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Tapfere Schweizerinnen schlecht belohnt

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Autor: Matthias Fasel

Das letztlich klare Resultat täuscht über den wahren Verlauf der Partie hinweg. Es fehlte nicht viel, und die Begegnung wäre erst im abschliessenden Doppel entschieden worden. Das überrascht, hätte doch die Ausgangslage vor der Partie klarer kaum sein können. Selbst die schlechtestklassierte Spielerin des australischen Quartetts ist in der Weltrangliste noch klar besser klassiert als die Schweizer Nummer eins, Stefanie Vögele (WTA 124). Doch Zahlen sagen nicht immer alles über die Stärkeverhältnisse aus.

Stosur eine Klasse für sich

Dies gilt indes nicht für die Auftritte von Samantha Stosur. Die Nummer fünf der Weltrangliste war nicht nur auf dem Papier die klar beste Spielerin des Wochenendes, sondern auch auf dem Platz. Sowohl Timea Bacsinszky am Samstag als auch Stefanie Vögele am Sonntag hatten den starken Aufschlägen und den mit viel Topspin versehenen Grundlinienschlägen Stosurs nichts entgegenzusetzen und verloren beide klar in zwei Sätzen. «Der Fed Cup kam wohl gerade zum richtigen Zeitpunkt. Das gute Training und die beiden Siege haben mir Sicherheit und Selbstvertrauen zurückgegeben», so die US-Open-Siegerin, die schlecht ins Jahr 2012 gestartet ist. Besonders souverän spielte Stosur am Sonntag, Vögele suchte deshalb gar nicht erst nach Ausreden. «Dieser Match hat mir gezeigt, dass es in meinem Spiel noch vieles zu verbessern gibt und viel Arbeit auf mich wartet», so die 21-jährige Aargauerin.

Marathon-Frau Gajdosova

Mit Australiens Nummer zwei, Jarmila Gajdosova, immerhin die Nummer 40 der Weltrangliste, waren die Schweizer Spielerinnen allerdings auf Augenhöhe. Überraschend war insbesondere, dass dies auch für Amra Sadikovic (WTA 214) galt. Die 22-jährige Aargauerin, die 2010 wegen eines Burnouts und Handgelenkproblemen kurz davor stand, ihre Karriere zu beenden, spielt auf der Tour mehrheitlich nur an zweitklassigen ITF-Turnieren.

Von einem Klassenunterschied war gegen Gajdosova jedoch nichts zu sehen. Die gebürtige Mazedonierin zeigte, dass sie durchaus das Potenzial hat, in die Top 100 vorzustossen. Sie verzückte die 2200 Zuschauer mit variantenreichem Offensivspiel, gegen Ende des dritten Satzes ging sogar die Welle durch das Forum Freiburg. Dass Sadikovic den Entscheidungssatz 8:6 verlor, war wohl nicht zuletzt ihrer Unerfahrenheit geschuldet. Chancen zum Sieg waren vorhanden. Beim Stand von 6:6 beispielsweise vergab sie einen Breakball mit einem relativ leichten Rückhandfehler. «Mit meiner Leistung bin ich zwar zufrieden, aber wegen der Niederlage bin ich enttäuscht, vor allem weil ich für das Land und mein Team gespielt habe», bilanzierte Sadikovic nach der Partie.

Raclette als Ausdauerhilfe

Dass Gajdosova – für die «Dosieren» ein Fremdwort ist und bei der sich Winner und unglaubliche Fehlschläge munter abwechselten – am Sonntag den längeren Atem hatte, war trotz allem bemerkenswert. Denn bereits am Samstag hatte sie gegen Vögele über zweieinhalb Stunden gespielt und am Ende im Entscheidungssatz trotz sieben abgewehrter Matchbälle 8:6 verloren.

Das Erfolgsrezept für den Kraftakt gegen Sadikovic: Raclette … Denn auf die Frage, wie er und sein Team auf den überraschenden Zwischenstand von 1:1 reagieren, hatte Australiens Captain David Taylor am Samstag verraten: «Das ist kein Weltuntergang. Wir werden nun in die Stadt gehen und ein gutes Raclette essen .»

Bacsinszkys Ärger

Nicht gut Raclette-Essen war am Sonntag mit Timea Bacsinszky. Die 22-jährige Waadtländerin hatte sich für ihr Comeback nach zehnmonatiger Verletzungspause viel vorgenommen und sich dieses sicherlich anders vorgestellt. Dass ihr nach einer nicht überragenden, aber den Umständen entsprechend durchaus passablen Leistung gegen Stosur am Sonntag Sadikovic vorgezogen wurde, goutierte Bacsinszky ganz offenkundig gar nicht. Zur Partie von Sadikovic beispielsweise erschien sie erst im zweiten Satz in der Schweizer Box. «Der Entscheid fiel mir nicht leicht. Aber Amra hatte zuletzt sehr gut gespielt und eine Chance verdient. Mit ihrer Leistung hat sie das Vertrauen auch absolut gerechtfertigt», sagte die Schweizer Captaine Christiane Jolissaint.

Das abschliessende Doppel war zwar bedeutungslos, zumindest für eine Spielerin trotzdem ein grosses Erlebnis. Die erst 14-jährige Belinda Bencic kam zu ihrem Fed-Cup-Debüt. Die von Martina Hingis’ Mutter Melanie Molitor trainierte Schwyzerin deutete wiederholt ihr Können an. Von der als Wunderkind gehandelten Bencic dürfte in Zukunft noch so einiges zu hören sein.

Fed Cup

Schweiz – Australien 1:4

Freiburg. Fedcup. Weltgruppe II. 1. Runde. Am Samtag:Timea Bacsinszky u. Samantha Stosur 2:6, 5:7. Stefanie Vögele s. Jarmila Gajdosova 6:0, 6:7 (8:10), 8:6.Am Sonntag:Vögele u. Stosur 3:6, 2:6. Amra Sadikovic u. Gajdosova 3:6, 6:3, 6:8. Sadikovic/Belinda Bencic u. Jelena Dokic/Casey Dellacqua 5:7, 4:6. – Die Schweiz spielt am 21./22. April das Playoff gegen den Abstieg aus der Weltgruppe II.

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