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Strafanstalt macht aus Mist Strom

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«Von einer Strafanstalt erwartet man nicht unbedingt, dass sie den Weg in eine Zukunft mit erneuerbarer Energie aufzeigt, und doch ist das in Bellechasse der Fall», sagte Staatsrat Erwin Jutzet gestern an der Einweihungsfeier. Das Projekt stehe im Zeichen des Engagements des Kantons Freiburg für Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien. «Der Staat geht hier mit gutem Beispiel voran.» Bellechasse-Direktor Franz Walter hielt fest, der Auftrag von Bellechasse sei es, einen gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen. «Dies versuchen wir bei der Resozialisierung der Insassen, aber auch bei Projekten wie der Biogasanlage.» Es sei wichtig, dass nicht nur über grüne Energie gesprochen werde, sondern auch Taten folgten. «Und da danke ich meinem Vorgänger Philippe Tharin als Motor dieses Projekts.»

Vom Stall ins Stromnetz

Die neue Biogasanlage soll pro Jahr 1,1 Millionen Kilowattstunden Strom liefern. Das entspricht rund 80 Prozent des Eigenbedarfs der Anstalten von Bellechasse. Die Abwärme der Anlage fliesst ins Fernwärmenetz und deckt rund 20 Prozent des Heizbedarfs. Und so funktioniert die Anlage: Insassen der Strafanstalt transportieren den Mist aus den Ställen sowie organische Abfälle zur Anlage. Dort wird ein Substrat beigemischt, das die Gärung unterstützt. Es besteht zu grossen Teilen aus Kaffeeabfällen, die von der Firma Nestlé stammen. Das ganze Gemisch kommt danach ins Silo, wo die Gärung einsetzt. Dabei entsteht Gas, hauptsächlich Methan, das durch Verbrennung einen Generator antreibt. Der Strom wird ins Stromnetz eingespeist, die Abwärme ins Fernwärmenetz.

Das Gärgut, das als Restprodukt in den Silos zurückbleibt, landet als Dünger wieder auf den Feldern. «Dieses Gärgut ist hochwertiger als unvergärte Gülle, da es kein Methan enthält», so Martin Hertach, Leiter des landwirtschaftlichen Betriebes von Bellechasse. Es werde von den Pflanzen besser aufgenommen und verbreite keinen unangenehmen Geruch. Weil der Landwirtschaftsbetrieb Bellechasse selber genügend Material für die Biogasanlage produziert, wird keine Gülle und kein Mist von ausserhalb angeliefert. «Auch das Gärgut verwenden wir selber», so Hertach.

Vom Bund subventioniert

Laut Jean-Paul Monney, Verwaltungsrat der Betreiberfirma Belgaz, soll die Biogasanlage nicht nur selbsttragend sein, sondern eine Rendite von 4 bis 4,5 Prozent abwerfen. Da die Stromproduktion mit Biogas teuer sei, sei dies nur dank der kostendeckenden Einspeisevergütung möglich. Damit zahlt der Bund dem Produzenten die Differenz zwischen den Produktionskosten und dem Marktpreis.

Mit der Biogasanlage kommen die Anstalten vom Bellechasse dem angestrebten Ziel der energetischen Autonomie deutlich näher. Und es sind bereits neue Projekte geplant: Im kommenden Jahr soll laut Vize-Direktor Paul-André Morandi auf einem neuen Gebäude eine Fotovoltaikanlage eingerichtet werden. «Dann möchten wir nach und nach weitere Dächer ausrüsten.»

 

 

Zahlen und Fakten

Elektrizität für rund 250 Haushalte

Die Anstalten von Bellechasse betreiben den zweitgrössten Landwirtschaftsbetrieb der Schweiz. Durch Exkremente aus der Tierhaltung und organische Abfälle der Anstalt fallen jährlich rund11500 Tonnen Gülle und Mistan. In der neuen Biogasanlage entstehen daraus durch Gärung künftig550000 Kubikmeter Biogaspro Jahr. Das Gas wird verbrannt und mittels eines Generators in Strom umgewandelt. So werden in der Biogasanlage jährlich1,1 Millionen KilowattstundenStrom erzeugt, was in etwa dem Verbrauch von250 Haushaltenentspricht. Die bei der Stromproduktion entstehende Wärme von rund750000 thermischen Kilowattstundenwird ins Fernheizungsnetz eingespeist und deckt rund20 Prozent des Wärmebedarfsder Anstalten von Bellechasse. Die budgetierten Kosten der Biogasanlage liegen bei rund3,5 Millionen Franken.Die Anlage wird von der Belgaz SA betrieben, die zu 65 Prozent dem Kanton Freiburg und zu 35 Prozent der Greenwatt AG gehört, einem Tochterunternehmen der Groupe E.luk

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