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Tausendmal lieber hier als in Belgien

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Mit seinem dunklen Bart und braunen Ledergilet über dem Karohemd wirkt Hubert Van Houtte älter, als er tatsächlich ist. Der 23-Jährige lässt sich von seinem jungen Alter aber nicht verunsichern. Er hat für ein Jahr die Pacht des Bärghus am Musersbergli in Jaun übernommen. Nach fast drei Wochen als Patron sagt der grossgewachsene Belgier in gebrochenem Schweizerdeutsch: «As isch perfekt hie.» Dabei schweift sein Blick aus der urchigen Wirtsstube über die gegenüberliegende Bergketten und ein zufriedenes Lächeln macht sich auf seinem Gesicht breit.

Vor gut einem Jahr kam Hubert Van Houtte in die Schweiz und hat als Serviceangestellter im nahe gelegenen Hotel zur Hochmatt begonnen. Da war für ihn klar, dass er in Jaun bleiben möchte. «Ich mag die Mentalität der Leute», sagt er. Die Menschen in der Region seien bescheiden und freundlich. Etwas Mühe geben müsse man sich aber schon, um akzeptiert zu werden: «Man muss die Dinge gleich tun, wie die Leute hier, und gar nicht erst versuchen, die belgische Art einzubringen», sagt er mit einer wegwischenden Handbewegung. Das fällt ihm scheinbar nicht schwer. Nach einem Jahr in Jaun hat er den Dialekt vom Dorf angenommen – Hochdeutsch spricht er nicht. Schnell hat er gemerkt, dass er mit dem Jaundeutsch ausserhalb der Gemeindegrenze nicht überall verstanden wird. «In Boltigen brauchen die Leute wieder ganz andere Wörter.» Das nimmt er mit Humor, und wenn es mit der Verständigung hapert, ist Französisch als seine Muttersprache in der Region auch sehr hilfreich.

Junger Tausendsassa

Schnelle Anpassungsfähigkeit und den Drang Neues zu wagen, hat der junge Wirt bereits oft bewiesen. Er war knapp ein Jahr lang Englischlehrer an einem Collège in Frankreich. In der kanadischen Stadt Lévis hat er fast ebenso lange als Koch gearbeitet. Er arbeitete auch schon in einer Holzverarbeitungsfirma eines Verwandten in Frankreich, und zuletzt war er im Sicherheitsteam im Gefängnis von Bellechasse tätig.

Und jetzt: eine Gastwirtschaft. Hubert Van Houtte betritt damit wieder Neuland. Neue Herausforderungen nimmt er – vielleicht auch dank seines jungen Alters – gerne an und hat keine Angst vor der Zukunft. «Man muss flexibel bleiben», sagt er selbstbewusst. Er ist verantwortlich für zwei Mitarbeitende.

Auf das finanzielle Risiko angesprochen, weicht er aus. «Jeder kann sich auch mal täuschen.» Sollte er in diesem Jahr mit dem Berghaus keinen Erfolg haben, möchte er aber nicht zurück nach Belgien. «Ich bin tausendmal lieber hier.»

Getränke statt Essen

Für eine Bilanz ist es nach der kurzen Zeit sowieso noch zu früh. Die Anzahl Gäste scheint er aber gut im Blick zu haben und auch die Probleme, die sich ergeben könnten. «Wir liegen am Anfang oder am Ende des Gastlosen-Rundwegs, deshalb kommen die Leute eher selten zum Mittagessen.» Täglich sehe er, wie Hunderte Personen für den beliebten Rundweg an der Bergstation des Sessellifts Gastlosen Express gleich neben dem Bärghus losmarschieren und erst in einem späteren Gasthaus zur Rast einkehren. Dennoch nehmen manche den morgendlichen Kaffee oder das erfrischende Getränk nach der Wanderung bei ihm ein. Hubert Van Houtte hat seine Gäste auch im wörtlichen Sinn ständig im Blick. Das Gespräch unterbricht er immer wieder, um eintretende Personen freundlich zu grüssen oder zu verabschieden.

Am Tag des Gesprächs sind alle Tische auf der Terrasse besetzt. Eine Gruppe junger Leute tunken Brot ins Fondue. Hubert Van Houtte versucht wenn möglich mit lokalen Anbietern zu arbeiten. Am liebsten würde er nur regionale Produkte anbieten. Da zeigt sich: Das Belgische hat Hubert Van Houtte in seiner Heimatstadt Brüssel gelassen und gibt sich nun voll und ganz der Region hin.

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