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Streits Raupen sollen Seide spinnen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Helene Soltermann

Mit 80 000 Raupen auf dem Bauernhof Rohseide produzieren – wenn das keine Spinnerei ist! Als Spinner bezeichnet sich die Familie Streit-Knuchel nicht. «Von nichts kommt nichts», sagt Ursula Knuchel Streit. «Wir sind offen für Neues und wollen testen, ob sich die Seidenraupenzucht auf unserem Hof umsetzen lässt.» Dies würde ihnen ein zusätzliches Einkommen ermöglichen. Der Bauernhof der Familie Streit-Knuchel ist schon lange kein klassischer Hof mehr. Mit Hilfe der Eltern von Reto Streit, mit einer Lehrtochter und mit Teilzeitangestellten betreibt die Familie Ackerbau und Pouletmast, sie halten Pensionspferde und verkaufen selbstproduziertes Galloway-Gourmet-Beef direkt ab Hof. Ein weiteres wichtiges Standbein ist das Angebot mit Gästezimmern und Gastroanlässen.

13 Bäume für ein Kilo Seide

In fünf Jahren wird sich zeigen, ob auf dem Betrieb künftig auch Seidenraupen gezüchtet werden. Dann nämlich wollen Streits Bilanz ziehen, ob sich die Zucht lohnt. Ehrgeizig ist das Projekt allemal, denn bis anhin ist die Raupenzucht unter den Bauern hierzulande kein bekanntes Metier. Erst im letzten Jahr ist die Vereinigung «Swiss Silk» gegründet worden, bei der Ursula Knuchel Streit im Vorstand sitzt (siehe Kasten). Die Streits müssen sich das Handwerk mit der Raupenzucht erst einmal aneignen. Zuerst braucht es die Futtergrundlage: Seidenraupen fressen ausschliesslich frisch geerntete Blätter des weissen Maulbeerbaums. Und sie fressen viel. «Um ein Kilogramm Rohseide herzustellen, braucht es 13 Maulbeerbäume», erklärt Ursula Knuchel Streit. Derzeit wachsen auf ihrem Hof 20 solcher Bäume. Wenn das Projekt funktioniert, möchten Streits jedes Jahr mehr Bäume ziehen. «Unser langfristiges Ziel ist es, 2500 Bäume anzupflanzen», erklärt Reto Streit.

Diesen Sommer machen Streits ihren zweiten Versuch mit den Raupen. Der erste Versuch ist gelungen, Ursula Knuchel Streit zeigt eine Handvoll Kokons, die von den letztjährigen Raupen stammen. In der Waschküche zogen Streits rund 100 Raupen auf. Seidenraupen schlüpfen aus einem Ei so klein wie ein Mohnsamen, häuten sich drei Mal und werden gut fünf Zentimeter gross. Wenn sie nicht gerade am Fressen sind – die Raupen erhalten zwei Mal pro Tag eine auf ihre Grösse zugeschnittene Ration Maulbeerblätter – verharren sie in der Starre. Nach rund 30 Tagen spinnen sich die Raupen in ein Kokon ein. «Bevor sich die Raupe in einen Falter verpuppt, muss sie durch Hitze getötet werden», erklärt Ursula Knuchel Streit. Erst dann kann pro Kokon ein bis zu drei Kilometer langer Seidenfaden gewonnen werden. «Weil die Seidenraupe zur Seidengewinnung gezüchtet worden ist, wäre der Falter nicht lange lebensfähig», sagt Reto Streit. Die Männchen leben nur ein paar Stunden, die Weibchen ein paar Tage.

Der erste Seidenfaden

Damit der Faden vom Kokon abgewickelt werden kann, muss der Seidenleim im heissen Wasserbad gelöst werden. Der einzelne Faden wird anschliessend mit einer speziellen Maschine vom Kokon abgehaspelt. Um einen genügend starken Faden herzustellen, werden mehrere Seidenfäden miteinander verzwirnt.

Beim ersten Versuch im letzten Jahr haben Streits noch keine Seidenfäden abgehaspelt. Sie wollten zuerst einmal testen, ob sich die Raupen überhaupt in ein Kokon einspinnen. Ob der erste Seidenfaden von Streits Raupen gewonnen werden kann, wird sich frühstens im Herbst zeigen – dann, wenn sich die diesjährigen Raupen in ihren Kokons eingesponnen haben. Bei den Schweizer Seidenfabrikanten stösst die Seidenraupenzucht auf Interesse. Wenn sich das Projekt auf dem Hof von Streits bewährt, wird es also vielleicht schon bald Seidenkrawatten «made by Streit-Knuchels Seidenraupen» geben.

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