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Studierende streiken für ihren Vorsteher

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Autor: Nicole Jegerlehner

Das Gerücht ging an der Hochschule für Technik und Architektur schon lange um: Der Leiter des Studiengangs Architektur, Pieter Versteegh, sei bei einigen alteingesessenen Dozenten umstritten. Diese machten Druck beim Schuldirektor und forderten Versteeghs Entlassung. Es kam so weit: Die Direktion enthob Versteegh am Mittwoch von seiner Leitungsfunktion. Die Studierenden haben davon am Donnerstagabend erfahren, sich zusammengetan und einen Brief an die Direktion geschrieben. Sie protestieren darin gegen die Art und Weise des Vorgehens – aber auch gegen den Entscheid an sich: Sie möchten ihren Leiter zurückhaben. Darum haben sie gestern keine Vorlesungen besucht, sondern sich in der Eingangshalle der Hochschule an der Perollesstrasse 80 niedergelassen und gestreikt.

Fehlende Information

«Wir wollen klare Informationen», sagte eine Studentin. Und ein Kollege fügte an, dass Studierende bereits vor Wochen bei der Direktion vorgesprochen hatten, da Gerüchte im Umlauf waren. «Damals hat man uns angehört, wir konnten unsere Ansicht darlegen – und jetzt fällt aus heiterem Himmel der Entscheid, dass Pieter Versteegh gehen muss.»

Nicht nur Studierende haben sich mit dem Leiter des Studiengangs solidarisiert. Auch Dozentinnen und Dozenten setzen sich für ihn ein. Und auch sie wollen, wie die Studierenden, anonym bleiben und ihre Namen nicht in der Zeitung lesen. «Wir erwarten von der Direktion Erklärungen», sagt ein Dozent. «Wir möchten die Gründe für die Entlassung kennen.»

Pieter Versteegh unterrichtet seit rund vier Jahren an der Hochschule für Technik und Architektur ; seit einem Jahr leitet er den Studiengang Architektur. Das erste Jahr als Leiter gilt jeweils als Probezeit. Versteegh hat im Zuge der Bolognareform den Masterzyklus aufgebaut und auch interne Reorganisationen vorgenommen. «Ich schätze das sehr, der Unterrichtsalltag ist effizienter geworden», sagt ein Dozent. Doch einige alteingesessene Dozierende störten sich an den Neuerungen; diese hätten beim Direktor darauf gedrängt, dass Versteegh gehen müsse. «Die Mehrheit steht aber hinter Versteegh», sagt ein Dozent.

Mandatsentzug statt Hilfe

Dies sieht auch der Betroffene selber so: Pieter Versteegh spricht von einigen wenigen Dozenten, die sich im Kollegium mit insgesamt 42 Dozierenden gegen Neuerungen stellten und destruktive Kritik übten. Seit er den Studiengang leite, versuche er, die Konflikte einzudämmen. Doch habe dies die Situtation noch verschärft. Also habe er die Direktion gebeten, ihm zu helfen, sagt Versteegh. «Das Resultat ist nun überraschend: Sie haben mir das Mandat des Studiengangleiters entzogen.» Die Situation sei asymmetrisch, sagt Versteegh: «Eine kleine Gruppe hat die Macht, gegen die Mehrheit strategisch wichtige Entscheide zu treffen.»

Versteegh wieder im Amt

Nach Sitzungen mit Studierenden und mit Dozenten beschloss die Direktion gestern Abend, Versteeghs Probezeit zu verlängern: Er ist für ein Jahr wieder Leiter des Studiengangs. Michel Rast, Direktor der Hochschule, sagte den FN: «Wir wollen den Dialog zwischen allen Dozierenden, aber auch mit den Studierenden wieder aufnehmen.» Das Problem sei komplizierter, als Versteegh es darstelle; auch sei die Gruppe der Kritiker gar nicht so klein. «Wir versuchen nun, den Konflikt zu regeln.»

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