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Tatkräftiger Einsatz

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Gastkolumne

Autor: Julia Reidy

Tatkräftiger Einsatz

Das Zusammenspiel zwischen uns Deutschsprachigen und den «francophones» ist kein leichtes Unterfangen. Das war mir, als Deutschsprachige in Freiburg aufgewachsen, schon seit Langem bewusst. Und doch, immer wieder werde ich mit Missverständnissen zwischen den beiden Sprachgruppen konfrontiert.

Neulich erst sass ich mit einigen meiner Kolleginnen und Kollegen aus dem «Orchestre des Jeunes de Fribourg» (OJF) beisammen. Die Orchesterprobe, wie immer fast vollständig auf Französisch abgehalten, war vorüber und die Zeit für eine lebhafte Unterhaltung war gekommen. Reflexartig und ohne gross nachzudenken passte ich mich meinen französischsprachigen Freundinnen und Freunden an und plauderte in meiner Zweitsprache munter drauflos. Noch bis vor Kurzem war rund die Hälfte der Orchestermitglieder deutscher Muttersprache gewesen. Dies hat sich inzwischen schlagartig geändert, und so sass ich nun als einzige Vertreterin deutscher Muttersprache inmitten einer regen Konversation auf Französisch.

Schnell kamen wir auf frühere Zeiten zu sprechen, als die Welschen noch keine Mehrheit im Orchester bildeten. Zwei beklagten sich lautstark. Damals sei man ebenfalls nach der Probe zusammengesessen, die «germanophones» hätten aber ausschliesslich Deutsch gesprochen und irgendwelche Kartenspiele gespielt, die nur die Deutschsprachigen gekannt hätten. Niemand habe Rücksicht darauf genommen, dass sie kein Wort verstanden hätten. Dabei hätte jeder Deutschsprachige nahezu perfekt die französische Sprache beherrscht. Es wäre also ein Leichtes gewesen, die Unterhaltung auf Französisch zu führen…

Alle übrigen Orchestermitglieder stimmten den zwei sich beschwerenden Kollegen zu. Nun aber fühlte ich mich herausgefordert: Ich machte die anderen darauf aufmerksam, dass ich mich in einer ähnlichen Situation befinde. Ich hatte aber noch nie verlangt, dass sich eine ganze Gruppe von Jugendlichen meiner Muttersprache anpassen sollte. Stattdessen versuchte ich stets, das Beste aus meiner Lage zu machen und jedes Mal möglichst viel dazuzulernen.

Erst jetzt schien meinen Orchesterfreundinnen und -freunden bewusst zu werden, welch grosses Bemühen ich andauernd für sie aufbringe. Seither wissen sie meinen immerwährenden «effort» zu schätzen, davon bin ich überzeugt.

Julia Reidyist 18-jährig und wohnt in Freiburg. Sie ist Schülerin einer zweisprachigen Klasse am Kollegium St. Michael und belegt Spanisch als Schwerpunktfach. Als Gastkolumnistin macht sich Julia Reidy in den FN regelmässig Gedanken zur Zwei- und Mehrsprachigkeit.

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