt in den Kindertagesstätten das Personal jeden Morgen die genaue Anzahl an nötigen Mahlzeiten, und die Portionen sind kindergerecht. Zudem gehen die Resten an den Lieferanten zurück, der sie weiterverwerten kann.

Mehr Mehrweggeschirr

Nun möchte Aline ­Hayoz- Andrey die Stadtfreiburgerinnen und -freiburger ermuntern, weniger Wegwerfgeschirr zu benutzen. «Wir schauen mit den Take-away-Geschäften, ob sie es akzeptieren, wenn die Kundschaft das Mittagessen in ihrem eigenen Behälter einkauft.»

Der Bund unterstützt die Stadtfreiburger Sensibilisierungspläne: Soeben hat die Stadt 20 000 Franken an Subventionen für ihre verschiedenen Aktionen erhalten. «Damit können wir einiges aufbauen», sagt Aline Hayoz-Andrey.

Die Beauftragte für Nachhaltigkeit hat das Gefühl, dass all diese Aktionen bei den Leuten ankommen. «Die Menschen sind heute sehr empfänglich für Fragen wie Lebensmittelverschwendung. Sie achten auf die Qualität der Lebensmittel und kaufen Bio ein.»

Evaluation

Den Erfolg der Sensibilisierung im Abfall messen

Die Stadt Freiburg will gegen den verschwen­derischen Umgang mit Lebensmitteln vorgehen und hat zahlreiche Aktionen aufgegleist (siehe Haupttext). Aline ­Hayoz-­ Andrey, die für Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen zuständig ist, will wissen, ob die Aktionen auch etwas bringen. Damit Vergleiche möglich sind, plant sie, zu messen, wie viele Lebensmittel die Stadtfreiburgerinnen und -freiburger in den Abfall werfen – vor und nach den Sensibilisierungsaktionen der Gemeinde. «Wir möchten in den Abfallsäcken messen, wie viele noch essbare und wie viele abgelaufene Lebensmittel sich darin befinden, und wie viel dieses Abfalls vermeidbar war.» Noch sei aber offen, wie genau sie das messe, sagt Aline Hayoz-Andrey. «Es ist nicht einfach, den richtigen Indikator zu bestimmen.» Eine andere Art der Überprüfung sind Interviews; doch diese sind sehr zeitaufwendig.

njb

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