Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Sündige 12000 Kalorien

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Völlerei ist ja eigentlich eine schwere Sünde. Das hat die katholischen Freiburger aber nicht daran gehindert, in ihren Brauchtumskalender eine kollektive kulinarische Orgie aufzunehmen: die Bénichon. Die Leibesfülle von Freiburger Priestern auf historischen Fotografien lässt vermuten, dass die hiesigen Kleriker nie von der Kanzel herab gegen das masslose Schlemmen wetterten, sondern dem herbstlichen Gelage ihren tatkräftigen Segen gaben. Denn die katholische Kirche hat zwar eine strikte Morallehre, ist aber klug genug, um zu wissen, dass der Geist ihrer Schäfchen zwar willig, deren Fleisch aber schwach ist. Und dass ein kontrollierter Exzess einmal pro Jahr das Masshalten während der übrigen Zeit erträglicher macht. Zudem ist das lustvolle Geniessen dessen, was Feld und Hof hergeben, ja auch ein schmatzendes Halleluja zu Ehren des Schöpfers. Und damit hat das Schlemmen auch theologisch seine Berechtigung.

Wie auch immer: Das traditionelle Freiburger Kilbi-Menü ist ein barockes Hochamt der Fülle, des Fleisches und des Fetts. Es wird gekocht und geschmaust, als gäbe es kein Morgen. Luftige Safranbrötchen, dick mit Butter und süss-saurem Kilbi-Senf bestrichen, eröffnen das opulente Mahl. Eine deftige Kohlsuppe zeigt Magen und Gedärmen, wo es langgeht. Und man tut gut daran, den Gurt jetzt schon ein wenig zu lockern.

Denn während man sich am Beinschinken labt, den Speck lobt und sich die Räucherwurst einverleibt, schmort in der Küche das Rosinen-Lammragout seiner Vollendung entgegen und die Büschelibirnen, diese harten Kerle, werden im Karamellsirup zu entzückend zuckersüssen Softies weich gekocht. Kaum ist der letzte Löffel Kartoffelstock mit Ragoutsauce im Mund verschwunden, werden Greyerzer und Vacherin aufgetragen. Schleckmäuler seufzen in freudiger Erwartung auf. Denn nach dem Käse kommt das Dessert: Meringues mit reichlich Double-Creme. Und weil es so gut schmeckt, gleich noch einen Löffel davon, bitte. Dazu Bretzeli – sie sind ja so hauchdünn, da dürfen es ruhig ein paar mehr sein–, Anisbrötli und, und, und. Mmhhh!

Natürlich ist der Kilbi-Schmaus ein diätetischer Irrsinn. Man nimmt geschätzte 12 000 Kalorien zu sich – Wein und Schnaps nicht mitgerechnet. Ernährungsberaterinnen fallen in Ohnmacht, wenn sie nur schon das Menü lesen. Und die Cholesterin-App auf dem Smartphone alarmiert noch vor dem Dessert den Notarzt. Und doch ist das Kilbi-Essen eine gesunde Sache. Weil damit den freudlosen Fitnessfanatikern die lange Nase gedreht und das tyrannische Diktat des perfekten Körpers mit der Freude an der Fülle gebodigt wird. Und eine Sünde wert ist es allemal. Amen.

Mehr zum Thema