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Stunde null für das neue Medizinstudium

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Seine Arztausbildung mit Schwerpunkt Innere Medizin hatte Raphael Bonvin in Lausanne absolviert und sich in Innerer Medizin weitergebildet. «Doch ich war nicht zufrieden, wie mir die Medizin beigebracht wurde. Ich war überzeugt: Es gibt andere Wege.»

Nun erhält Bonvin die Gelegenheit, in Freiburg neue Wege zu begehen. Seit dem 1. September ist er als Professor an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg angestellt, um den neuen Masterstudiengang in Humanmedizin mit einem besonderen Augenmerk auf der Hausarztmedizin aufzubauen. Bonvin arbeitet vorerst zu 40 Prozent und ab 1. Januar 2018 zu 100 Prozent am Aufbau des Masterprogramms.

Er weiss, was verlangt wird

«Das Freiburger Projekt hat sich herumgesprochen», sagt der Neffe des ehemaligen Walliser CVP-Bundesrats Roger Bonvin. Raphael Bonvin, der in der Zwischenzeit einen Master in Medical Education erworben und an den Medizinischen Fakultäten in Basel und in Lausanne gearbeitet hat, fühlte sich vom Freiburger Projekt angesprochen.

«Es ist nicht nur die Zahl von 40 Masterstudenten, die mich angezogen hat, sondern vielmehr die Ausrichtung auf die Hausarztmedizin», sagt er. Bonvin bewarb sich, kam mit drei anderen Kandidaten in die engere Wahl, musste sich vorstellen und eine Probevorlesung halten und wurde im Frühling als erster Professor des neuen Freiburger Masterprogramms angestellt.

Was den Ausschlag zugunsten seiner Kandidatur gegeben hat, weiss Bonvin nicht. Sicher aber konnte er mit seiner Zweisprachigkeit Französisch-Schweizerdeutsch und der Erfahrung in medizinischer Didaktik punkten. Zudem war er Co-Leiter einer Arbeitsgruppe für die Eidgenössische Medizinerprüfung, so dass er bestens über die Erfordernisse an eine Masterausbildung informiert ist.

Bonvin betont, dass das Freiburger Projekt schweizweit einmalig sei: «Zum einen starten wir beim Masterprogramm bei null, zum anderen ist es ein Wunschprojekt der kantonalen Politik.» Zur Erinnerung: Vor fast genau einem Jahr hat der Grosse Rat mit 94 zu 0 Stimmen dem Master in Humanmedizin zugestimmt.

Raphael Bonvin sagt, ein neuer Studiengang mit Ausrichtung auf die Hausarztmedizin würde an anderen Fakultäten, die bereits seit Jahren Masterprogramme anbieten, auf viele Widerstände stossen. Auch in Freiburg könnte es Widerstände geben, beispielsweise seitens der Spitalmedizin. Wie er betont, soll die neue Ausbildung aber Hand in Hand mit der Spitalmedizin funktio­nieren. Immerhin sind ja die Universität, das Freiburger Spital wie auch das Netzwerk für Psychische Gesundheit Partner bei diesem Projekt.

«Ich bin mit Ideen und Träumen nach Freiburg gekommen», sagt der 50-Jährige. Diese dienen ihm als Kompass. Für die Realisierung müssten aber genügend Leute mitmachen. Den Aufbau des Masters gestaltet er inmitten eines Leitungsausschusses sowie einer Arbeitsgruppe. In diese beiden Gremien sind sowohl die beteiligten Institutionen als auch Fachpersonen eingebunden.

Derzeit ist Raphael Bonvin noch alleiniger Angestellter für den Aufbau des Masters in Medizin. Er hat aber bereits ein vierköpfiges Team um sich, das im Skills Lab im Foyer St-Justin für das Department für Medizin arbeitet. So ist beispielsweise Maria Teresa Alfonso Rocca in der Medizindidaktik tätig, und sie unterhält Kontakte zu Universitäten und Fakultäten in Kanada, die Freiburg als Vorbild in Sachen Hausarztmedizin dienen können. «Doch wir können Nord-Ontario nicht einfach auf Freiburg übertragen. Wir müssen die Freiburger Bedürfnisse, die Kultur Freiburgs und die Kultur der Haus­ärzte in unserem Programm berücksichtigen.»

In zwei Jahren gehts los

Für seine Aufbauarbeit hat Raphael Bonvin zwei klare Fixpunkte: Die ersten 40 Studenten werden im Herbst 2019 mit dem Master beginnen, und Ende 2022 werden sie ihre dreijährige Ausbildung beenden. «Diese Studenten müssen genau so gut ausgebildet sein, wie diejenigen aller anderen Fakultäten, aber sie sollen eine besondere Sensibilität für die Allgemeinmedizin mitbringen. Wir wollen etwas Eigenes anbieten. Die Allgemeinmedizin ist vielleicht finanziell nicht am interessantesten, sie ist aber sehr reich in Bezug auf die menschliche Dimension.»

Medizin

33 Millionen Franken als Starthilfe

Am 7. September 2016 hat der Freiburger Grosse Rat einstimmig einen Kredit in der Höhe von 33 Millionen Franken genehmigt, damit die Universität Freiburg zusammen mit dem Freiburger Spital ein Masterprogramm in Humanmedizin aufbauen kann. Bislang konnte man an der Uni Freiburg Medizin nur bis zum Bachelor studieren. Gemäss dem damaligen Dekret des Staatsrats soll an der Universität ein Institut für Hausarztmedizin entstehen, an dem jährlich 40 Studierende ihren dreijährigen Studiengang beginnen. Es handelt sich dabei um ein interdisziplinäres Programm, das mit der Ausrichtung auf Hausarztmedizin schweizweit einzigartig ist. Den Impuls für den Studiengang gab der Mangel an Hausärzten, der gerade im Kanton Freiburg ausgeprägt ist. Deshalb sollen auch praktizierende Hausärzte eingebunden werden, sei es als Dozenten, sei es durch ihre Praxen als Ausbildungsorte.

Die genehmigten 33 Millionen Franken sind als Kapital für den Aufbau des Programms vorgesehen. 2019 soll der ersten Jahrgang mit 40 Studierenden beginnen, und drei Jahre später sollen die ersten Master verliehen werden. Ab 2023 soll der Betrieb im Globalbudget der Universität integriert sein.

Am 1. September nahm Raphael Bonvin als erster Professor für den Master seine Arbeit auf. Anfang 2018 wird ein zweiter Professor angestellt. Insgesamt werden für den Studiengang bis 2022 schrittweise rund 60 neue Vollzeitstellen geschaffen. Zu diesem Zweck sollen beim Kantonsspital provisorische Räumlichkeiten entstehen. Auch ein Forschungsprogramm soll in diesem Rahmen aufgebaut werden.

uh

«Der Studiengang entspricht einem Wunschprojekt der kantonalen Politik.»

Raphael Bonvin

Koordinator des Masterstudiums

«Wir müssen die Kultur Freiburgs und der Hausärzte in das Programm einbauen.»

Raphael Bonvin

Medizindidaktiker

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