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Telefone zwischen Spass und Nostalgie

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

In Rita Zimmermanns Haus in Ried bei Kerzers gibt es keinen Festnetzanschluss, aber 895 Telefonapparate. Die 43-jährige Telefonistin sammelt seit über 20 Jahren Telefone. Für ihren privaten Gebrauch besitzt sie ein Handy, doch ihr Herz gehört den guten, alten Tischgeräten, und am liebsten sind ihr solche mit Wählscheiben: «Für mich gehört eine Wählscheibe zum Telefon», sagt sie, «auch wenn Kinder und Jugendliche heute nicht einmal mehr wissen, was eine Wählscheibe ist.»

Trotzdem: Altmodisch und verstaubt ist die Sammlung, mit der Rita Zimmermann 2010 den Eintrag ins Guinness-Buch der Weltrekorde schaffte, keineswegs. Im Gegenteil: Der Fundus ist voller verspielter, bunter, verrückter Geräte, denen man teils kaum ansieht, dass es sich um Telefone handelt. Da finden sich Comicfiguren von Micky Maus über Snoopy bis zu Garfield, Autos und Stöckelschuhe, eine Gurke und eine Tomate, ein Elvis und eine Marilyn, und auch weniger Alltägliches wie ein Gebiss oder eine rosarote Kloschüssel.

USA-Reise als Wendepunkt

Die meisten dieser sogenannten «Funny Phones» kommen aus den USA, wo Hersteller das Potenzial des Telefons als Spass- und Marketingobjekt schon vor Jahrzehnten entdeckt haben. In der Schweiz herrschte damals noch das PTT-Monopol, und Telefone gab es nur zu mieten, nicht zu kaufen.

Rita Zimmermann begann 1987 ihre Lehre beim Auskunftsdienst der PTT in Chur. Als es etwas später möglich wurde, die PTT-Telefone zu kaufen, erwarb auch Rita Zimmermann ihr erstes eigenes Telefon. Dies sei der Startschuss für ihre Sammlung gewesen, sagt sie heute, obwohl die Leidenschaft erst bei einer Reise in die USA so richtig erwacht sei. «Als ich dort die unendliche Vielfalt der Funny Phones entdeckte, wollte ich nur noch solche Telefone haben.»

 Aus des Schweizers Stube

Rund 370 Telefone zeigt Rita Zimmermann jetzt im Gutenberg-Museum Freiburg der Öffentlichkeit. Die Ausstellung bietet einerseits einen Einblick in das farbige Plastikuniversum der amerikanischen Funny Phones und zeigt andererseits die nüchtern-funktionale Welt der Schweizer Telefongeräte. Das grösste Objekt in der Ausstellung ist eine Telefonzentrale, wie sie um die Wende zum 20. Jahrhundert üblich war und noch bis in die Achtzigerjahre gebraucht wurde. Rita Zimmermann selbst musste während ihrer Ausbildung bei den PTT die Bedienung der Zentrale noch erlernen, allerdings nur für den Notfall, weil die alte Zentrale über eine Notstromversorgung verfügte und die Standleitung zum Bundesrat sicherstellte.

Noch mehr Schweizer Telefon-Nostalgie gibts in der Vitrine mit den alten PTT-Modellen ab dem Jahr 1929, in der die Besucherinnen und Besucher mit Leichtigkeit das Gerät wiedererkennen, das früher in der eigenen oder in der elterlichen Stube stand. Nicht fehlen dürfen auch Schweizer Telefonklassiker wie das Tritel oder das Swatch-Twinphone.

 Für Rita Zimmermann geht mit der Ausstellung ein Traum in Erfüllung: Gewöhnlich lagern ihre Telefone in Dutzenden von Bananenschachteln auf ihrem Estrich. «Sie jetzt in diesen Vitrinen zu sehen, freut mich sehr», sagt sie. Am liebsten wäre es ihr, wenn daraus ein Dauerzustand werden könnte: Sie möchte ihre Sammlung gerne dauerhaft in einem Museum ausstellen, doch fehle es bisher an Interessenten und am Geld.

Gutenberg-Museum, Liebfrauenplatz 16, Freiburg. Bis zum 2. Dezember. Mi., Fr. und Sa. 11 bis 18 Uhr, Do. 11 bis 20 Uhr, So. 10 bis 17 Uhr. Weitere Infos unter: www.gutenbergmuseum.ch und www.telefonsammlung.ch.

Weltrekord: Seit 2010 im Guinness-Buch

E s ist die offiziell grösste Telefonsammlung der Welt, die Rita Zimmermann besitzt – zertifiziert vom Guinness-Buch der Rekorde. Den Eintrag ins Buch erlangte sie im Jahr 2010 und löste damit einen Chinesen mit einer Sammlung von rund 600 Telefonen ab. Um das begehrte Zertifikat zu bekommen, mietete sie in der Nähe ihres damaligen Wohnortes im Kanton Aargau eigens eine Turnhalle, um eine öffentliche Zählung vor Zeugen und Medien durchzuführen. cs

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