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Tanzen, kochen, Polit-Cafés – und ganz viel Facebook: So sind die Gemeinderatskandidaten im Wahlkampf unterwegs

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Die Liste Gemeinsam vorwärts aus Düdingen hat sich eine bäumige Aktion ausgedacht, um auf sich aufmerksam zu machen.
Charles Ellena

Wer gewählt werden will, muss beim Stimmvolk Werbung machen. Doch wie geht das in Corona-Zeiten? Einige Parteien setzen auf konventionelle Kanäle, andere setzen kreativ-alternative Ideen um.

Kaum Märkte, keine Generalversammlung, kein Vereinsanlass und auch sonst nicht viel los: Es ist nicht einfach, Wahlkampf zu betreiben, wenn strenge Hygienevorschriften und Versammlungseinschränkungen gelten und die Angst, das Virus einzufangen, stets präsent ist. Wie also können die Kandidierenden ihre Wählerschaft überzeugen, dass genau sie die richtige Frau oder der richtige Mann wären, um für fünf Jahre die Geschicke ihrer Gemeinden mitzubestimmen?

Politik auf dem Sofa

Neben der Werbung mit Plakaten, Inseraten und Flugblättern sind sehr viele Parteien auf den sozialen Netzwerken unterwegs. So hat etwa der Stadtfreiburger CSP-Gemeinderat Pierre-Olivier Nobs Facebook-Live-Sessions gemacht. Andere haben ihre Kandidatinnen und Kandidaten in kleinen Filmchen vorgestellt und schicken diese auf die digitale Reise. Eigens für die Wahlen kreierte Homepages sind bei vielen Parteien zum Standard geworden.

Viel mehr digital

Allgemein lässt sich feststellen, dass viel mehr als vor fünf Jahren online läuft. Und da seit Ausbruch der Corona-Pandemie sowieso viele Sitzungen, Diskussionen und Anlässe auf dem politischen Parkett via Skype, Zoom oder Gruppenchat stattfinden, liegt es auf der Hand, diese Kanäle nun auch für die Werbung zu nutzen. So haben etwa die Murtner Ortsparteien der SP und der Grünen unter dem Motto «Home-Office, das war letztes Jahr – jetzt kommt Home-Politics» fünf virtuelle Stammtische organisiert. Solche Angebote bieten auch verschiedene Parteien in der Stadt Freiburg.

Andere Parteien und Gruppierungen haben sich alternative Kampagnen überlegt. Auf der Suche nach kreativen Lösungen haben sie verschiedene kleinere und grössere Aktionen auf die Beine gestellt. Die folgende Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Ein rot-grünes Tandem

Die Grünen Sense und die SP Wünnewil-Flamatt setzen im Wahlkampf ein Velo ein – ein Tandem, um genau zu sein. Die auffälligen Farben Rot und Grün stehen für die Farben der Parteien. Wie Simone Grossrieder von der Liste erklärt, habe das bunte Gefährt die gemeinsame Fahrt für die Generalratswahlen aufgenommen. «Anfangs wurde das Tandem kommentarlos an den verschiedensten Orten in der Gemeinde Wünnewil-Flamatt positioniert», schreibt sie auf Anfrage. Auch hätten die beiden Parteien im Gemeindeblatt ein Inserat platziert, auf dem nur das Tandem zu sehen war. Nach einiger Zeit löste die Liste dann das Rätsel auf. In den sozialen Medien forderte die Liste zudem zur «Tandem-Challenge» auf, bei der die Wählerschaft ein Selfie mit Tandem posten soll.

Rot und Grün spannen zusammen: Die Kandidatinnen Simone Grossrieder (r.) und Michelle Vonlanthen mit dem Tandem.
zvg

Anlässe sind erlaubt

Nicht verboten sind zwar die üblichen Informationsveranstaltungen in kleinem Rahmen, wenn sie den geltenden Corona-Schutzbestimmungen entsprechen. Doch hat der Staatsrat extra für diese Wahlen seine Verordnung über die kantonalen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus angepasst, weil, wie er betont, die Gemeindewahlen ein wesentliches Element des demokratischen System seien (siehe auch Kasten).

Diese Möglichkeit wird auch vereinzelt genutzt. In Kleinbösingen zum Beispiel sind zwei Informationsveranstaltungen geplant, um es den Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen, mit den Kandidierenden ins Gespräch zu kommen. Doch viele scheuen den Aufwand, der mit der Organisation solcher Anlässe verbunden ist. Sie müssten unter anderem ein Schutzkonzept erarbeiten, das vom Oberamt bewilligt werden müsste. Das ist dann aber noch keine Garantie, dass die Wählerinnen und Wähler auch wirklich zu den Anlässen kommen.

Mit Gratin in den Wahlkampf

Die CVP Ueberstorf verschickt darum lieber einen Flyer mit dem Slogan «Wir haben das Rezept für die richtige Wahl». Darauf ist neben den drei Kandidierenden auch ein Kochrezept für einen «Ueberstorfer Häppere-Biregratin». «Er ist nicht nur schnell zubereitet. Er ist auch sehr fein», lässt CVP-Präsidentin und Kandidatin Edith Beutler verlauten. Sie sagt im Gespräch mit den FN, dass die Ortspartei viele Ideen diskutiert habe. Als gelernte Köchin habe sie dann den Rezeptvorschlag gemacht.

Ein Rezept aus der Küche der CVP Ueberstorf.
zvg

Eigentlich habe sie ihren beiden Mitkandidaten vorgeschlagen, zum Song «Jerusalema» zu tanzen, der seit Wochen und Monaten von allen möglichen Gruppen und Institutionen vorgeführt wird. Es sei leider nicht zustande gekommen, sagt Edith Beutler.

«Ein Riesengaudi»

Anderswo und bei einer anderen Partei hat es geklappt: Die drei Frauen und zwei Männer, die für die FDP in den Gemeinderat Kerzers wollen, haben in der Werkhalle einer Zimmerei und an verschiedenen Orten in Kerzers zu den Tönen von «Jerusalema» das Tanzbein geschwungen. Dies unter dem Motto «Tanzen Sie mit der FDP Kerzers in die Zukunft».

«Susanne Schwander vom Wahlausschuss hat uns Kandidaten dazu motiviert, und irgendwie hat sich niemand getraut, sofort Nein zu sagen», sagt FDP-Kerzers-Präsident Jörg Bönzli mit einem Lachen. Als er und die anderen vier Kandidierenden das Video mit den Schritten gesehen hätten, hätten sie noch mehr Bauchweh bekommen. Die Dreharbeiten seien dann aber ein Riesengaudi gewesen. «Wir haben selten so gelacht», sagt er. Auch die Reaktionen aus der Bevölkerung seien sehr positiv gewesen. Natürlich habe es aber auch Neider gegeben, die sich darüber lustig gemacht hätten, dass es ab und zu mit dem Taktgefühl gehapert habe, sagt er.

Auf Schatzsuche

Die FDP-Parteikollegen in Düdingen haben die Anhängerschaft zu einer Schatzsuche eingeladen, die rund drei Wochen dauert. «Wir wollten versuchen, möglichst viele Alterskategorien abzuholen», sagt der Medienverantwortliche Adrian Schwaller. Die Leute werden auf einen zwei Stunden dauernden Postenlauf geschickt. «Sie sollen eine etwas andere Sicht auf gewisse Themen und die Gemeinde Düdingen erhalten.» Wie viele auf die Idee eingestiegen sind, könne er nicht sagen.

Virtuelles Polit-Café

Eine andere Art der Kontaktaufnahme mit der Wählerschaft lanciert die Mitte links – CSP Schmitten, die zusammen mit den Grünen für die Gemeinderatswahlen antritt. Sie lädt die Schmittner Bevölkerung am 24. Februar zu einem virtuellen Polit-Café ein. «Organisiert ist es von uns, aber offen ist es auch für andere Parteien», sagt Gemeinderätin und Kandidatin Susanne Heiniger. Per QR-Code erhalten Interessierte einen Link und können sich an diesem Abend einloggen und teilnehmen. Wie viele sich zuschalten werden, sei schwer abzuschätzen, sagt sie. «Vielleicht zwei, vielleicht 200 – alles ist möglich, und wir sind auf alles vorbereitet.»

Bäume auf Reisen

Die Liste Gemeinsam vorwärts aus Düdingen hat eine bäumige Idee umgesetzt, um auf sich aufmerksam zu machen. Die überparteiliche Gruppierung besteht aus den Freien Wählern, der Mitte links ­– CSP, den Grünliberalen und den Grünen Sense. «Wir fahren mit zwei Veloanhängern durchs Dorf, auf denen je ein grosser Blumentopf mit einem Baum steht», sagt Christina Zbinden-Erhardt. Die beiden 2-Meter-Bäume seien kaum zu übersehen, wenn sie bei den Einkaufszentren oder auf dem Bahnhofplatz stünden. Das Video dazu sehen Sie hier:

Diese Baumaktion symbolisiere den gemeinsamen Nenner der Gruppe, sagt die Vertreterin der Liste, nämlich, dass Düdingen grüner werden soll. Auf den Wimpeln an den Bäumen stehen denn auch Sprüche wie: «Hier könnte ein Baum stehen» oder «Damit Eichhörnchen einen Snack finden». Die beiden Hagebuchen sollen später der Gemeinde geschenkt werden und vielleicht mal auf einem Pausenplatz Schatten spenden.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Verschiedene Sektionen der FDP Seebezirk kombinieren den Wahlkampf mit einer Unterstützungskampagne für die Restaurants, die immer noch geschlossen sind. Die Kandidatinnen und Kandidaten für die Gemeindewahlen und andere Helfende bieten einigen Restaurants an, am kommenden Samstag die Auslieferung der Take-Away-Bestellungen zu übernehmen. Das hilft den Restaurants auf der einen Seite, ihre Lieferkapazität zu erhöhen. Auf der anderen Seite übernimmt die Partei die Kosten für den Lieferdienst, so dass die Kunden profitieren.

Gemeinderatswahlen

Gemeinderatswahlen:  Was unter welchen Auflagen erlaubt ist

Die Parteien und Gruppierungen sollen trotz Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen die Möglichkeit haben, Wahlkampf zu betreiben. Dies hält der Freiburger Staatsrat fest. «Es gilt, ein Gleichgewicht zu finden zwischen der freien Meinungsbildung der Wählerinnen und Wähler und den Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie», heisst es in einer Mitteilung. Die Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft, der Freiburger Gemeindeverband und die Oberamtmännerkonferenz haben speziell für die Wahlen vom 7. März gewisse kantonale Bestimmungen angepasst und präzisiert:

  • Informationsveranstaltungen, öffentliche Debatten und so weiter: In Innenräumen sind Veranstaltungen mit bis zu 50 Personen (einschliesslich Organisatoren) erlaubt, sofern ein vom Oberamtmann genehmigtes Schutzkonzept vorliegt. Das Schutzkonzept muss zwingend eine Maskenpflicht für alle Teilnehmenden, die Einhaltung des Abstands zwischen den Teilnehmenden und die obligatorische Händedesinfektion vorsehen. Der Oberamtmann kann zudem verlangen, dass das Schutzkonzept die elektronische Erfassung der Kontaktdaten beinhaltet.
  • Stände im Freien im öffentlichen Raum: Dafür sind die üblichen Bewilligungen einzuholen, namentlich für die Nutzung des öffentlichen Raums. Sie werden unter den gleichen Voraussetzungen wie die Veranstaltungen in Innenräumen bewilligt, sind jedoch auf 20 Personen inklusive Organisatoren beschränkt. Zudem dürfen lediglich Informationen zu den Wahlen abgegeben werden, der Konsum von Nahrungsmitteln oder Getränken ist untersagt.
  • Verteilung von Flugblättern oder Wahlkampfmaterial: Das Verteilen von Flyern oder verschiedenen Gegenständen zu Werbezwecken für eine Wahlliste ist erlaubt, sofern die Hygienevorschriften eingehalten werden (Händedesinfektion, Abstand, Gesichtsmaske). Ist dies im Rahmen einer Veranstaltung vorgesehen, so muss die Art und Weise der Verteilung im Schutzkonzept behandelt werden, das dem Oberamtmann zur Genehmigung unterbreitet wird.
  • Türwerbung: Türwerbung ist unter der Voraussetzung erlaubt, dass die Abstandsvorschriften und die Maskenpflicht eingehalten werden. Werden Unterlagen verteilt, müssen die Hände regelmässig desinfiziert werden. im

Kommentar (1)

  • 19.02.2021-Bernadette

    Super Stephanie ich habe hier erstmals deinen Text gelesen. mach weiter so.

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