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Studie als mangelhaft zurückgewiesen

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Der Verband Abwasserreinigungsanlage (ARA) Seeland-Süd hält weiterhin an der neuen Anlage in Muntelier fest. Die Prüfung der Gegenstudie der Aktionsgruppe «Sauberer Murtensee» (ASM) sei abgeschlossen worden, teilte der ARA-Verband mit. Dabei zeigte sich, dass «einige Annahmen in der Studie der Aktionsgruppe nicht zutreffen», sagte Ursula Schneider Schüttel, Präsidentin der ARA Seeland-Süd auf Anfrage.

Den FN liegt das Gutachten, das ein Ingenieurunternehmen im Auftrag des ARA-Verbandes verfasst hat, vor. Darin wird die Qualität der Ausführungen der ASM grundlegend infrage gestellt: Die Studie der Gruppe werde «in keinster Weise» der Bearbeitungstiefe des Projektes gerecht. Konkret bemängelt werden unvollständige «und damit zu niedrige» Angaben zu den Investitionskosten des Alternativstandortes. Ebenfalls fehle eine Betriebskostenaufstellung. Aus Sicht des Ingenieurunternehmens verursache ein ARA-Standort in Kerzers gegenüber Muntelier «marginal höhere Betriebskosten, deutlich höhere Jahreskosten und wesentlich höhere Investitionskosten». Letztere sollen in Kerzers um 27 Prozent höher liegen.

Weiter kritisiert das Ingenieurunternehmen die Angaben zum Phosphoreintrag in den Murtensee. Die Phosphormenge, die durch Industrie und Landwirtschaft in den See gelangt, werde in der Studie der Aktionsgruppe «komplett vernachlässigt».

Medien wurden bevorzugt

Schneider Schüttel teilte den Medien gestern am späten Vormittag die Kritikpunkte an der Studie der ASM mit. Der Infoanlass für die Mitglieder der Aktionsgruppe fand jedoch erst am späten Nachmittag statt und dauerte bis in den Abend hinein. Deshalb konnte Peter Halbherr, Präsident der Aktionsgruppe, gestern noch keine Stellung zur Kritik an seiner Studie nehmen. Er bezeichnete es als «unhöflich, dass der ARA-Verband sich eine Meinung bildet, ohne uns vorher anzuhören».

Halbherr zeigte sich weiterhin nicht überzeugt vom geplanten Projekt in Muntelier. «Wir verlangen eine Umweltverträglichkeitsprüfung durch die neutrale Forschungsanstalt Eawag. Dann wird es ein böses Erwachen geben.» Sein Ziel sei, den Murtensee als Trinkwasser-Reservoir zu schützen. «Noch mehr Klärwasser ist schlecht für die Trinkwasserqualität», warnte er.

Fazit: Schneider Schüttel sah gestern keinen Grund, den geplanten Standort Muntelier abzuändern. «Vielleicht lassen sich die Mitglieder der Aktionsgruppe überzeugen, dass diese Lösung eine gute ist.» Falls dies nicht der Fall sei, «müssen wir uns auf eine Gegnerschaft und einen Abstimmungskampf einstellen.»

Standortfrage

Langwierige Diskussionen

Der ARA-Verband Seeland-Süd will die Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Muntelier für über 60 Millionen Franken um- und ausbauen. Sie soll auch Abwässer der Region Kerzers aufnehmen, welche dann in den Murtensee gelangen. Nach vielen Diskussionen entschieden sich die beteiligten Gemeinden 2011 für das Projekt in Muntelier. Im Juni 2016 bildete sich die Aktionsgruppe «Sauberer Murtensee», die den Standort Muntelier ablehnt. Deren Mitglieder verlangen, dass das ARA-Projekt in Kerzers realisiert wird.

fca/jmw

«Wir verlangen eine Umweltverträglichkeitsprüfung durch die Eawag. Dann wird es ein böses Erwachen geben.»

Peter Halbherr

Präsident der Aktionsgruppe

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