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Tausende von Kindern bekocht

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Tausende von Kindern bekocht

Lagerköchin und Ersatzmami: Elisabeth Boschung war in über 200 Lagern dabei

Viele Kinder kennen und schätzen ihren feinen «Häpperestock» und den Apfelkuchen. Die 78-jährige Elisabeth Boschung aus Freiburg weiss, was junge Leute gerne essen. Seit 44 Jahren kocht sie in Schul- und JuBla-Lagern ihre feinen Menüs.

Von ILONA STÄMPFLI

1961 kochte Elisabeth Boschung zum ersten Mal in einem Lager. Es war das Pfarreilager St. Peter in der Liechtena. Die damals 34-jährige Mutter nahm ihre drei Kinder auch gleich mit. Seither verging kein Jahr, in dem Elisabeth Boschung nicht in vier, fünf oder sogar sieben Ski-Lagern, JuBla-Lagern und Landschulwochen dabei war. Nur einmal, als ihr jüngster Sohn zur Welt kam, musste sie aussetzen. Mit sechs Monaten schnupperte der Kleine aber schon zum ersten Mal Lagerluft.

Die ausgelassene Lagerstimmung, das Chaos, die vielen jungen Menschen würden ihr fehlen, wenn sie nicht mehr Lagerköchin sein könnte. «Solange es die Gesundheit zulässt, will ich weiter in die Lager gehen», sagt die in Freiburg wohnhafte Elisabeth Boschung. Sie blättert in einem dicken Ordner, in dem sie Zeichnungen und Dankesbrieflein von Kindern und ihre Rezepte aufbewahrt.

Krautstiele mit «Nidla»

Mit 44 Jahren Lagererfahrung weiss Elisabeth Boschung, was die Kinder gerne mögen. Pommes frites, «Häpperestock» und Plätzli kämen am besten an. Apfelkuchen sei auch immer ein Hit. Auch Gemüse würden die Kinder essen, wenn man sie richtig zubereite, erzählt sie. «Krautstiele beispielsweise sind nicht sehr beliebt. Wenn ich sie aber dämpfe und mit viel «Nidla» zubereite, dann essen die Kinder auch dieses Gemüse.»

Die Menüpläne haben sich in all den Jahren nicht gross verändert. Im Skilager der Primarschule Düdingen kocht Elisabeth Boschung seit 26 Jahren dasselbe. Geschnetzeltes mit Nudeln, Bratwurst mit Bratkartoffeln, eine Orange zum Dessert usw. Weder ihr selber noch der Lagerleitung sind die Menüs je verleidet.

Von den Kindern erhält sie immer wieder schmeichelhafte Komplimente: «Das schmeckt genau gleich wie bei meiner Grossmutter», oder: «Diese Frites sind besser als die im Restaurant.» 1988 wurde sie in einem Lager sogar mit dem «Orden des Goldenen Kochlöffels» für ihre «kulinarisch aussergewöhnlichen Verdienste als Lagerköchin» ausgezeichnet.

Ein JuBla-Leiter der Unterstadt liess sich einmal etwas ganz Besonderes einfallen, um der Lagerköchin seinen Dank auszusprechen. Er erfüllte ihr den Wunsch, eine Fahrt mit dem Heissluftballon zu machen. «Es war eine Überraschung. Ich musste um sechs Uhr morgens vor dem Lagerhaus stehen. Die Leiter haben es mir nicht zugetraut, dass ich in den Korb steige», erzählt Elisabeth Boschung lachend.

Kamillentee gegen Heimweh

Mit 78 Jahren geniesst sie die Lageratmosphäre immer noch. Es sei halt wichtig, dass man als Köchin am Lagerleben teilnehme und nicht seinen Alltag weiterleben wolle. «Am Abend mit den Leiterinnen und Leitern jassen, mit den Kindern spielen und singen, das ist das Schöne an den Lagern», schwärmt sie. Ihr Mann Felix hat während der Lager «sturmfreie Bude», wie sie sagt.

Elisabeth Boschung ist nicht nur Lagerköchin, sondern oft auch die erste Anlaufstelle, wenn die Kinder ein Pflaster brauchen, Bauchweh haben oder getröstet werden wollen. Dann macht sie den Kindern einen Kamillentee, ist ein bisschen Ersatzmami und alles wird wieder gut.

«Seit einigen Jahren kann ich nicht mehr in alle Lager mitgehen», bedauert sie. Sie müsse langsam abbauen, es sei halt schon ein «Chrampf». Früher war sie meistens alleine für die Verpflegung der vielen Kinder zuständig. Vom Lagerfieber der Mutter und Grossmutter angesteckt, kommen heute ihr jüngster Sohn und ihr Enkel mit in die Lager. Sie lernen die feinen Menüs nach Elisabeth Boschung zu kochen.

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