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Tampons in knallbunten Säckchen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Nicole Jegerlehner

Eigentlich müsste er nicht mehr arbeiten. Er hat seine medizinaltechnische Unternehmung, die er mit 24 Jahren gegründet hatte, als 30-Jähriger wieder verkauft. Und von diesem Geld könnte er leben. Doch Zurücklehnen und Nichtstun liegt Bernard Chaffringeon gar nicht. Der 46-jährige Franzose will kreieren und Dinge bewegen. Darum baut er nun in Granges-Paccot an der Route du Château in einem mächtigen, umgebauten Bauernhaus ein neues Unternehmen auf: Er produziert Tampons.

Langsame Maschinen

Der Markt wird von Grossen beherrscht – was will da Chaffringeon auch noch Tampons anbieten? «Wir haben ein neues Produkt», sagt Chaffringeon. «Das erste Tampon mit integrierter Sicherheitsbarriere.» Und nur deshalb, weil er das Produkt weiterentwickelt habe, produziere er Tampons. Das Plus seiner Firma sei, dass sie «die Probleme der Frauen ernst nimmt»: Beim Unternehmen «B-Tampons» entschieden nicht Produktionsverhältnisse und -kosten über das Ergebnis. «Wir setzen auf Qualität.» So produzieren die Maschinen von B-Tampons zweimal weniger schnell als herkömmliche Tampons-Maschinen.

Teuer, aber bunt

Das schlägt sich in den Kosten nieder. Frauen müssen für B-Tampons rund viermal mehr hinblättern als für Tampons der Migros: Kostet im Grossverteiler eine Schachtel mit sechzehn Mini-Tampons 3.40 Franken, kosten acht B-Tampons der gleichen Grösse in einem knallbunten Beutel 6.80 Franken. Verkaufen will Chaffringeon die Tampons «überall dort, wo sich die Frauen im Alltag aufhalten»: an Kiosken, an Tankstellen, in Apotheken, übers Internet.

Trotz des hohen Preises zeigt sich Chaffringeon davon überzeugt, dass seine Tampons Erfolg haben werden. Einerseits wegen der Sicherheitsbarriere, andererseits wegen der viel seidigeren Oberfläche seiner Produkte. Und dann ist da auch noch der Applikator, der beim Einführen der Tampons hilft: «Der feinste Applikator der Welt», schwärmt Chaffringeon. Wenn er von seinen Tampons und Applikatoren spricht, kommt das Gefühl auf, er habe sie selber ausprobiert – auch wenn es unmöglich ist.

Medizinische Forschung

Die Idee für eine Sicherheitsbarriere in Tampons ist Chaffringeon gekommen, weil sein Unternehmen an einem Transportmittel für eine künftige Impfung gegen Aids forscht. «Chafleen’s» heisst das Produkt, das wie ein Tampon aussieht und an seiner Spitze Medikamente trägt: So gelangen eine allfällige Aids-Impfung oder andere Medikamente direkt an den Muttermund der Frau. Für dieses Medizinaltampon benutzten Chaffringeons Forscher das wachsähnliche Material, aus dem sie später die Barriere in den Tampons entwickelt haben.

Der Franzose steckt sein Privatvermögen in seine neue Unternehmung. Drei Millionen Euro hat er bisher investiert. Heute arbeiten 45 Angestellte für Chaffringeon. Sie forschen in Granges-Paccot an neuen Produkten, entwerfen das Design für die Verpackungen und kümmern sich um die Kommunikation. «Alle drei Monate stellen wir zehn bis fünfzehn neue Leute ein», sagt Chaffringeon. In der Tamponfabrik werden weitere 200 Leute tätig sein (siehe Kasten).

«Sofort zu Hause gefühlt»

Der Franzose lebt seit siebzehn Jahren in der Schweiz. Nun ist er vom Waadtland nach Freiburg gezogen, weil er nach seiner Scheidung «mein Leben verändern wollte». Freiburg habe ihn sofort angesprochen: «Es gibt Städte, in denen man sich sofort zu Hause fühlt – wie eben Freiburg.» Ihm gefällt die «menschliche Grösse», das Flair der Universitätsstadt. Darum baut er hier sein Unternehmen mitsamt Fabrik auf. Die höheren Produktionskosten in der Schweiz sind ihm egal: «Wir wollen gute Produkte, nicht billige.»

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