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Tanzen zwischen Leben und Tod

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Lange Zeit war das Leben eine wichtige Konstante in der künstlerischen Arbeit der Freiburger Choreografin Tonia Schilling: Ihre bisherigen Stücke befassten sich mit der Entstehung des Lebens oder mit Prozessen und Entwicklungen im Leben. In ihrem neuen Stück «Requiem», mit dem sie morgen Dienstag Premiere feiert, geht es nun um den Tod. Für Tonia Schilling eine logische Folge: «‹Requiem› schliesst an meine früheren Arbeiten an», sagt sie. «Es war an der Zeit, das Thema Tod eins zu eins zu benennen.»

Dabei beschäftigt sie das Thema schon lange: Vor 18 Jahren verlor die damals 30-Jährige in kurzer Zeit mehrere nahe Angehörige. «In jenen schweren Tagen besuchte ich ein Konzert, bei dem ein Requiem von Mozart gespielt wurde», erinnert sie sich. Dieses habe sie sehr berührt, und seither habe sie die Idee für die Tanzkreation mit sich herumgetragen. Nun sei die Zeit reif dafür–eine reine Gefühlssache, wie sie sagt: «Irgendwann kommt der richtige Moment, das ist bei mir immer so.»

Eine sanfte Einladung

Tonia Schilling weiss, dass das Thema Tod nicht jedermanns Sache ist: «Die meisten Menschen beschäftigen sich nicht gern damit, und für einige ist es ein regelrechtes Tabu.» Der Choreografin ist es darum wichtig, dem Thema eine gewisse Leichtigkeit zu geben. «Mein Stück soll eine sanfte Einladung sein, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Es gibt keine Antworten, sondern stellt Fragen, regt zum Nachdenken an–und entlässt das Publikum am Ende wieder sanft ins Leben.»

Sich bewusst mit dem Tod zu beschäftigen verändere auch die Einstellung zum Leben, so Schilling. Ihre eigenen Erfahrungen hätten sie gelehrt, loszulassen und die Dinge so zu nehmen, wie sie kämen. Dabei gehe es nicht nur um das Abschiednehmen, wenn jemand sterbe, sondern um die vielen «symbolischen Tode im Leben». «Vieles wird leichter, wenn man akzeptieren kann, dass Dinge zu Ende gehen oder sich verändern.» Auch davon handle das Stück «Requiem».

Religionen und Rituale

Während der Vorbereitung hat Tonia Schilling auch mit den Tänzerinnen und Tänzern viel über das Thema gesprochen und das Stück, eine Koproduktion mit dem Nuithonie, so entwickelt. Besonders interessant sei, dass die Interpreten aus verschiedenen Kulturkreisen kämen und ganz unterschiedliche Ansichten mitbrächten. Das «Requiem», die Totenmesse, aus dem Titel steht stellvertretend für die Rituale, die Menschen überall auf der Welt schaffen, um mit dem Tod umzugehen.

Wie entstehen diese Rituale? Warum sind sie für die Menschen wichtig? Und hat das Bedürfnis danach vielleicht sogar mit der Entstehung der Religionen zu tun? Dass Tonia Schilling solche Fragen stellt, kommt nicht von ungefähr: Die Choreografin, die unter anderem Kulturanthropologie studiert hat, befasst sich schon lange mit Religionen und Ritualen–etwas, was in ihren Stücken immer spürbar ist.

 Loslassen und akzeptieren, dass im Leben manches anders kommt als geplant: Dass Tonia Schilling das kann, kam ihr auch bei der Arbeit an «Requiem» zugute. Ein Teammitglied sei kurzfristig abgesprungen, erzählt sie, und habe damit erst einmal ihr ganzes Konzept durcheinandergebracht. «Doch dann haben wir anderen uns zusammengesetzt, haben Lösungen gesucht und gefunden–und sind als Gruppe sehr daran gewachsen.» Auch das eine Lektion von «Requiem».

Nuithonie, Villars-sur-Glâne. Premiere: Di., 10. Mai, 19 Uhr. Weitere Aufführungen: Mi., 11. Mai, bis Sa., 14. Mai, jeweils 20 Uhr; So., 15. Mai, 17 Uhr.

Vertiefungsgesprächmit Tonia Schilling, Julien Vercellini (Coach und Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens) und Tania Guillaume (Theologin und Musikerin): Fr., 13. Mai, um 18 Uhr im Nuithonie.

Programm

«Das Tanzfest»: Vier Tage im Zeichen des Tanzes

«Requiem» ist Teil des Tanzfests, das vom 13. bis zum 16. Mai in 28 Städten der Schweiz stattfindet, mit Vorstellungen, Tanznächten und Schnupperkursen. Eine Auswahl aus dem Freiburger Programm:

•«Nuit Tonique»:Tanzabend für alle, mit einer gemeinsamen Choreografie und Musik von den 60ern bis zu den 80ern. 13.5., ab 21.30 Uhr, im «Souffleur» im Nuithonie.

•«Yellow»(Cie zeitSprung): Partizipative Performance rund um die Bewegungsfreiheit im urbanen Raum. 14.5., 15.30–16.30 Uhr, beim Zebrastreifen vor dem Bahnhof Freiburg.

•«Orthopädie or to be»:Stück von Kilian Haselbeck und Meret Schlegel um das Aufeinandertreffen eines jungen und eines älteren Körpers. 14.5., 21 Uhr, im Nouveau Monde, Freiburg.

•«In C»:Improvisierter Dialog zwischen Tänzerinnen, Musikern und Publikum der Freiburger Choreografin Mélanie Gobet. 15.5., 16.30 Uhr, im Naturhistorischen Museum Freiburg.cs

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