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Tablets: Lehrmittel oder Infrastruktur?

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Unter dem Titel «Freiburg macht seine Revolution 4.0» hatte der Freiburger Staatsrat Grosses in Sachen Digitalisierung für die Legislatur 2017 bis 2021 verkündet. Die beiden Schmittner CSP-Grossräte Urs Perler und Bernadette Mäder-Brülhart wollten darum von der Regierung wissen, wie es allgemein mit der Digitalisierung an den Freiburger Schulen stehe. In ihrer Anfrage wiesen sie darauf hin, dass die digitale Kompetenz immer wichtiger werde und Anwendungswissen allein nicht mehr genüge.

Der Vorsteher der deutschsprachigen Klassen am Kolle­gium Heilig Kreuz und die langjährige ehemalige Schulpräsidentin von Schmitten stellten zudem fest, dass Lehrmittel heutzutage immer öfter elektronisch zur Verfügung gestellt würden. Jede Schülerin und jeder Schüler werde darum in Zukunft ein eigenes Tablet oder Notebook benötigen. «Der Computer wird zunehmend von der Infrastruktur zu einem Lehrmittel.» Also wollten Perler und Mäder-Brülhart in diesem ­Zusammenhang wissen: «Wäre der Staatsrat bereit, während ein paar Jahren eine Anschubfinanzierung auf der Stufe des obligatorischen Unterrichts von 200 Franken pro Schüler zu sprechen?»

Ausweichende Antwort

In seiner Antwort verweist der Staatsrat nun auf das Projekt zur Aufgabenentflechtung, welches die Verteilung der Aufgaben und der Finanzierung zwischen Kanton und Gemeinden neu regelt. Auf den Kern der Frage, als was ein Tablet zu qualifizieren sei, geht er nicht ein.

Heute finanziert der Kanton in der obligatorischen Schulzeit nur das didaktische Material. Die Gemeinden kommen für die Infrastruktur auf. Solange Tablets zur schulischen Infrastruktur zählen wie Tische und Stühle, würden also die Gemeinden für die Ausrüstung der Schüler mit diesen Geräten aufkommen müssen.

Druck wächst

Die Haltung des Staatsrats wird von den beiden Grossräten kritisiert. Urs Perler sagt auf Anfrage: «Der Kanton propagiert immer die digitale Revolution. Sobald es aber ums Geld geht, weicht er aus.» Für die Gemeinden wäre es wichtig, bei der digitalen Transformation vom Kanton finanziell unterstützt zu werden – auch um ein Zweiklassensystem unter den Gemeinden zu vermeiden. «Der Lehrplan 21 und damit die Einführung des Fachs Informatik ab der 7. Klasse (7H) tritt im Herbst in Kraft. Auf die Gemeinden kommen grosse Investitionen zu», moniert Perler.

Während der Staatsrat also auf Zeit spielt, müssen und wollen die Gemeinden die neuen Herausforderungen anpacken, allen voran der Gemeindeverband der OS Sense. Eine Arbeitsgruppe hat bereits das Konzept «1 to 1» erarbeitet. Es hat zum Ziel, alle 1350 Schüler der vier Sensler OS-Schulen wenn möglich schon im nächsten Jahr mit Tablets auszurüsten. Noch müssten die Delegierten allerdings ihr Okay geben, sagt Verbandspräsidentin Christa Bürgy-Schubnell.

Der Leistungsausweis der Regierung in Sachen Digitalisierung an den Schulen stösst bei den beiden Grossräten aber auch auf Anerkennung. Besonders die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen sei gut. Für diese ist Felix Meisel, Pädagogischer Mitarbeiter des kantonalen Kompetenzzentrums Fritic, verantwortlich. Derzeit bilden er und sein Team ­alle Lehrpersonen aus, die das neue Fach Medien und Informatik unterrichten werden. Auch die anderen Lehrpersonen müssen Anwendungsmodule besuchen.

Grundsätzlich gut unterwegs

Für die Digitalisierung wichtig sind gemäss Meisel auch die an den Schulen tä­tigen Ansprechpersonen. Aktuell absolvieren 24 Lehrpersonen an der Hochschule Luzern eine entsprechende Ausbildung. «Leider wird deren Notwendigkeit von der Erziehungsdirektion immer wieder infrage gestellt.»

Im Übrigen ist Meisel aber der Ansicht, dass der Kanton in Sachen Digitalisierung im Bildungsbereich gut unterwegs ist. So bekämen alle Schüler und Lehrer ab 2020 eine digitale Identität. Nebst einer Mail-Adresse bringe diese den Zugang zu digitalen Inhalten wie dem Brockhaus für die Schüler oder Lerneinheiten für die Lehrpersonen. Möglich solle dereinst auch der direkte Zugriff auf Lehrmittel sein. «Die Verhandlungen mit den Schulverlagen laufen.»

Die Einführung der Kooperationsplattform Office 365 und des Konzepts «Bring dein eigenes Gerät mit» für Berufsschulen und Gymnasien sind weitere Schritte auf dem Weg der Digitalisierung.

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